Mittwoch, 9. Mai 2012


(hvs-74)
ein körnchen salz



oder, wie der lateiner sagt:

zum greinen

ein tröpferl


(zetbe vom anis-schnapserl)

herr von und zu scheußenbach, ein weltweit durch anhaltende ignoranz entblößter, prekärer aristoman.

der freiherr propagiert:
das modernde griechenland soll zum therapiezentrum von europa werden.

das land wird also in eine industria-industrie umgebaut


herr von scheussenbach   291


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Freitag, 23. März 2012


(hvs-73)



lecko mo gacko

freiherr von scheußenbach zu scheußenbachhaußen ist heute etwas derangiert, innerlich ein wenig schief geknüpft sozusagen. er denkt sich, in dieser verfassung wäre es vielleicht angezeigt, einfach vor die tür zu treten, dem vorüberziehenden volk ein wenig nachzuwinken, um bei dieser angelegenheit einen irgendeinen satz aufzuschnappen und sich diesen satz aufzusetzen wie einen hut, denn ihn treibt die hoffnung, so ein irgendein-satz würde ihn nicht nur kleiden, sondern den menschen womöglich sogar etwas näherbringen. ein unstillbares verlangen überkommt ihn, einmal so so zu sein wie diese einfachen menschen, auf die da und dort immer mal wieder die rede kommt.
so ein einfacher mensch hört wohl nicht wie unser baron andauernd eigenen sätzen beim vorbeisausen zu: huiiii ...

neulich zetbe sah er einen satz gar wie einen satellit über ihn zum x-ten mal hinwegfliegen, den er selber einmal durch bloße äußerung in die umlaufbahn geschickt hatte. dieser satz lautete:
keine ahnung, wie's mir heute wieder geht, nicht die bohne.
kein mensch ist durch sich allein das, was er ist. und wenn Ihnen, verehrter leser, morgen der umgang mit diesen oder jenen personen aus Ihrem umfeld abhanden kommt, dann gehen, stellt man sich Ihre person als eine ansammlung von lichtern vor, ein paar davon aus, bis es schließlich zappenduster wird.

nun soll es aber menschen geben, deren engeres umfeld fast leer ist, in deren nähe es einen vielleicht auch fröstelt, wie bei unserem lieben, nein nicht lieben, aber à la longue ein wenig vertrauter werdenden freiherrn von und zu scheißenbach.
ja, und diese so gearteten menschen beginnen erst zu leuchten, wenn sie an den umschlagstellen von privat nach öffentlich und umgekehrt agieren, wie es etwa bei barkeepern der fall sein kann, die kommunikativ ausschließlich, aber dann umso überzeugender "brennen", wenn Sie an ihrem arbeitsplatz sind.
es kann sein, daß Ihnen der eine oder andere schon einmal jenseits seiner "bühne" begegnet ist, wo er eigenartig lahm wirkt, und haben ihn jedenfalls nicht halb so agil, wie Sie ihn in seiner bar kennengelernt haben, nicht wahr?

solche menschen, die nur in mittleren distanzen operieren (können), haben aufgrund ihres schwach besetzten nähefeldes auch zu sich selber kein intimes verhältnis, sodaß sie oft selbst nicht wissen, wie es ihnen geht; ... und so weiter und so fort ...
neulich sah ich, sagt der geschaftlhuber von den dhonau productions, wieder einmal einen von den komischen typen des viertels nicht aus jekyllhausen, nein, sondern aus hydehausen, haha und nochmal haha, ja, so einen spitzfingrigen kerl, vor dem alle mores haben, — denkt der gschaftl jedenfalls: nämlich daß er einem einmal von hinten seinen spitzen finger in den rücken rammt, um einen auf online zu stellen: "he, du!"

ja, so ein ekliger typ, der mit der erfahrung groß geworden ist, daß es keinen sinn macht auf ansprache zu warten, denn kein mensch wird ihn jemals ansprechen, höchstens ein polizist, der ihn nach seinem ausweis fragt, deswegen spricht er alle an auf seine spitzfingrige art: " he, du!"

mit diesem satz hat man für umme ein entrée in die welt derjenigen, auf die geschissen ist, grauslig grauslig ...



