die derzeit berühmteste dissertation mit dem titel "Verfassung und Verfassungsvertrag" hat nicht zum ziel geführt, nämlich zu der erlangung eines doktorgrades. guttenberg hat daran 7 jahre neben seiner tätigkeit als mdb und den pflichten eines familienvaters in nächtlichster arbeit gesessen. (selbstaussage) wir, der dhonau und all seine ghoster, wollen uns nicht an der aufarbeitung, be- oder verurteilung des delikts beteiligen. es sei gestattet, uns davon sowohl berührt wie auch beginnend gelangweilt zu zeigen. vielmehr sind es randerscheinungen, die unser interesse geweckt haben. sie könnten sich noch als eine tieferliegende hauptsache erweisen. in der talkshow MENSCHEN BEI MAISCHBERGER war zu diesem thema u. a. der bekannt streitbare konservative professor baring geladen. er gab sich dort zwar einerseits als anhänger des POLITIKERS guttenberg zu erkennen, während er dagegen andererseits dieses plagiat wortwörtlich als schande bezeichnet hat. auch guttenbergs überfälliges eingestehen von wissenschaftlichen fehlern und gleichzeitiger bitte, ihm den titel abzuerkennen, wird von baring als bloße fortsetzung seines "herumgeeieres" angesehen. vor allem dessen rede, er, guttenberg, stünde zu dem bockmist, welchen er verfaßt habe, bringt baring erst so recht in wallung. denn das sei eine, wenn auch raffinierte beschönigung des plagiatsdelikts. in der dissertation stünde nämlich mitnichten bockmist. im gegenteil, die arbeit würde äußerst anspruchsvoll sein. der einzige mangel sei eben nur der umstand, daß es sich um ein dreistes plagiat handele. wir ergänzen hier, daß das zusammentragen von wenn auch nicht ausgewiesenen zitaten entlang einer darstellungsabsicht eine durchaus komplexe leistung bedeuten kann. den fehler des plagiats, die "kühnheit" des beutefeldzugs, aufzuheben, wird nicht gelingen. vorwärtsverteidigung, um diesen modernen euphemismus kriegerischen unternehmergeistes zu verwenden, würde effizient am besten gelingen, wenn der eroberer der reichen beute einen öffentlichen vortrag hielte, um die adaptive kraft seiner piraterie nachzuweisen und die idee zu dieser arbeit als eine durchaus eigene herauszustellen. es gibt schließlich kein menschliches schaffen, das bei null beginnt. daß professoren für sich arbeiten lassen, themen nach eigenen forschungsinteressen an ihre wissenschaftlichen mitarbeiter verteilen etc. ist hinreichend bekannt. letztlich steht hier auch mit zur debatte, daß der starkult, der fetischismus INDIVIDUUM, das ständige herausstellen von individualleistungen (nobelpreissyndrom), die es als solche gar nicht gibt, tragender bestandteil des SYSTEMs sind. daraus muß ja nicht folgen, daß man es ablehne, aber jedenfalls, daß man es erstens (als dynamisierendes element einer sog. leistungsgesellschaft) durchschaue und zweitens kein blind gläubiger anhänger ist, der dessen gesetze herauf- und herunterbetet, und sich schließlich an allen empörungsritualen bei allen die gesamtgesellschaft rhythmisierenden übertretungen beteiligt. ich wette, wenn wir dieselbe bündelung öffentlicher aufmerksamkeit auf egal welches individuum hetzten, daß wir schnell herausfänden, wie sehr wir in unserer ach so stolzen individualität auf den leistungen all der anderen DIVIDUEN (geteilten oder auch mitmenschen) operieren, ohne uns dessen auch nur bewußt zu sein. übrigens hier ein zitat GUSTAV SEIBTs aus der heutigen SÜDDEUTSCHEN in seinem artikel DER HERR DES VERFAHRENS: "Wer meinte, dass der Konservative, dieser Zweitgeborene der Revolution, ein Vertreter von festen Grundsätzen sei, hat also zu kurz gedacht. Grundsätze haben etwas Unhistorisches, fast Jakobinisches; der geschichtliche Prozess aber ist lebendige Bewegung, gemacht vom Menschen mit seinem Widerspruch. Es kommt eben immer auf den Kairos an, den Karl Theodor zu Guttenberg im Vorwort seiner Dissertation beschwört. Und es ist schon toll, dass wir nun, zehn Jahre nach Casimir, Kanther und Kohl, schon wieder ein Virtuosenstück dieser gummiartig beweglichen und zugleich wetterfesten tannenhaften aristokratischen Prinzipienstärke anstaunen dürfen. ... Gekrönt wird das Verhaltensmuster des putschistischen Regelverstoßes dadurch, dass der so überführte Edelmann sich nachträglich zum Herrn des Promotionsverfahrens macht und seinen Doktortitel von sich aus ablegt. Der Große steht dabei im Strum des Beifalls einer Menge, die, wie Professor Baring weiß, beim Wort "Fußnoten" fragt: Ach, werden jetzt auch Füße benotet? ..."
