von der antiken tragödie zum arrangement moderner urbanität
von giambologna raub der sabinerin (1581-83); [hier bearbeitete aufnahme, in 2 varianten] marmor, ca 4m hoch florenz loggia dei lanzi
der gründungsmythos roms enthält die geschichte vom raub der sabinerinnen. der schildert die frauen zwischen denjenigen, den römern, von denen sie aus frauenmangel gestohlen worden waren und mit denen sie sich über die langen jahre als ehefrauen arrangiert hatten, und den sabinern, ihren um ihre frauen gebrachten vätern und brüdern. die einen standen mit den anderen in unversöhnlicher bluttriefender fehde. um das schlimmste zu verhindern, schafften die sabinerinnen einen ausgleich, man könnte sagen zwischen (verlorener) herkunft und (noch nicht vollendeter) ankunft. den einen machten sie klar, daß in solch einem krieg ihre männer und kinder sterben, den anderen, daß sie ihre väter und brüder verlieren würden.
strukturell gibt dieser mythos her, daß involviertheit (verstrickung) unglück heraufbeschwört, aber zugleich das mittel zeitigt, es aufzulösen.
noch mehr vielleicht enthält er die botschaft eines urbanen pragmatismus, kultur zu verstehen als ein arrangement des unvereinbaren auf der grundlage des undenkbaren
der raub der sabinerin
der gründungsmythos roms enthält die geschichte vom raub der sabinerinnen. der schildert die frauen zwischen denjenigen, den römern, von denen sie aus frauenmangel gestohlen worden waren und mit denen sie sich über die langen jahre als ehefrauen arrangiert hatten, und den sabinern, ihren um ihre frauen bestohlenen vätern und brüdern. die einen standen mit den anderen in unversöhnlicher bluttriefender fehde. um das schlimmste zu verhindern, schafften die sabinerinnen einen ausgleich, man könnte sagen zwischen (verlorener) herkunft und (noch nicht vollendeter) ankunft. den einen machten sie klar, daß in solch einem krieg ihre männer und kinder sterben, den anderen, daß sie ihre väter und brüder verlieren würden.
strukturell gibt dieser mythos her, daß involviertheit (verstrickung) unglück heraufbeschwört, aber zugleich das mittel zeitigt, es aufzulösen.
noch mehr vielleicht enthält er die botschaft eines urbanen pragmatismus, kultur zu verstehen als ein arrangement des unvereinbaren auf der grundlage des undenkbaren
CHRISTUS - als antikrieger u. als reflex auf die römisch-griechische kriegskultur
wenn wir die römische kultur als die adaption des griechentums nehmen, das selbst eine adaption auch und vor allem der ägyptisch-mesopotamischen welt ist,
dann haben wir eine seite des menschen vor uns, die alle kultur an kriege gebunden sieht. so gesehen ist das erscheinen einer "ideologie" des friedens in der gestalt von jesus christus eine systemisch zwangsläufige folge in der geschichte des bewusstseins-"tieres" mensch
aus dem wikip-artikel: >CHRISTENTUM<
"Das Christentum ist eine gestiftete, monotheistische und missionierende Religion. Seine Wurzeln liegen im Judentum, in Palästina, zur Zeit der römischen Herrschaft zu Beginn des 1. Jahrhunderts. Das Christentum geht zurück auf die Anhänger des jüdischen Wanderpredigers Jesus von Nazaret. Jesus wird von den Christen als der Christus (der Gesalbte), also der jüdische Messias, verehrt sowie als der Mensch gewordene Sohn Gottes.
Der Kern der christlichen Religion rührt nach ihrem Selbstverständnis aus der bedingungslosen Liebe Gottes gegenüber den Menschen. In dieser Liebe, in der sich Gott offenbart bzw. sich selbst erschließt, wird die Beziehung Mensch-Welt-Gott geklärt.
Der Tod Jesu Christi am Kreuz wird dabei als dienende Erlösertat Gottes angesehen. In Jesus sei somit die Schuld und Sünde der gesamten Menschheit aufgehoben, wobei diese Sündenvergebung für den einzelnen in der von Gott geschenkten glaubender Annahme abhänge."
+ aus dem wikip.-artikel: >CHRISTUS<
"Neues Testament
„Jesus Christus“ ist im NT ursprünglich ein zum Namen konzentriertes Glaubensbekenntnis. Es setzt sich aus Jesus, der Gräzisierung des hebräischen Vornamens ישׂוּע (Jeschua), und Christus, der Latinisierung von Χριστός (Christós), der griechischen Übersetzung des hebräischen Titels משׂיח Maschiach („Gesalbter“, eingedeutscht „Messias“) zusammen. Die Verbindung des hebräischen Vornamens mit dem griechisch-lateinischen Titel ist als griechischer Nominalsatz ohne Verb bereits die wesentliche urchristliche Glaubensaussage: „Jesus ist der Messias“."
torbögen und gläserne himmel
und steht gern in einer schlange
und schaut und schaut
jeden tag besucht er eine baustelle
und schaut und schaut
und sitzt gern auf einem platz mit kopfsteinpflaster
und schaut und schaut
früher hat er auch noch zigarillos geraucht und durch den rauch durchgeschaut und schaut
in die weite ferne
leider haben ihm die zigarillos
eine allgemeine vernunft abgewöhnt
aber geblieben ist das schauen und schauen
er selbst nennt sich einen schauweltenmeisteranwärter