herr von scheussenbach   377


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Sonntag, 4. März 2012


(hvs-72)
die kalte persona
bis an den rand
des bauhaus-grusels
— was ist eigentlich regula falsi? —




(c) dhonau(c) dhonau
(c) dhonau(c) dhonau(c) dhonau(c) dhonau(c) dhonau(c) dhonau(c) dhonau(c) dhonau(c) dhonau(c) dhonau(c) dhonau(c) dhonau
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(c) dhonau(c) dhonau
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"Verhaltenslehren der Kälte. Lebensversuche zwischen den Kriegen" — ein buch von HELMUT LETHEN, das die scheußenbach'sche baroneske welt zum besten gibt und vielleicht auch hält, sei hier empfohlen. obwohl hier der scheußenbach-code dechiffriert ist, bleibt der prekäre baron gelassen, denn das buch ist sehr sehr sehr schwer zu verstehen, wenn ... äh ... man es nicht verstehen tut, nicht wahr.

es geht hier um die KALTE PERSONA, als welche sie in der sozialen distanzmodulierung ihr metier hat und insbesondere in der interferenten (unterscheidungsschwachen, sozusagen fraktalen, "zwischendimensionalen") grenzwelt des künstlichen und des authentischen, also in dem grauen grenzbereich dieser doch sehr konträren begriffe ihren (bedeutungs-, anwendungs-, spiel-)raum aufgeschlagen findet, nicht wahr.

die kälte kommt soszuagen aus einem fraktalen nichts interpersonaler (a-)sozialität. (uihh, ein begrifflicher klimmzug sondergleichen!)
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balthasar gracian zetbe ist ein kapitel unter dem titel "Die Wiederkehr der "kalten persona" des Jesuiten Gracián" gewidmet

"Gracián wurde 1619 in den Jesuitenorden aufgenommen. Seine erste religiöse Schrift [...] 1655 [...] Unter seinem(!) Namen erschien z.B. 1653 die Aphorismensammlung Oráculo manual y arte de prudencia (Handorakel und Kunst der Weltklugheit), die provozierende Gedanken zur Kunst der taktisch klugen Lebensführung [hervorhb. dh.] versammelt. Dieses – wohl sein berühmtestes – Werk wurde in den Jahren 1828 bis 1832 von Arthur Schopenhauer ins Deutsche übersetzt." (s. wikip. unter balthasar gracian)
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zum begriff der KALTEN PERSONA in der literatur gibt helmut lethen als ein leitendes beispiel WALTER SERNERs, (nach dem dafürhalten dhonaus der einzige deutsche dadaist von literarischer bedeutung) DIE LETZTE LOCKERUNG - HANDBREVIER FÜR EINEN HOCHSTAPLER

interessant ist hier besonders auch noch ein kapitel unter dem titel BRECHTS HANDORAKEL FÜR STÄDTEBWEWOHNER – insofern dieser brecht-text unserer werkstatt noch gar nicht bekannt ist. wir werden das in nächster zeit ändern
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herr von scheussenbach   354


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Dienstag, 21. Februar 2012


(hvs-71)
w nicht ww ...

ha ja ...




herr von scheußenbach ist das W im WW, oder wie das heißt? — es ist, als stünden ihm all Ihre W, Ihre WW, Ihre dingsbümser, meine verehrten damenherren, nicht wirklich zur verfügung, aber jetzt, mit einemmal denkt er, der verlorene baron, daß er gerade deswegen ein MENSCH ist, jetzt ist er sozusagen auf den letzten drücker ein wenig glückelich, wie er schon wieder anfängt, Ihre W Ihre WW eine damenherren, auf deren plastizität hin zu prüfen, er läßt sie gewissermaßen in seinen händen hin- und herrollen, der unverbesserliche von und zu tunichtgut
nach wochen eines stillstandes suchen wir einen symmetriebruch. es geht schlichtweg ums DASEIN: jeder mensch will verstanden (in seinem dasein für andere und von anderen) werden, sofern er nicht ein leid in sich trägt, für das er weder worte noch adressaten findet, also fängt er an sich unspezifisch aufs geratewohl oder auch in collisionsstellung auszudrücken (es geht dann also sozusagen erstmal darum, nicht verstanden zu werden), sodaß er anhaltendes rätselraten auslöse bei mitmenschen, die ihm sozusagen auf den leim gehen. dafür ist er in die relative verharrung gegangen, er weiß, er darf jetzt unter keinen umständen den eindruck erwecken, auch nur irgendetwas zu wollen.
dieser verharrungsmensch ist voller lageenergie, die sich jederzeit auf irgendetwas, irgend jemanden richten kann
herr von scheußenbach ist das auge im taiphun, oder wie das heißt? — es ist, als stünden ihm all Ihre worte, Ihre wörter, Ihre dingsbümser, meine verehrten damenherren, nicht wirklich zur verfügung, aber jetzt, mit einemmal denkt er, der verlorene baron, daß er gerade deswegen ein MENSCH ist, jetzt ist er sozusagen auf den letzten drücker ein wenig glückelich, wie er schon wieder anfängt, Ihre wörter, Ihre worte, meine damenherren, auf deren plastizität hin zu prüfen, er läßt sie gewissermaßen in seinen händen hin- und herrollen, der unverbesserliche von und zu tunichtgut




