(hvs-9) herr von scheußenbach war auch mal gewest ein bäbi
boa boa, hat das bäbi denkt, boa, wenn es schon ghabt hätt wörter, boa, wo bin ich?
urplötzlich war es nämlich da, auf einmal, boa
vorher wars total weg
ihr hätt das mal sehn solln, aber das könnt ihr nicht mit eure wörteraugn, denn wenn die wörteraugn auch plötzlich da sind plötzlich, da kannst du nix sehn, was nicht da ist das is ein jammer, boa sagt das bäbi herr von scheußenbach
akzentverschiebung in der debatte: vom großen neid zur globalen gier
interessant wie sich die debatten um ein und dasselbe durch eine akzentverschiebung verändern: ging früher noch die rede von der neid-debatte um, haben wir jetzt einen globalen gier-diskurs. ging es noch vor kurzem darum, daß der staat als eher zurückhaltender minimal-akteur gewünscht war, ist jetzt der regeln setzende staat oder eine internationale gemeinschaft von staaten gefragt, die der wirtschaft und den finanz-systemen vorgaben setzt – mit dem ziel, sie oder ihre führenden akteure zu zivilisieren
herr von scheußenbach sagt, jede einkauferei ist unserer tage die allseits bekannte tortur (manche nennen das shopping). d. h. eine rempel-pempel-ei in den verschiedensten abstufungen. da gibt es neben und in den fußgängerzonen die passagen und passagen-trakte, einkaufshöfe auch genannt, dort wirst du zwar kaum noch gerempel-pempelt, so direkt, aber irgendwie gibt es da ein schauend-nichtschauen, so ein routiniertes abstreifen der visuellen szenarien, ohne irgendwo augen-rast zu machen, außer in den waren-auslagen und schaufenstern natürlich. (und daß das auch eine rempel-pempelei irgendwie ist, merkst du erst, wenn du wieder zuhause bist und nur noch k.o. in irgendeiner ecke flezen kannst) du bist – in rempel-pempel-world – mehr geschoben, von innen oder außen, je-nachdem, als daß du dich bewegst. oder in diesen suhupermärkten zetbe, wenn du irgendwo in ein regal schauen willst, drängt sich garantiert so ein infernalisches biest vor dich hin, die macht einen auf total muh, sieht dich nicht, und das dich-nicht-sehen ist eine irgendwie hocheingeübte sache. irgendwo steht wieder eine magersüchtige (aggressionsopfer) und untersucht die (maso-)tomaten (im gegensatz zur: KILLER-TOMATE) mit lupenblick (maso-waffe) auf makelstellen, legt sie wieder zurück, weil alle unzureichend sind in ihrer tomatigen diesseitigkeit, obwohl die längst alle wie ein ei dem anderen gleichen. he, und erst die äpfel da drüben liegen wie ausgemessen da und sehen so LÄCKER aus, leckmichfett, denkt da herr von scheußenbach, die sehen, obwohl mindestens 8 sorten in den kisten fein säuberlich getrennt sind, nicht nur gleich aus, du weißt auch, die schmecken auch gleich, nämlich nach fast gar nichts, das ist wie bei einem erinnern, wo du nicht draufkommen kannst, obwohl dir, sagen wir mal, der oberbegriff zur verfügung steht, wie das ding heißt, nachdem du neuro-technisch fahndest. ah ja, jetzt weiß ich es wieder, irgendwie und irgendwo schmeckt das im anflug nach einer bestimmten sorte von ...äh ... apfel.
herr von scheußenbach mimt verzweiflung. wie bekannt. er ist das ungeheuer, das gefühle nur aus den medien und aus dritter hand gelernt hat. wie ein kommissar auf recherche macht er ein nachdenkliches gesicht, weil er glaubt, das paßt gut zu der einen da, die vor seiner nase herumtanzt, abteilung tiefgefrorenes, als gäbe es nichts anderes. irgendwie, denkt er, geht das auch vorbei und diese tante, die so was von nach gesunder ernährung ausschaut, mit einer fixierten kontrollstellung im körpersprachlichen gesamtausdruck, da bleibt dir als undiszipliniertem unverbesserlichem gewissensträger nur die spucke weg. tatsächlich hat herr von scheußenbach einen ganz ausgetrockneten mund. eine vom teufel oder einem seiner abgesandten besetzten stelle im hirn signalisiert ihm, hau dir einen bald mal hinter die binde, sonst springt dich gleich gleich eine evangelisch-christlich-aufgeklärte-igittigitt-seuche an. herr von scheußenbach ist heute mal wieder gaaanz oberheftig.