dhonau: mit heruntergezogenen socken |
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Sonntag, 6. September 2009
dhonau, 22:58h =zeit war`s ... link (0 Kommentare) ... comment
dhonau, 11:55h =zeit war`s ... link (0 Kommentare) ... comment Freitag, 4. September 2009
dhonau, 22:07h =zeit war`s ... link (0 Kommentare) ... comment
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ein weiteres zitat aus dem sloterdijk-buch: « „Du mußt dein Leben ändern“ Die Stimme, die Rilke im Louvre zu sich sprechen hörte, hat sich inzwischen von ihrem Ursprung gelöst. Binnen eines Jahrhunderts ist sie in den allgemeinen Zeitgeist eingeflossen, ja, sie ist zum letzten Inhalt all der Kommunikationen geworden, die um den Globus schwirren. Es gibt im Augenblick keine Information im Weltäther, die nicht ihrer Tiefenstruktur nach auf diesen absoluten Imperativ zu beziehen wäre. [...] Es läßt sich nicht leugnen: Die einzige Tatsache von universaler Bedeutung in der aktuellen Welt ist die diffus allgegenwärtig wachsende Einsicht, daß es nicht so weitergehen kann. » (siehe s. 699) | |
![]() ausschnitt aus dem bild „athanor“ von anselm kiefer im louvre interview zum bild | |
![]() | ich glaube, daß die skulptur in der herausbildung der statue erst zu ihrem eigentlichen anfang gelangt ist. der mensch feiert und be-WUNDER-t sich hier in seiner disposition der aufrechten haltung, des aufrechten ganges hin zur freien handlung, die – ihrer ursprünglichen zwecke entfremdet – das greifen, fassen und bearbeiten der fingerfertigen hände in sprache überträgt. wenn also das statuarische nicht nur dem aufgerichteten tier namens mensch korrespondiert, sondern auch der propositionellen kraft alles (sich) ausdrückens, insonderheit des sprechens, dann kann alles intendieren nur den sinn des erlegens, des hinstreckens, des zum erliegen bringens haben — eben als gegensatz zum aufrechten gang, in dem der mensch sich zum problem überhaupt macht. an ihm soll kein weg mehr (so ohne weiteres) vorbeiführen; denn problem heißt ja der wortbedeutung nach etwas, das einen am weitergehen hindert. ein problem ver-STEHEN heißt dergestalt, es aus dem stehen ins liegen bringen, das stehen per vorsilbe VER auflösen. das materialbild anselm kiefers im louvre hat den menschen in einer kosmischen nacht niedergestreckt, er kann sich als DAS problem selber nur lösen, wenn er sich zurückgegeben vorstellt, und kaum ist er noch zu unterscheiden von allem, aus dem er geschöpft ist. dieses hingegeben sein an "sein" material ist die eigentliche aussage des bildes. bevor wir uns aber hinlegen, sollten wir erst aufgestanden sein |
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du vergißt das. ja. und natürlich, je öfter du eingebleut bekommst, was du tun sollst, desto unweigerlicher wird sich dagegen ein widerstand formieren. tu also, was du nicht lassen kannst. äh ... und dann ... wirst du dich irgendwann dabei überraschen. daß du dich schon formiert hast: du gibst deinem leben eine richtung ... denn diese einsicht in das notwendige soll den weg die freiheit aufschließen, klingt komisch, aber vielleicht ist da ja was dran ... |
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ein weiteres zitat aus sloterdijks besagtem buch: "Wir haben Grund, bei Menschen nicht bloß mit einem einzigen Immunsystem zu rechnen, dem biologischen, das in evolutionärer Sicht an erster, in entdeckungsgeschichtlicher jedoch an letzter Stelle steht. In der Humansphäre existieren nicht weniger als drei Immunsysteme, die in starker kooperativer Verschränkung und funktionaler Ergänzung arbeiten: Über dem weitgehend automatisierten und bewußtseinsunabhängigen biologischen Substrat haben sich Menschen im Lauf seiner mentalen und soziokulturellen Entwicklung zwei ergänzende Systeme zur vorwegnehmenden Verletzungsarbeit herausgebildet: zum einen die sozio-immunologischen Praktiken, insbesondere die juristischen und solidaristishen, [...] mit denen Menschen [...] ihre Konfrontationen [...] abwickeln; zum anderen die symbolischen beziehungsweise psycho-immunologischen Praktiken, mit deren Hilfe es gelingt, ihre Verwundbarkeit durch das Schicksal, die Sterblichkeit inbegriffen, [...] zu bewältigen" (s. 22) |
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dieser (hier nicht gezeigte) TORSO, der uns anschaut wie der blinde seher teiresias, der sagt, ihr seid die gattung, die aufgerichtet ist, die auf zwei beine gekommen ist, um freie hände zu haben zu handeln. und dieser unserer gattung ist aus dieser HALTUNG (auferstehung!) der begriff der WÜRDE erwachsen — | ||
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ihr habt euch um kopf und kragen gelebt, jetzt angesichts eines endes kommt endlich an den ANFANG! BEGINNT euch, bringt euch auf die welt, hört auf mit eurem mutter/vater-geschrei, eurer wehleidigkeit! ihr seid nicht auf ewig tochter/sohn! weder im glanz einer allgemeinen aufmerksamkeit noch im dunkel einer allgemeinen abgewandtheit lebt ihr, nein, ihr lebt in dieser eurer aufrichtung als das, was immer ihr sein oder gelten möget ... | | |
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Archaischer Torso Apollos Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt, darin die Augenäpfel reiften. Aber sein Torso glüht noch wie ein Kandelaber, in dem sein Schauen, nur zurückgeschraubt, sich hält und glänzt. Sonst könnte nicht der Bug der Brust dich blenden, und im leisen Drehen der Lenden könnte nicht ein Lächeln gehen zu jener Mitte, die die Zeugung trug. Sonst stünde dieser Stein entstellt und kurz unter der Schultern durchsichtigem Sturz und flimmerte nicht so wie Raubtierfelle; und bräche nicht aus allen seinen Rändern aus wie ein Stern: denn da ist keine Stelle, die dich nicht sieht. Du musst dein Leben [ändern. rainer maria rilke, frühsommer 1908, paris | @„Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt, darin die Augenäpfel reiften. Aber sein Torso glüht noch wie ein Kandelaber, in dem sein Schauen“ da ist mit dem fehlen der augen das schauen geblieben, vielleicht sogar umso präsenter. im torso des lichtgottes, des gottes des erkennens, der erkenntnis, zeigt sich dies schauen, von den augen abgelöst, als eines, das an andere "organe" gebunden ist; diese "göttlichen" augen, wenn man so will auch "innere" augen, augen des herzens, der seele, des platonischen wiedererkennens, die "ideen-augen" nämlich, die sind es, denen wir rettungslos unverborgen bleiben. @„der Lenden könnte nicht ein Lächeln gehen zu jener Mitte, die die Zeugung trug“ weil, wie diese stelle nahelegt, diese augen schaffenskraft haben; sie sind es, mit denen wir uns gleichsam hervorbringen, denen auch sind wir ausgeliefert, mehr noch als irgeneinem gewissen. (der christlichen art etwa) |
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