herr von scheussenbach   373


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Freitag, 16. Dezember 2011


(hvs-69)
es war TOLL
und ein unding



der große historische erfolg der psychoanalyse liegt darin, daß mit ihr und der traumexegese eine technik geboren war, themenhoheiten aufzubrechen und andere seiten des menschlichen raum zu geben (thematisch werden zu lassen).
damit war auch die idee, der mensch sei der souverän in "seinem eigenen haus", ins wanken gebracht.

respekt (auch als vorsichtigkeit) vor anderen menschen heißt in diesem zusammenhang auch, in dem sozialen feld den modernen dschungel erkennen zu können, der alle faszinosa, aber auch alle gefahren der ungebändigten natur in irgendeiner weise noch in sich hat. (wovon die zeitungen täglich voll sind)

... irgendwo stolpern Sie an einer x-beliebigen stelle (im text, in Ihrem eigenen text, den Sie lesen, weil Sie nicht glauben mögen, daß Sie Sie sind und nicht irgendein anderer), ... und dann, dann kommen Sie an eine UNSTELLE (ein parallellbegriff zu UNTIEFE) sie bocken auf, irgendwie gehts nicht weiter, chuck chuck dhonau, eine rhythmusvorgabe wie aus urzeiten, mammutbäume knarzen, fallen nieder, unaufhaltsam und doch ein halbes menschenzeitalter lang, bis sie dir krachend auf einen virtuellen fuß fallen. aualein! he he, denkst du, irgendwie ... ja, irgendwie, jaja, irgendwielich läuft die ganze weltgeschichte auf mich zu — und durch mich hindurch wie eine westerntrailzug aus den ersten stummfilmen, wo die leute, die ersten kinogänger, sich aus angst vom sessel fallen ließen aus angst von der filmlok überfahren zu werden. aber schon ist es zu spät, schon steht der alte, ewige knabe BOB DYLAN vor dir wie in den UGLY SEVENTIES, wo wir an der front standen aller weltnachrichten und heimlich in die hose schissen, weil wir es selbst nicht glauben konnten, wo wir uns hatten von uns selbst hinschieben lassen in die POP-AROUND-WORLD: überall ging eine pfeife rum, ein indianerstatist oder ein afrikaneger lagen in den zwischenzeilen herum und stanken für die welt.
neurosynaptisches phänomen, schauet
da [dh. hats selber noch gar nicht gelesen, dadorten]
he, wir, die ganze feuerwasser-enklaverei, sind unterdrückt, prominent auf umwegen sozusagen – und ihr, ihr statistentäterlein der großen oppression, wimmert, weil euch die schmerzen eingeholt haben, die subjektlos umeinander lagen. scheißdreck, schrien wir, an denen alle züge vorbeigefahren waren, scheißdreck, weil wir urteilssicher waren, aber gegenstandsschwach. wie ein schüler, der einfach wußte, was er hinzuschreiben hatte, solange nur kein thema vorgegeben war. wir betrachteten themenvorgaben als eine infame kampagne gegen alle freiheit

hello again!

herr von und zu scheußenbach, der herr über
bigwide blogger-world
ist ein judger vor dem
BIG BROTHER OVERHEAD PROJECT

einmal hatte er ein urteil (à la münchhausen an den haaren) aus sich heraus auf die welt gebracht: es lautete TOLL.

