katholizismus: alle sind wir angesprochen die wir die demütige vervielfältigung sind des EINEN großartigen sohnes
aspice qui transis quia ti mihi causa doloris – schau her, der du vorübergehst, du bist der grund meines schmerzes
"Dormitio (lat.: Entschlafen) oder Marientod bezeichnet in der Kunstgeschichte einen bestimmten Bildtyp, der den Tod Marias im Kreise der Apostel darstellt." aus wikip. marientod
stabat mater dolorosa — da steht sie nun immer noch ein wenig, die schmerzerfüllte mutter als ein hochpolyvalentes thema. der ums überleben kämpfende machismo ist zum beispiel mutterneurotisch eingefärbt. auch ein aspekt des feminismus hat in gewissen erscheinungsformen der alleinerziehenden mutter neurotisches potenzial. die ganze abendländisch-christlich-katholisch geprägte kultur ist durchsetzt von mutter-(sohn)-idealisierungen. sie, die maria-frau hat als ehemann einen statisten, den joseph-mann an ihrer seite, um sich ganz in den dienst des großartigen sohnes zu stellen, der die welt paradox unterwirft, nämlich als leid-auf-sich-nehmer, als großer dulder, als großer gegenspieler zu aggressiver männlichkeit, wie sie sich etwa verkörpert im feldherr-typus – à la alexander der große oder napoleon.
da stand sie, die mutter gottes, und steht mittlerweile nur noch wankend, da die frau nicht mehr nur in der mutterrolle schmerzdisponiert verschwindibus gehen, sondern sich auch als politischer (d. h. öffentlicher) (im gegensatz zu ins rein privater herunteridiotisierter non-) akteur verstehen will. das komplizierte in dieser modernen gesellschaftsdisposition ist, daß die schmerzerfülltheit heutzutage da und dort hochkommt. jetzt gibt es männer zum beispiel, die plötzlich wie die schmerzerfüllte mutter um aufmerksamkeit bibbern, jetzt gibt es plötzlich auch mütter, die schmerzsehnsüchtig von ihren kindern partnerschaftliches verständnis erhoffen, jetzt gibt es menschen, die vor gutsein triefen, weil sie jede ungerechtigkeit der welt auf sich nehmen, welteroberer der eigenen art. aber dies thema ist so interessant, wie auch zugleich fatal und unerschöpflich
die gesamtheit aller medien definiert, ja IST die welt nur daß es hier keinen sinn mehr macht von gesamtheit zu sprechen wir kommen so an die grenze der sprache überhaupt die grenze der sprache aber muß so etwas sein wie ein medium, über das wir nur in irgend einem religiösen sinn verfügen können und das uns aus unserer welt hinausführte
die welt gibt es nur als bühne; wer auf die welt kommt, muß seine rolle finden, spielen oder nicht spielen. (das NICHT-SPIELEN, im sinne von verweigerung, ist in dem universalen spektrum der weltbeteiligung nur eine variante von SPIELEN; hier ist übrigens SPIEL kein gegensatz von ERNST. wer auf der weltbühne mit forciert schwacher präsenz auftreten möchte, kann in diesem unterfangen durchaus erfolg haben. d. h. aber nicht, daß er NICHT MITSPIELT; er spielt nur anders – mit)
die welt ist selber das medium, das die information namens WELT (über)trägt