und der star star star ist der näch ste verwandte des idioten idioten idioten
(neuedition in assoziation zu den letzten einträgen "alltag ...")
wenn das idio - tische in der trenn(- ungsun -)schärfe von privat und öffentlich seinen ursprung hat, ist der star eine variante des idioten. denn ein star gehört allen, es ist sein insgesamtes leben, das von öffent- lichem interesse ist. naturgemäß ist es die standard- klage der stars, kein privatleben zu haben. ein kluger star unterliegt nicht dieser verwischten grenze von privat/öffentlich, sondern er agiert sie. so wie ein kluger idiot sich nicht im öffentlichen privat verhält, sondern nur die form dieses verhaltens benutzt. er über - setzt seine re - lative beziehungsUN - fähigkeit sozusagen in ak - tions - freiheit. der idiot verstärkt so die sorge um sich selbst in eine allgemeine sorge um ihn. wir lieben den idiot auch als eine variante des genies, das (ungeschützt bedürftige) natu - Rge - nie nämlich
(hvs-65) (7) — zum thema übung, wiederholung, alltag
oder einfach: BJÖRK (das außen in unserem innern)
herr von und zu scheußenbach aus scheußenbachhausen ist weltweit bekannt als apologet des alltags. und so schaut er in die runde seiner zuhörer weit und breit, als wollte er die gesichter erst erschaffen, die seiner rede beiwohnen: verehrte damische und herrische! wie das atmen, das Sie im leben hält, lebt der alltag von dem hingegebensein an das JA und NEIN, das AUS und EIN. wie oft Sie sich auch abgeschnitten, einsam oder isoliert fühlen mögen, Sie stehen, solange Sie leben im austausch mit Ihrer umgebung. auch wenn Sie ein ganz großes NEIN verkörpern zu dem, was WELT sein will, Sie bauen sie mit, so oder so, Sie sind beteiligt, Sie gehören dazu, gerade auch, wenn Sie ein AUSSEN im INNEN repräsentieren, helfen Sie durch ihre bloße existenz schon, das GANZE (unserer großen und kleinen gemeinschaften) nicht in luftdichter versieglung ersticken zu lassen, sondern hinreichend OFFEN zu halten. darum rufe ich allen, die sich als AUSSENSEITER fühlen, vielleicht gar an den rand gespült wähnen und von LIEBESENTZUG geschwächt, ja, rufe ich all diesen zu: seid euch eurer großen aufgabe bewußt, geht erhobenen hauptes durch all die fröstelnden gemeinschaften hindurch. ihr dürft diese eure sogenannte desintegriertheit leben, ihr müßt euch nicht dem zwang unterwerfen, so zu sein wie all die anderen (die es ja so gar nicht gibt). ohne euch ersticken sie alle. ihr leistet liebesdienste, wenn ihr euch agiert und nicht wie die ungeliebten opfer herumlauft. versteht die, die euch nicht verstehen, aber kriecht nicht wie die geprügelten hunde in irgendwelche wimmerecken.
ich, beschließt der freiherr seine rede, werde mich jetzt ein wenig dem alltag hingeben, etwas die wohnung aufräumen, brot einkaufen und bier. aber zuerst wasche ich mir die haare, föhne sie und zaubere mir eine frisur hin, äh, die sich gewaschen hat ...
wieder einmal sehen wir hier und dort, daß die hochkomplexe leistung rsp. das hochkomplexe geschehen, ein mensch zu sein, sich darin zeigt, die hoch- gegensätzliche abgrenzung/selbstsetzung (individuierung) versus durchlässigkeit/ver- bundenheit/austausch (sozialisierung) in ein integral zu übersetzen rsp. als ein integral zu erleben
dhonau kann sich erinnern, als er einmal jung war, noch jünger als heute, also außerordentlich jung, war er gar nicht einmal so jung, denn es gibt doch ein verhalten, das ganz dem wort ver-halten entspricht, nämlich wie man zum beispiel sagt, jemand sei verhalten, im gegensatz zu reflexhaft, impulsgesteuert, spontan. ja, der blutjunge (wieder so ein eigenartiger ausdruck) dhonau hatte die damals noch obligatorische prüfung zum übertritt in die oberschule (wie es damals hieß) wegen krankheit nicht machen können, bekam deshalb einen nachtermin mit ein oder zwei anderen schülern aus den parallellklassen. diese terminliche heraushebung war es vielleicht auch, die den ca. 10jährigen burschen dazu brachte sich zu FORMIEREN; d. h. nicht sich richtung prüfung fallen zu lassen oder das abstrakte gegenteil: wie blöd zu lernen, auf diese prüfung hin sozusagen loszurasen; nein, der formierte bursche fing an (ohne ein zutun irgendwelcher erwachsener), jeden morgen sich mit einer decke ein ruhiges ungestörtes ecklein zu suchen und gymnastikübungen zu machen, die er aus dem handballtraining kannte. das stabilisierte seine formiertheit, seine gerichtetheit, konterkarierte nervösheiten. die ganze sache lief, wen wundert's, wie geschmiert. ein sich übender mensch entwickelt einen sinn für form(en). ein blockierter mensch will da durch, wo er sich schon x-mal eine blutige nase geholt hat, besser noch eine blutige stirn. und stabilisiert dadurch das, was wir blockade nennen. bloß, weil irgendwo tür oder durchgang steht. da muß aber gar keine tür (kein durchkommen) sein. variabilität entsteht nicht durch allzu inhaltslastiges denken. phantasie ist nicht so sehr ein spiel mit inhalten, sondern vielmehr mit formen. fixiertheiten verlangen lockerungsübungen, es braucht sozusagen einen sinn für gymnastisches vorgehen. wer sich üben will, gymnastik machen möchte, muß sich einen rahmen dafür schaffen; sozusagen in clausur gehen
mit diesen beiden aspekten haben wir den ursprünglichen sinn des klosters in seiner abstraktesten, vom rein religiösen abgesehenen form skizziert.