es — das war die lumpige schwester vom ES einer ORDNUNG namens VERNUNFT

also es (das dicke), jenes obskure objekt des von scheußenbach'schen urteils, explicite TOLL, wurde im verlaufe des fortgesetzten urteilens immer TOLLER, bis es (das dicke), das urteil über es (das dünne) schließlich alles an größe übertraf, worüber je geurteilt wurde, sodaß es (das dicke) selber in den hintergrund gedrängt wurde vom urteil über es (das dünne), nicht wahr.

wenn Sie, meine in alle verrücktheiten verliebten damenherren, jetzt lustvoll verwirrt sind, will Ihnen der prekäre baron mit diesem beispiel auf die sprünge helfen:

da gibt es doch leute, die aus dem kino kommen und total begeistert sind, weil der film, den sie gerade gesehen haben, so was von toll war, ganz toll lustig, ganz toll traurig, tolle schauspieler, tolle specials usw.

Sie sind dann selber ganz aufgeregt, weil alles so toll war, mein gott, so ein film müßte einem mal einfallen, so ein film TOLL, mit supertollen ideen ...

ein unding, das ist ein unthema, etwas, das nur mit spitzen fingern angefaßt werden will oder besser: das ist etwas, womit man sich nicht beschäftigen will und gerade darum erst eigentlich das, was thema genannt zu werden verdient, nämlich etwas, worum man auf dauer nicht herumkommt

oder auch etwas, das kein ding werden darf (nach irgendeiner konvention), etwas, worüber man eigentlich kein wort verlieren sollte, aber wer bestimmt, worüber gesprochen werden soll?


(c) dhonau


da braucht es schon einen

xtra kommissar,

einen unding-bearbeiter, einen themenkrieger sozusagen

die themensetzung ist bestandteil von kämpfen

MACHT bedeutet auch: das innehaben von

themenhoheit

ein ding ist etwas, worüber vor einer urteilsfähigen instanz verhandelt wird, um zur dingfestigkeit zu kommen ("etwas dingfest machen"). vgl. das thing, d. i. eine altgermanische gerichtsversammlung.



herr von scheussenbach   397


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Sonntag, 13. November 2011


(hvs-68)
männer sparen


















ein thema aus


herr VON + ZU befand sich in einer runde, in der sich ein paar menschen, so schien es jetzt, zusammengefunden hatten, sich ein wenig zu sortieren, gelegenheit zu haben, sich durch die worthandlung zu besondern, sich durch das abgehandelte wort voneinander zu unterscheiden.
und so waren die teilnehmer, ausnahmslos männer, alsbald auf das thema FRAUEN gestoßen, zwangsläufig, wie man meinen könnte, doch das schien ihnen selber zuletzt klar zu sein.

von und zu scheußenbach, der schreckliche baron, ließ sich hinreißen und ironiserte gegen die MODERNE FRAU. er, der tapfere unter den einäugigen, der unverdrossene unter den begriffsstutzigen, der wandersmann unter allen stubenhockern, bewundere vor allem die erfindung des MULTITASKING (eine raffinierte ummantelung der weiblichen konzentrationsschwäche).
der modern-irritierte mann (in dieser eher altmodernen ausprägung mittlerweile schon wieder im verschwinden begriffen) ist insgesamt ein wenig versteift, wenn er das so sagen dürfte, nicht wahr, sprach da der prekäre freiherr in seiner betont elaborierten art, nicht wahr. da war es an dem feinsinnigen freigeist aus einer metzgerdynastie, sein name tut hier nichts zur sache, jenes furchteinflößende wort in seiner ganzen lapidaren lautsinnlichkeit über die lippen rollen zu lassen: F..RR..AUUUU...EN

frauen wollen männer, aber was für welche, ist, scheint mir, unklar, so unklar, das in ihm, dem luxurierten abkömmling des schlachtadels, langsam der verdacht aufsteige, das ziel sei diese unklarheit selber, die das geschäft der desorientierung der männer betreibe, nicht wahr.

