(hvs-62) wir bitten um Ihre geschätzte aufmerksamkeit!
don cojote
liest in der zeitung von dem wechsel harald schmidts zu SAT 1, er, dirty harry, sei im BILDUNGSKANAL ARD von "dirty" programmatisch zur verwaltung seiner GELANGWEILTHEIT von sich selber und der medienwelt abgedriftet. so, als wäre er nur vor die kamera gegangen, um coram publico, wie es im sender für hochqualifizierte wohl hieße, verbale gähner durch den äther zu schicken. ja, sagt da don cojote (alias herr von und zu scheußenbach aus scheußenbachhaußen), wenn das tatsächlich so wäre oder gewesen wäre, dann müsse er, der prekäre aristokrat sagen, ja, das ist doch wunderbar, das ist ja außerordentlich zu begrüßen, daß einer in der welt der aufgekrempelten und hochmotivierten und dauererregten und yes-we-can-überall-und-immerfort-muscleshirt-pfeifen einmal resistenzen entwickeln kann, indem er entspannungstechniken öffentlich vorführt, wie sie in den glücksmomenten der gelangweiltheiten angesichts von immer neuen unfaßbaren rekorden und goldmedaillen verborgen liegen. ein herzhafter tatächlicher oder verbal oder auch anders ausgedrückter gähner, mit betonung auf herzhaft (im gegensatz zu diskret zur seite), kann da kettenreaktionen, im günstigen fall von sehr vielen und im utopischen fall von ganzen bevölkerungen, auslösen. stellen Sie sich einmal vor, richtet sich don cojote ganz persönlich an jeden einzelnen von Ihnen, liebe unverdrossene leserschaft, stellen Sie sich also einmal plastisch vor, alle einwohner würden einmal wie EIN MANN aufstehen und synchron gähnen, fünf- bis zehnmal, herzhaft, versteht sich, und gedehnt, ausgedehnt — dagegen wäre die deutsche wiedervereinigung ein laues lüftchen, nicht wahr?
(hvs-61) herr von scheußenbach geht spa...TSTS...ieren und trifft auf einen spatz
herr von scheußenbach ist ein wenig, also wirklich nur ein wenig, ein kleines bißchen, ein klitzekleines beißerchen redselig und vielleicht auch albern gestimmt. das hat ihn hinaus in die stadt getrieben. er führt sozusagen seine DEPLAZIERTHEIT spazieren. oder heißt es nach neuerer rechtschreibung: deplaTZhiertheit spaTZieren?
da fällt dem geneigten chronisten ein (auf dem stuhl sitzend und doch aus dem steg-reif), daß er mal einen cartoon vor zig jahren vor sich hatte, das zeigte (bild 1) einen hundebesitzer, der zu seinem hund PLATZ! sagte, und (bild 2) schon (peng!) zerplatzt der folgsame in tausend hundefetzen.
vielleicht hatte unser herr von und zu scheußenbach aus scheußenbachhaußen eine nuance von diesem witz in seinem gefühl der deplat(z)iertheit mit sich getragen, mit welchem er in die stadt spaziert und an diesem studentencafé schon halb vorbeigegangen war, als er sich entschloß, auf der stelle kehrt zu machen und in eben jenes einzubiegen und schnurstracks an die theke zu wackeln und der studentenbedienung unumwunden beizubringen, daß er in die stadt gegangen war, ohne irgendeine genaue vorstellung zu haben, was er eigentlich in ihr zu tun gedächte. auf diese weise sei er in dieses café, das offensichtlich für junge unfertige menschen bestimmt sei, gekommen, er, der überhaupt nicht mehr junge, dafür aber umso fertigere mann frage sich nun, ob sie nicht irgendeine ecke für verirrte deplazierte hätten, wo er ein wenig rast halten könnte? sind Sie raucher? ja, gab der von scheußenbach zurück. dann können Sie sich draußen hinsetzen. wenn Sie wollen serviere ich Ihnen ein witzki handwarm. haben Sie einen GLENTHANATOS? nein, tut mir leid, aber wäre Ihnen mit einem GLENEROS gedient? so saß der herr von und zu bald auf einem thonet vor dem lokal und schaute leer und zufrieden in die stadtwirrnis hinaus, bis er endlich einen veritablen SPATZ im visier hatte, der da in einer pfütze stand und aber so was von blöd in die gegend glotzte. mein gott, dachte der herr von scheußenbach da, mein gott!