daß der mensch ein gesicht hat, wenn er denn eins hat, ist ein faktum, mit dem die ganze geschichte erst einsetzt, sagt DHONAU. denn daß da etwas ist, daß zugleich sehen und gesehen werden ist, zeigt sich am spiegelerlebnis. und das ist doch dies da: du stehst DAVOR und es bewegt sich etwas, oder ist es doch still? ja, wie? geht' s etwas nach rechts? etwas nach links? oh, "ich" kann es ja steuern! denn je mehr "ich" auf die eine seite hin mich bewege, desto mehr verschwindet dies ebenso dorthin. ich kann dies geschehen steuern. und so fort. (es gibt da eine marx brothers-szene aus duck soup (marx brothers im krieg) mit dem harpo und dem groucho, die aus diesem spiegelbilderlebnis ein vexierspiel (s. a. spiegel-tanz) zaubert, wobei hier der spiegel gar kein spiegel ist, sondern als eine optische täuschung ein leerer rahmen, in dem der eine den anderen so nachahmt in seinen bewegungen, daß der glauben muß, das sei sein spiegelbild)
daß also der mensch sich steuern kann, kommt ihm durch das spiegelerlebnis also erst in vollem umfang zu bewußtsein — wobei bewußtsein mit dem erleben von IDENTITÄT in eins fällt. der mensch hat nur darum bewußtsein, weil er ein erleben des (spiegelbildlichen) selbstseins, der identität, des kein-anderer-seins hat. identität ist gleich gesicht, und gesicht ist sehen und gesehen werden zugleich. darum ist es eine geschichtsbildende sensation, daß der mensch sein gesicht malt/zeichnet, und weil er es malt, ist er erst mensch. denn hinwiederum auch geschichte ist nichts anderes als strukturell das gleiche wie gesicht, nämlich das eins werden (können) von erleben und leben (ein wunschbild auch mit einer beinahe utopisch zu nennenden strahlkraft)
also: männer, die frauen, ...
und umgekehrt, frauen die männer gemieden haben, hat es wohl schon immer gegeben. daß da prägende (erst)erlebnisse in der familie eine rolle spielen, liegt auf der hand.
setzt sich zudem zielstrebige leistungsorientiertheit, aufstiegswille, über generationen in unterdrückungsverhältnissen [s. die amerikanische herrschaft der weißen über die schwarzen (sklaven)] kumulierte energie in bewegung, die, wenn sie nicht in heißer wut verpufft, sondern kalt agiert wird, zu einer person führen kann, wie sie womöglich der vater m. jacksons war und ist, ein mensch von einer solch unüberbietbaren rücksichtslosigkeit und entschiedenheit. daß dabei hinwiederum der zugeschürzte filius alles andere sein will, als ein solcher MANN (der sich nimmt, was er braucht) ist doch hochplausibel. für das POP-geschäft ideal, denn es handelt ja nicht nur mit musik, sondern nicht zuletzt auch mit emotionen. wenn dann zudem noch eine solch familienspezifisch musikalische begabung dazukommt, die ja die bekannt wichtige politisch-historische rolle für die schwarzen spielte und spielt, dann haben wir schon einen schub, der sich, wenn er derart gewaltig sich in einem menschen versammelt, zu einer grandiosen, individuell gar nicht mehr zu erklärenden leistung verdichten kann. (auch mozart war nicht nur ein musikgenie, sondern auch in vielerlei hinsicht vatergetriebenes wesen mit außerordentlich infantilen zügen. seine menschliche entwicklung konnte mit seinem musikalischen genie auch nicht, oder doch sehr lange nicht mithalten.)
natürlich ist ein solcher mann wie der vater m.j.'s schrecklich, man kann ihn verabscheuen, natürlich, aber man braucht sich keinen illusionen hinzugeben: anders wäre ein solcher kampf gegen die bestehenden machtverhältnisse in diesem von weißen beherrschten zirkus nicht oder doch nur schwer vorstellbar zu gewinnen gewesen. erst die aktuelle neuzeit, in der sich auch die amerikanische wirtschaft in ihren desaströs-kapitalistischen aspekten offenbart hat, in der zeit bushs, in der dumpfeste männlichkeit in der welt ihre verheerenden spuren hinterlassen hat, ist ein mit allen politischen wassern gewaschener, aber eben nicht nur von frustration getriebener schwarzer wie OBAMA hervorgekommen. solch eine ausnahme kann nur zum durchbruch kommen, wenn die herrschenden verhältnisse abgewirtschaftet haben. selbst in bayern haben die mir-san-mir-stiernacken nicht mehr hochkonjunktur.