der von sich selbst erheiterte, altgewordene vertreter der metzger-jeunesse dorée ließ ein nachhallendes schweigen folgen, damit die hier versammelten endlich zu dem wohldosierten beifall kommen konnten, zu dem die whiskytrinker (glenfarclas oloroso sherry cask, also ein in alten sherryfässern gereifter single malt whisky) gerade noch in der lage waren, nicht wahr.

frauen, sprach da der inbegriffliche DRITTE, das sei ein thema für sich, nicht wahr ...

da lachten die 4 männer — prophylaktisch.


herr von scheussenbach   393


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Donnerstag, 13. Oktober 2011


(hvs-67)
herr von scheußenbach
der kosmo-aristokrat
(collagierte neuedition)


herr von scheußenbach ist ein wenig, also wirklich nur ein wenig, ein kleines bißchen, ein klitzekleines beißerchen redselig und vielleicht auch albern gestimmt. das hat ihn hinaus in die stadt getrieben. er führt sozusagen seine DEPLAZIERTHEIT spazieren. oder heißt es nach neuerer rechtschreibung: deplaTZhiertheit spaTZieren?
da fällt dem geneigten chronisten ein (auf dem stuhl sitzend und doch aus dem steg-reif), daß er mal einen cartoon vor zig jahren vor sich hatte, das zeigte (bild 1) einen hundebesitzer, der zu seinem hund PLATZ! sagte, und (bild 2) schon (peng!) platzte der folgsame in tausend hundefetzen.
vielleicht hatte unser herr von und zu scheußenbach aus scheußenbachhaußen eine nuance von diesem witz in seinem gefühl der depla(t)ziertheit mit sich getragen, mit welchem er in die stadt spaziert und an diesem studentencafé schon halb vorbeigegangen war, als er sich entschloß, auf der stelle kehrt zu machen und in eben jenes einzubiegen und schnurstracks an die theke zu wackeln und der studentenbedienung unumwunden beizubringen, daß er in die stadt gegangen war, ohne irgendeine genaue vorstellung zu haben, was er eigentlich in ihr zu tun gedächte. auf diese weise sei er in dieses café, das offensichtlich für junge unfertige menschen bestimmt sei, gekommen, er, der überhaupt nicht mehr junge, dafür aber umso fertigere mann frage sich nun, ob sie nicht irgendeine ecke für verirrte deplazierte hätten, wo er ein wenig rast halten könnte?
sind Sie raucher?
ja, gab der von scheußenbach zurück.
dann können Sie sich draußen hinsetzen. wenn Sie wollen serviere ich Ihnen ein witzki handwarm.
haben Sie einen GLENTHANATOS?
nein,
diasporium der deplazierten
tut mir leid, aber wäre Ihnen mit einem GLENEROS gedient?
so saß der herr von und zu bald auf einem thonet vor dem lokal und schaute leer und zufrieden in die stadtwirrnis hinaus, bis er endlich einen veritablen SPATZ im visier hatte, der da in einer pfütze stand und aber so was von blöd in die gegend glotzte.
mein gott, dachte der herr von scheußenbach da, mein gott!
herr von scheußenbach will butoh eurobutoh das ist das existenztheater das sagt urknall hat es nie gegeben, aberaber in jeder sekunde gibt es den urknall den sekundenurknall jede sekunde ist ein knall vergleichbar mit dem knallgetränk das wir sekt nennen andauernd knallt es in einem fort, aber diskret – im gegensatz zum: kontinuum (des ununterbrochenen).
herr von scheußenbach sagt alle die einen anfang haben wollen den anfang finden wie mit einem ariadnefaden den weg finden zurück und heraus aus ihrem leben vor ihr leben und einmal ihren anfang in den händen haben wollen, nicht wie diesen real-bewußtlosen anfang nein die wollen also sogar noch vor diesen anfang kommen um den anfang des anfangs zu verstehen; aber es gibt keinen wahren (individuellen) anfang genauso wenig wie es einen universalen gibt, auch kein ende natürlich, denn das leben, die existenzweise des einzelnen aus einem vielen heraus, taugt nicht zu einem universalparadigma, es gibt kein absolutes muster, nach dem alles gestrickt ist, nein, das gibt es nicht, weil es nicht einmal ein GEBEN gibt, sagt ein professor ohne lehrbefugnis im haus des herrn v. scheußenbach, der von sich sagt, er ist ein durch sich hindurchgehender im
pandämonium der selbstbezogenheiten
( freie radikale )
so heißt die diversifizierende kraft, welche unzählige verschiedenheiten der menschen-typen hervorbringt wie diejenigen, die voll und ganz sie selber sind, so satte persönlichkeiten wie der KERNER vom fernsehen oder solche die in augenscheinlicher differenz zu sich selber ihr leben fristen wie der HARALD SCHMIDT ebenfalls vom fernsehen oder auch solche die sich andauernd optimieren müssen wie eine nie versiegende resource in einer art selbstausbeutung etc etc
herr von scheußenbach verkörpert den typus des neben sich selbst stehenden in vollendung, herr von scheußenbach ist in außerordentlicher eleganz DANEBEN. unbrauchbar im sozialen sinn. sehr nützlich in einem übergeordneten sinn, denn von ihm geht nullkommanix die ausstrahlung weg, er könne auch nur irgend jemandem in irgendeiner klitzekleinsten angelegenheit helfen, er gehört nicht im ansatz zu irgendwelchen seilschaftsfähigen menschen, netzwörkern. aberaber er ist der tröster ohne worte er ist der endzeit-typus, er veranschaulicht den von der todesnachricht gehetzten menschen, daß es ein leben gibt ohne rechtfertigung ein leben ohne sinn frei von sinn frei von allem vorher nachher absolut frei unheimlich frei frei vor allem auch von sich selber ein leben das nicht jede sekunde (in der urknall-kaskade) festhalten will in erinnerungsalben. herr v. scheußenbach ist ein priester ohne religion ohne gemeinde ohne bethäuser herr v. scheußenbach ist ein könig ohne reich herr v. scheußenbach ist nicht einmal herr von scheußenbach wie diese ICHe, die sagen: ich bin ICH, nein so was vulgäres könnte herr von scheußenbach nie sein, denn er ist ein KOSMO-ARISTOKRAT (ohne stammbaum, versteht sich, ohne vor- und nachfahren)


