herr von scheußenbach schreit seinen namen ins weltall, dabei haßt er all die namen, die wie haltegriffe von der decke baumeln, jeder wankelmütige idiot greift da hinein:
herr von scheußenbach ist online und sauer, ganz allgemein, ein bißchen online und ein bißchen sauer. früher, vor den zeiten der webworld, ist herr scheußenbach auf den marktplatz gegangen und hat ein bißchen losgeschimpft: die regierung ist schlecht, aber noch schlechter als der regierung ist das volk schlecht, das auf die regierung schimpft wie auf das wetter. heute spricht herr v. scheußenbach einfach hin und wieder ins netz hinein, daß es ihm heute zum beispiel nicht speiübel ist, aber eine vorstufe davon; wenn es so weiter geht, dann muß er sich bald online übergeben, weil alles heute so witzig sein muß wie das koch- und comedian-tv. überall macht einer irgendeinen politiker nach, weil ein politiker das letzte ist, das ist jedenfalls das erste, was den leuten vom volk, also uns, einfällt, wenn sie im fernsehen irgendwas sagen wollen, das auf allgemeine zustimmung stößt. herr v. scheußenbach sagt ins netz hinein: gutenacht, ihr erniedrigten und geschundenen seelen, gutenacht, ihr witzigen kochsendungsanschauer- und beschimpfer, gutenacht. herr von scheußenbach hat jetzt einen richtigen online-krampf, gutenacht, herr von scheußenbach
herr von scheußenbach ist online und beispielsweise säuerlich, ganz im allgemeinen, ein bißchen online und ein bißchen sauer. früher, vorm urknall der webworld, ist freiherr von scheußenbach auf den marktplatz gegangen und hat ein bißchen lospalavert: der regierung ist schlecht, aber noch schlechter als die regierung geht's dem volk, das auf die regierung gießkannenmäßig speit wie der regen auf die erde niederfällt. heute spricht herr v. scheußenbach einfach ins netz rein, daß es ihm heute zwar nicht speiübel ist, aber eine vorstufe davon; wenn es so weiter geht, dann muß er sich bald online überstülpen, weil alles heute so überstülpend witzig ist wie das koch- und kotz-tv. bulimie-tv. überall macht einer irgendeinen politiker nach, der zum kotzen in den keller geht, kommt wieder hoch und lächelt ins volk hinein. herr v. scheußenbach sagt: gutenacht, ihr erniedrigten und geschundenen seelen dieser tv-republik, gutenacht, ihr witzigen kochsendungsbulimisten, gutenacht. herr von scheußenbach hat jetzt einen richtigen online-krampf, gutenacht, euer freier herr von scheußenbach
wenn wir über wetten-dass redeten, müßten wir uns zuvor – um im RAHMEN zu bleiben – darüber verständigt haben, aber nur im vorübergehen, auf die blödmarke, die diese sendung darstellt (leer, hohl, nichtssagend); dann wären wir bei dem, was diese sendung am rande des besprechungs- und beziehungswahns der total verblödeten republik ist, nämlich AUCH (und schlußendlich vor allem) ein verständigungsmittel der blödheimer im blödland. der blödheimer ist der vornehmere bruder des blöden. während wetten-dass über alle blödigkeit (das ist die offensive schwester des blöden) hinweg in einer erhabenen inhaltslosigkeit erstrahlt und der große meister GOTTSCHALK (ein nachgerade überzeugender künstlername) quasi mit einer großen wundertüte herumgeht, aus der er ein nichts nach dem anderen herauszaubert und dabei ein genialisch-leeres lächeln dazu auspackt in stoischer dauerwiederholung. während er, der dalai lama der leeren unterhaltung und der nation, selber den orden darstellend, den er sich redlich verdient hat, verdrehen alle dauer-gymnasiasten der überqualifizierten bildungsschicht die augen. aber das sehen sie ein: irgendwo müssen ja die blöden eine heimat haben.
