öffentlichkeit ist ein produkt von kollektivem remmidemmi
die diskussionen, debatten, gespräche, agonalen szenerien zwingen uns, wer soll das sein?, in ein und dieselbe erregung, die irgendwann ermüdungen zeitigen werden, wie sie die menschen in chronisch akuten kriegsszenerien erfassen und alle alarmsignale zur gewohnten alltagsmusik werden lassen
sofort greift das mädchen zur schaufel und zieht ihm voll eine übers dach. heieiei. der sinkt ohnmächtig nieder und liegt da, bis er endlich wieder aufwacht. sie schaut ihn fragend an:
und?
er lächelt bedeppert, aber wissend und ruft wie im triumph:
bevor wir anfangen, über heute zu reden, über all die themen, die in umlauf sind und die öffentlichkeit beschäftigen, die den menschen auf der haut brennen, angeblich oder auch tatsächlich, all die themen, die im einzelnen HIER, auf diesem BLOG, im konkreten gar nicht an- und ausgesprochen werden, die themen, die uns versammeln - wie ein lagerfeuer, um das sich alle in der kalten nacht scharen, um sich zu wärmen, um das schließlich zu kommunizieren, was alle zusammengebracht hat und alle zusammenbringt, sozusagen jeden abend - nach dem sonnenuntergang, um mit denselben leuten zu reden, die wir bei tageslicht gar nicht aushalten, es sei denn, sie sind medial aufbereitet, es sei denn, sie kommen in eingeübten erzähltexten vor, es sei denn, sie sind schon von uns wegerzählt, es sei denn, es sei denn ... - bevor wir damit also anfangen, anfangen können, sollen, wollen, dürfen, müssen - staunen wir doch erst einmal über diese MODALVERBEN ...
diese können, sollen, dürfen, müssen usw., sprechen über verben, die beschäftigung, tun und lassen ausdrücken. ich kann reiten, aber ich reite jetzt gar nicht, ich soll essen, aber ich tue es nicht, ich muss furzen, aber noch furze ich nicht, du sollst kommen, aber bist nicht da ...
wieder holen, das ist die velorenheit, mit der alles vor sich gehende leben zu kämpfen hat, denn alles verlorene will sich noch einmal aufgreifen, noch einmal anfangen, wie war das, als es das wort ICH noch gar nicht gab. geh arbeiten! sagt der dicke nachbar in seiner ungeschützten, unbeschützten art. ja, und er hat recht, wie alle, die etwas sagen: IRGENDWIE.
wiederholen, üben und nochmal üben, solange ein wort wiederholen, bis es gar nichts mehr sagt, um endlich mal an einen wirklichen anfang zu gelangen ...