hier endet der im titel angezeigte, neu aufgelegte ältere dhonaubeitrag zum thema kosmo-aristokrat.
eben, donnerstag, den 13. oktober 2011; 12:30 h, ereilt uns über eine im referrer angezeigte google-suche ein älterer begriff von kosmo-aristokrat — o heiliger schauer, und also der ordnung des altgriechischen stadtstaats verpflichtet.

ABER.

wenn wir zetbe daran denken, daß im sujet der alten amerikanischen western das grundmuster war, daß in irgendeiner stadt gewalt und willkür herrschte, die von der oligarchie, meist der mächtigsten viehzüchterfamilie, ausging, die alles einschließlich des marionettensheriffs in der hand hatte, bis endlich ein fremder held in die stadt kam, sich den stern ans hemd heftete und für recht und ordnung mit dem schnellsten aller revolver sorgte — da war LAW & ORDER kein reaktionärer begriff, sondern markierte eine utopie von der gleichheit vor dem gesetz und von unumschränkt geltender gerechtigkeit.

UND.

so ist der kosmo-aristokrat ein ruler, der maßstäbe setzt, was manieren und gezielte absenz angeht an den tresen dieser welt. saufen, aber nicht umkippen. dasein und zugleich fort. ganz ohr für den jeweils übernächsten, nicht wahr. alle nur beispielsweise gesprochen, nicht wahr?!

das utopicum ist, der infamen individualitätsideologie das zu nehmen, was wir access nennen. nicht mehr per mausklick zur verfügung stehen, dasein und doch fort, nicht wahr?!




herr von scheussenbach   408


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Montag, 21. Februar 2011


(hvs-66)
am unterscheidungsrand
vom allgemein alltäglichen
(gesellschaftlicher vereinbarung, dem konventionellen)
zum abweichend individuellen