michael jackson ist ja auch deswegen für die menschen so unerklärlich interessant, weil er auch all die GENDER TROUBLES verkörpert, die nachhaltigen irritationen auf dem markt der geschlechterrollen. noch immer ist die krise unserer welt eine männliche. die frauen sind aber nicht weniger ratlos, weil sie die männer, die jetzt so in der gegend herumeiern, die keine autorität aus sich herausentwickeln können, die nicht zu neuer entschiedener kontur kommen können, auch nicht sonderlich attraktiv zu finden scheinen. und weil sie es noch nicht verstehen, mit männern klar zu kommen, die den guten tag einen guten tag sein lassen können. die versprechen natürlich auch nicht mehr, sterne vom himmel herunterzuholen. die holen oft was anderes runter ;-)
michael jackson hatte alle farben unserer zeit, aber, und das ist seine tragik, er hat das offensichtlich gefühlsmäßig sich draufschaffen können, aber nicht in ein entwickeltes bewußtsein integrieren können. aber das wäre ja auch schon überirdisch gewesen. in seiner musik schimmern aber all diese aspekte schon durch – und diese große sehnsucht nach verSÖHNung ...
Sie können sich doch nicht mitten auf den marktplatz der gemeinde stellen und einfach drauflosjaulen, was Ihnen Ihr körpergeist soufliert. Sie schreien dahin & hinaus in die stiebende gemeinde: ihr bürger seid wohl verzweifelt, aber ich bin die verzweiflung. alle rennen sie in die flaniermeilen hinein, nachdem sie ausgiebig toilette gehalten. nur ICH schiebE mich ungekämmt und ungewaschen dahin, ich sumpfbruder, ich grausliger!
liebe leserinnen! an euch richte ich mich. da ihr nach erschütterung fiebert, da ihr ins wanken kommen wollt, will ich tun, was zu tun ist. höret: es gibt mich, und es gibt mich nicht, wenn ihr versteht, was ich meine. was mich umtreibt, ist eine gar unheimliche ahnung, ein wesenloser, ein immerzu anderer zu sein.
ich stehe offenbar im dienste eines höheren leichtsinns – und das scheint mir ein schwieriges amt, ja, ja ... und weil dieses mein ich ein jeweils geliehenes ist; das ist wohl für alle die ich-versessenen paranoia-tiere und eigenheimbewohner eine schier unvorstellbare kondition, doch ich rufe diesen allen entgegen, ihr seid doch auch mehr oder weniger: umzugstiere. (wie oft zieht ihr euch um? wie oft seid ihr umgezogen?)
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da und dort werdet ihr mich bei euren lektüren entdecken können, gleichwohl ich mir eine zurückhaltung auferlegt habe, die mir niemand zutraut, der mich halbwegs kennt. ich habe versucht, zwischen den zeilen, zwischen beteiligt- und unbeteiligtheit, zwischen ausgesprochen- und unausge- sprochenheit, gleichsam auf schleichpfaden durchzukommen – um schließlich mit unwiderstehlicher energie aus diesen texten wie phönix aus der asche hervorzugehen. eine bravourleistung der selbsthervorbringung, wie der berühmte baron m., der sich am eigenen schopfe aus den wassern gezogen hat. ich bin der dhonau, wächter und schutzteufel all dieser einträge.
Mit mir ist die grenze markiert, wo der text endet und die welt e geheimen quellen einer jeden geschichte, eines jeden lebens darstellen.
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ie grenze markiert, wo der text endet und die welt beginnt; und es gibt st teuflische, kleine stellen, heiligen chaos angehören und die die geheimen quellen einer jeden geschichte, eines jeden lebens darstellen.
Mit mir ist die grenze wo der text endet und die welt beginnt; und quellen einer jeden geschichte, eines jeden leb darstellen.