herr von und zu scheußenbach ist sich seiner außerordentlichen verantwortung gegenüber nichts und allem bewußt. er sagt sich, jemand, der wie ich ein ich ist – und sonst noch einiges, der geht siegessicher unter ferner liefen, wo sich alle möglichen verdächtigen in ihren potentialitäten versteckt halten, richtung EXIT, so nennt sich die ausfahrt auf der straße, wo alle bemüht sind, einander zu überholen.
herr von scheußenbach läßt diesen gedanken auch gleich schon wieder mit dem rauch der zigarette, die ihm im mundwinkel eingeklemmt auf- und abwippt, in die zeiten diffundieren.
in jeder familie gibt es einen chronischen ausplauderer, dachte er, als ihm wieder einfiel, was er nie wirklich erinnert hatte: mit jedem satz, den er in die weite welt entließ, ihm also die freiheit schenkte, entfernte er sich von mamapapa, die es, wie er mittlerweile der überzeugung ist, nicht mehr gibt, gegeben hat als irgendeine andere dahingewehtheit.
ein ausplauderer ist ein mensch in einer gemeinschaft wie ein fenster in einem haus. selbst wenn es nie geöffnet wird, droht doch immer FRISCHE LUFT.
ein wort aus der zeit, als es noch keine bundesrepuplik gab und die währung (noch vor dem sog 3. reich) reichsmark hieß -
"40 000 mark" ist ein zitat und stammt aus einer autobiographie - von dem bayr. rebell und dichter, dessen werke von den nazis verbrannt worden waren und der als gestandener heimatverbundener bayer nach new york auswandern bzw. flüchten musste, namens:
oskar maria graf
"40 000 mark!" rief er immer wieder mal völlig unmotiviert zu hause am mittagstisch aus: "s' wär schon gut, wenn ich 40 000 mark hätt'!, was seinen vater jedesmal und jedesmal etwas mehr aus der fassung brachte: "hör' auf!" schrie er ihn an, "mit deinen ewigen saudummen 40 000 mark" und versetzte dem kleinen oskar eine ordentliche backpfeife, aber abgewöhnen konnte er ihm diesen satz trotzdem nicht - und mir sind die 40 000 mark im gedächtnis geblieben und zum symbol für einen langen atem geworden, sich dessen, was zu einem gehört, nicht so ohne weiteres berauben zu lassen, auch wenn es immer wieder mal die eine oder andere watschn setzt - aus der einen oder anderen richtung.