eine epikureische geschichte


für die hartelinie

es war an einem schönen zappendusterdonnerstag, herr v. u. z. scheußenbach langweilte sich gar nicht wenig, saß da, vor, neben oder in seinem teller, und rang um eine träne, preßte und preßte, bis ihm endlich ein dicker tropfen zwischen die beine klackste. solche dinge tat er, wenn er mit sich alleine war.
mein gott, dachte er, es ist als hätte ich meine höchsteigene nummer gewählt, schon klingelt es am anderen ende der langen leitung.
ist das lustig, höre ich mich sagen. aber so als würden mich die worte, die mir da entkommen und doch an mich selber gerichtet sind, hinter sich herziehen. worte, die schon lange nicht mehr im gebrauch waren (brachland). manche, die ich nur aus der ferne zu kennen (strangeland) schien, nie benutzt hatte. so wie "krümel" zum beispiel. seltsam. KRÜMEL. immer wieder sprach ich es laut vor mich hin. es klang mit der zeit immer ekliger. immer hohler, es tat mir richtig weh im resonanzkörper. krü-mel, krü-mel, krü-melll
scheiße, dachte ich, scheiße, totale scheiße. ich war von den socken, endlich wußte ich, daß ich nichts, also beinahe das NICHTS (in einer rudimentären form des prädizierens – oi!!) (aus)sagen KONNTE (also dazu beFÄHIGT war), nicht, wie es etwa von UNFÄHIGEN politikern gesagt wird, daß sie redeten, ohne etwas zu sagen. so ein allgemeines gequatsche der LEUTE halt, wenn sie über diese kaste herziehen.
nein, ich konnte so ein wort, irgendeines hinstellen und durch bloßen gebrauch implodieren lassen. mein gott, war mir schlecht, es war als würden sich mein hirn, von zelle zu zelle, mit sich selber unterhalten, und mit nur diesem einen ziel, nämlich MICH unbeteiligt zurückzulassen.
krank, absolut krank, dachte ich, und beschwor mein zwerchfell, ruhe zu geben. vergeblich. ich versank regelrecht in einem mich umwölkenden donnerkrachenden lachen.
seit ewigen zeiten meide ich meine gesellschaft. halte mich zurück. oder gehe mir aus dem weg. ja. aber. kommt mir wieder so ein freilaufendes opfer unter, so ein schwach eingehegtes, von allzuvielem gebrauch verschontes wörtlein, dann gebe ich das kommando und packe es beim SCHOPFE (in diesem altem "e"-dativ), setze es aus in einem unerprobten zusammenhang mit quasi herumstehenden anderen wörtern.
man könnte dieses verfahren die neurotisierung des normierten gebrauchs nennen. ein verflüssigungsverfahren, das hier unserem mit-blogger hartelinie gewidmet ist.




herr von scheussenbach   390


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Montag, 7. Februar 2011


(hvs-65)
(7) — zum thema übung, wiederholung, alltag

oder einfach: BJÖRK
(das außen in unserem innern)


herr von und zu scheußenbach aus scheußenbachhausen ist weltweit bekannt als apologet des alltags. und so schaut er in die runde seiner zuhörer weit und breit, als wollte er die gesichter erst erschaffen, die seiner rede beiwohnen:
verehrte damische und herrische! wie das atmen, das Sie im leben hält, lebt der alltag von dem hingegebensein an das JA und NEIN, das AUS und EIN. wie oft Sie sich auch abgeschnitten, einsam oder isoliert fühlen mögen, Sie stehen, solange Sie leben im austausch mit Ihrer umgebung. auch wenn Sie ein ganz großes NEIN verkörpern zu dem, was WELT sein will, Sie bauen sie mit, so oder so, Sie sind beteiligt, Sie gehören dazu, gerade auch, wenn Sie ein AUSSEN im INNEN repräsentieren, helfen Sie durch ihre bloße existenz schon, das GANZE (unserer großen und kleinen gemeinschaften) nicht in luftdichter versieglung ersticken zu lassen, sondern hinreichend OFFEN zu halten. darum rufe ich allen, die sich als AUSSENSEITER fühlen, vielleicht gar an den rand gespült wähnen und von LIEBESENTZUG geschwächt, ja, rufe ich all diesen zu: seid euch eurer großen aufgabe bewußt, geht erhobenen hauptes durch all die fröstelnden gemeinschaften hindurch. ihr dürft diese eure sogenannte desintegriertheit leben, ihr müßt euch nicht dem zwang unterwerfen, so zu sein wie all die anderen (die es ja so gar nicht gibt). ohne euch ersticken sie alle. ihr leistet liebesdienste, wenn ihr euch agiert und nicht wie die ungeliebten opfer herumlauft. versteht die, die euch nicht verstehen, aber kriecht nicht wie die geprügelten hunde in irgendwelche wimmerecken.

