die hausmeister balan und bossel hatten wieder einmal mächtig zu tun; die chefinnen rita ballaballa und renate hausfrau hatten ihre bestientetinnen und bediensteten zu einer
vv
(vollversammlung) geladen.
es galt das motto für die nächste arbeitswoche von sonntag bis sonntag zu bestimmen. die hausmeister mussten die technik auf vordermann und frau bringen, overheadprojektoren und multimediaapparate bereitstellen, die folien aussuchen etc pp; die stammkundschaft, wie zetbe der direktor von den ansässigen stadtwerken und sein bodybuilderbodygardchauffeur, der in der MUTTER TOLLE ROSE nur dromedar genannt wurde, mussten freundlichst abgewiesen werden, sie hatten das schild
WEGEN VV HEUTE GESCHLOSSEN
übersehen das schlussthema der vv war wie üblich spiritueller natur und hieß:
leiden im freudenhaus
diesmal sprach die vorsprecherin (angela de angina) das gebet, da wurde die kundenkartei vorgelesen von abel, anton bis zygmann, ziegfried - ohne kommentar.
anschließend ging die ganze belegschaft in eine anhaltende rituelle jammerei über - so in der art ungefähr: ogottogott, gottstehunsbei oder jesusmariaimhimmel ...
zum abschluss bekamen alle von den hausmeistern balan und bossel champagner serviert. achso, das ausgewählte motto für die nächste arbeitswoche war: gutta cavat lapidem non vi sed saepe cadendo
(die härte des steins findet den fallenden tropfen wieder und wieder)
das brauchen SIE nicht glauben, mein katzerl und i, wir sind zusammen ein richtiger tiger, da brauchen SIE nicht dengen, dass sie uns da anschmusen müssen mit IHREM schmusgsicht, ihrem blöden
ich sags lieber zweimal:das brauchen SIE nicht glauben, mein katzerl und i, wir sind zusammen ein richtiger äh wolferl, da brauchen SIE nicht dengen, dass sie uns da anschmusen müssen mit IHREM schmusgsicht, ihrem blöden
oder dreimal:das brauchen SIE nicht glauben, mein katzerl und i, wir sind zusammen ein richtiger dingsbumms, da brauchen SIE nicht dengen, dass sie uns da anschmusen müssen mit IHREM schmutzgsicht, ihrem greißlichen
von der antiken tragödie zum arrangement moderner urbanität
von giambologna raub der sabinerin (1581-83); [hier bearbeitete aufnahme, in 2 varianten] marmor, ca 4m hoch florenz loggia dei lanzi
der gründungsmythos roms enthält die geschichte vom raub der sabinerinnen. der schildert die frauen zwischen denjenigen, den römern, von denen sie aus frauenmangel gestohlen worden waren und mit denen sie sich über die langen jahre als ehefrauen arrangiert hatten, und den sabinern, ihren um ihre frauen gebrachten vätern und brüdern. die einen standen mit den anderen in unversöhnlicher bluttriefender fehde. um das schlimmste zu verhindern, schafften die sabinerinnen einen ausgleich, man könnte sagen zwischen (verlorener) herkunft und (noch nicht vollendeter) ankunft. den einen machten sie klar, daß in solch einem krieg ihre männer und kinder sterben, den anderen, daß sie ihre väter und brüder verlieren würden.
strukturell gibt dieser mythos her, daß involviertheit (verstrickung) unglück heraufbeschwört, aber zugleich das mittel zeitigt, es aufzulösen.
noch mehr vielleicht enthält er die botschaft eines urbanen pragmatismus, kultur zu verstehen als ein arrangement des unvereinbaren auf der grundlage des undenkbaren
der raub der sabinerin
der gründungsmythos roms enthält die geschichte vom raub der sabinerinnen. der schildert die frauen zwischen denjenigen, den römern, von denen sie aus frauenmangel gestohlen worden waren und mit denen sie sich über die langen jahre als ehefrauen arrangiert hatten, und den sabinern, ihren um ihre frauen bestohlenen vätern und brüdern. die einen standen mit den anderen in unversöhnlicher bluttriefender fehde. um das schlimmste zu verhindern, schafften die sabinerinnen einen ausgleich, man könnte sagen zwischen (verlorener) herkunft und (noch nicht vollendeter) ankunft. den einen machten sie klar, daß in solch einem krieg ihre männer und kinder sterben, den anderen, daß sie ihre väter und brüder verlieren würden.
strukturell gibt dieser mythos her, daß involviertheit (verstrickung) unglück heraufbeschwört, aber zugleich das mittel zeitigt, es aufzulösen.
noch mehr vielleicht enthält er die botschaft eines urbanen pragmatismus, kultur zu verstehen als ein arrangement des unvereinbaren auf der grundlage des undenkbaren