und wieder hat einer am schlabbern seine eigenen phantomtiere erkannt, man-glaubt-es-nicht, und in hollywood haben sie wieder einen film-für-uns-alle gemacht, und boris-becker(-weiß-auch-nicht-mehr-warum-es-ihn-gibt) ist da mit seiner neuen sparflamme; irgendwelche deutschen schauspieler sind auch dazu bereit in diesen orden, der für-alle-und-niemand-da-ist einzutreten. und gottschalk, der zeremonienmeister des übergreifenden nichts, stellt die einzige frage, die in dieser sendung erlaubt ist, an die verrückten der nation und den rest der welt: bei aller verrücktheit sind wir doch, geben Sie es zu, dochdochdoch NORMAL-wie-du-und-ich geblieben? ja, herr gottschalk, da haben Sie recht, wir wissen auch nicht, wie wir das ganze und diese sendung überstehen ... nur einmal, vor hundert jahren etwa, war ein gewisser KLAUS KINSKI da, den fragte der pfingstochse der nation diese mörderfrage: lieber klaus, du bist ja bekannt als ein ganz verrückter uhu, aber wenn man dich näher kennt, dann ... gell ... sag, du empfindest doch auch wie du-und-ich und liebst die menschen, die da vor dir in der andacht liegen, weil sie es nicht glauben können, was Sie da sehen? – sag, klaus, du bist doch auch irgendwo ein ganz NORMALER MENSCH, oder? doch der kinski schaute dem gottschalk genau zwischen die augen und schickte ihm die letale botschaft: junge, ich weiß gar nicht, was du meinst. der gottschalk wiederholte seine frage in x variationen, aber der kinski blieb hart: ICH DICH NIX VERSTEHEN, KUHHIRTE (aber wenn ich dich allein im dunkeln zu fassen kriege, blase ich dir den garaus)
gut, der kinski, da hatte der anwalt der NORMALEN, unser tommy, schon recht, war irgendwo irgendwie und ganz zum schluß auch einer-wie-du-und-ich, vor allem in dem moment, wo er anfing, solange ins gras zu beißen, bis er verschieden war (von allen hinterbliebenen) das war der paradoxe heilige moment, wo er für alle zeit und in ewigkeit-amen NORMAL wurde ...
jedes bewußtsein ist nur möglich, weil es gegen, mit, an, in der nähe von, etc. anderen "bewußtseinen" stattfindet. (denn wie die sprache, mit der doch jedes bewußtsein einhergeht, nur aus dem ZWISCHENmenschlichen herkommt, so gilt das auch für alle anderen gewährsformen (s. die steuer-/speichersysteme) des lebens. (so wie ein quantentheoretiker, wenn ichs richtig verstanden habe, auf die frage, was war zuerst da: henne oder ei? antworten würde: das ODER. anders ausgedrückt: die relation, die beziehung etc.) ein bewußtsein, das ist die EINE welt, wie sie in bezug auf ein menschenleben hin organisiert erscheint. daß wir von EINER EINZIGEN + GANZEN welt sprechen, als ob sie ein abgeschlossenes system sei (das ja immer ein INNEN u. AUSSEN nahelegt), liegt an diesem (projektiven) bezug von einem menschenleben/bewußtsein auf die gegenstände (des bewußtseins) hin, das sich nur als ein einzelnes (individuales) abgeschlossenes denken kann mit einem bezug auf eine (uns bergende) transzendenz, die wir z. b. als seele denken, in der gleichsam alles höhere repräsentiert ist. wir übertragen unseren begriff des lebens auf alles, was dem leben vorausgeht, nachfolgt oder was es übersteigt. [um einerseits wohl seine hinfälligkeit (endlichkeit) zu pulverisieren (siehe: das ewige leben) und andererseits, um alles jenseitig dunkle doch noch "auf den letzten drücker" durch die helligkeit unseres verstehens zu erfassen] aber auch diese zeitlichkeit ist eine bloße kategorie des lebens. dennoch muß man deswegen nicht notwendigerweise ein agnostiker in der allerletzten konsequenz sein. denn die wahrheit läßt sich vielleicht nicht in eine unumstößliche formel bringen, aber daß es sie gibt, zeigt sich vor allem dann, wenn wir auf diesen ihren begriff nach einer äußersten denkmöglichkeit verzichteten. es bliebe dennoch wahrheit übrig. das ist ein lied, das sich quasi selber singt, in das wir zuerst gleichsam pantomimisch einstimmen (ein lippenbekenntnis sozusagen) – solange, bis wir glauben können, es wäre allein unserem erkenntnisvermögen geschuldet – und dann fangen naturgemäß wieder alle zweifel an, die all unser tun und lassen begleiten ...