ich, beschließt der freiherr seine rede, werde mich jetzt ein wenig dem alltag hingeben, etwas die wohnung aufräumen, brot einkaufen und bier. aber zuerst wasche ich mir die haare, föhne sie und zaubere mir eine frisur hin, äh, die sich gewaschen hat ...

wieder einmal sehen wir hier und dort, daß die hochkomplexe leistung rsp. das hochkomplexe geschehen, ein mensch zu sein, sich darin zeigt, die hoch- gegensätzliche abgrenzung/selbstsetzung (individuierung) versus durchlässigkeit/ver- bundenheit/austausch (sozialisierung) in ein integral zu übersetzen rsp. als ein integral zu erleben




herr von scheussenbach   383


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Dienstag, 1. Februar 2011


(hvs-64)
(1) — übung wiederholung alltag

immer das gleiche
du mußt ins kloster
wenn du das verstehen lernen willst


herr v. u. zu scheußenbach geht gern spazieren zum beispiel in einer zeitschriftenlandschaft. Sie glauben gar nicht, meine damischen herren, was es da alles zu bestaunen gibt. heute, am dienstamvolkstag, stieß der freie herr aus einstmals erniedrigten schichten auf ein monasterisches blatt. da hielt er inne, denn das war es, was ihn schon immer am thema interessiert hatte, diese bereitschaft, in der welt sich derart abzuschließen, als gäbe es eine schlüssige methode, sich aus ihr zu lebzeiten schon für lebenslang zu verabschieden. ja, diese umständliche, keine umstände scheuende erklärung, meint das klaustrophile leben im kloster. was unseren herrn von scheußenbach insbesondere interessiert, ist der begriff der regula (siehe zum beispiel die regula benedicti).

wir kennen regel als ausdruck für die weibliche monatsblutung. das, was jeden monat wiederkehrt. damit sind wir schon, sagt der meister kommunikativer diabolik, bei einem grundlegenden begriff des lebens. das zu befruchtende ei "wartet" auf den impuls, der das leben wiederholt. diese übertragung sichert die erhaltung der gattung.

die regeln, die sich jede gemeinschaft (explizit oder implizit) gibt, betrifft das alltägliche zusammenleben der einzelnen.

da kommt dem freiherrn ein bitterer lacher auf. denn einst hatte er einer dame seines begehrens ins ohr geflüstert, mit ihr das alltägliche leben teilen zu wollen. er hatte zu ihr in warmen, einfühlsamen worten gesprochen, wie schön es doch sein muß, tag für tag gemeinsam auf dem ehelichen sofa zu sitzen und sich der television hinzugeben. natürlich wollte er der armen einen schrecken einjagen, wußte er doch, daß sie aus der fraktion der antibürger stammt, die sich das ideal auf die fahne geheftet haben, kein tag solle wie der andere sein. wenn die sogenannte routine, das karussell des immergleichen täglichen tuns, das leben auf sparflamme bringe, dann gibt's nur eines: auf und davon.

aber das principium des lebens ist wiederholung: zellteilung, atmung, herzschlag, frühling-sommer-herbst-winter, erddrehung, geburt-tod, etc.

und so ist auch der begriff der regel in seiner allgemeinen geltung höchst ambivalent. die regel ist das ausformulierte muster, das zur nachahmung, wiederholung dient. zugleich wird ein allzu offensichtlich nach solchen regeln geführtes leben als anti-leben angesehen. dennoch kommen wir um gewisse regeln nicht herum. eben alles, was schon von natur zyklisch ist. und im begriff des zyklus als dem stärksten bild des wiederkehrenden: der kreis. das, was kreislauf ist, etwa blutkreislauf, der kreislauf der jahreszeiten, wasserkreislauf, ist mehr oder weniger nahe am prinzip des lebens.

auch wenn wir von der mühle des lebens sprechen ist der aspekt des immerwiederkehrenden angesprochen.

der freiherr von scheußenbach lacht auf, da er in die runde seiner flüchtigen zuhörer schaut


herr von scheussenbach   286


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