zitate haben, wie wir sehen, auch den sinn, sich im meinungsdschungel im hinterhalt zu bewegen, um einerseits etwas zu sagen, andererseits im ernstfall damit hervortreten, man habe es ja schon (immer) gesagt, oder im zweifelsfall verkünden zu können, man habe ja nur die meinung eines anderen zitiert. unbewaffnet kommen wir wohl nicht durch ein öffentliches gestrüpp, wo nicht immer auszumachen ist, wer freund und wer feind ist. da lobt sich dhonau die marginale öffentlichkeit, wie sie unsere bloggerwelt eine darstellt
apropäng: jede entscheidung (und wir hören ein die luft zerteilendes aus der scheide gezücktes schwert niedersausen) hat einen zeitpunkt, einen kairos. der zusammenhang zerstörende kairos aber ist ein widersacher des zusammenhang behauptenden grundsätzlichen.
nachbemerkung: die doktorerei ist nach unserer majestätischen mehrheit (haus dhonau) zu vier fünfteln der kokolores, mit dem überall aufgetankte schwergewichte UNBESIEGBARKEIT simulieren und unseren leitenden staats- und wirtschaftsorganen vorstehen. das gehört zum geschäft, wie es scheint. daß jetzt unser angriffs- und selbstverteidigungsminister das auch noch durch die eigene person veranschaulicht, scheint zunächst nur ihn in den versammelten empörungs- und erregungssphären zu verunmöglichen. die leser sind in ihrer größten menge bildbürger, die keinen unterschied machen zwischen bildung und bildungsnachahmung. womöglich haben sie gar nicht so unrecht.
kommentar zum vorigen beitrag über sinnliche gewißheit und UNMITTELBARKEIT
im vorigen beitrag war es mir wichtig, den impuls, der auf jeder ebene des aussagens (und sei es auch nur derart, daß er unterdrückt wird) zu beschreiben. dieser impuls kann in seiner primären form naiv genannt werden, denn er will den gegenstand, worüber gesprochen werden soll, in seiner unmittelbarkeit (unverfälschtheit) und seiner gänze zur aussage bringen. (man könnte hier auch vom propositionellen impuls alles redens sprechen) aber jeder, der diesen impuls in sich noch spürt, hat die mehr oder weniger zur routine gewordene erfahrung gemacht, daß er (und durchaus auch: sie [haha]), wenn er etwas sagt, das andere NICHT sagt. so so steht jede aussage unter dem aspekt ihres angewendeten begriffs, die ihren gegenstand immer auch in seiner komplexheit unterschreitet. (vgl. hegels berühmtes diktum: DAS WAHRE IST DAS GANZE). und die fähigkeit zur sog. komplexitätsreduktion ist es ja sogar, die menschliche intelligenz ausmacht; so jedenfalls eine gängige formulierung. die "befragung" eines phänomens, das problematisierende wahrnehmen, vollzieht sich in der bereitschaft, viele aspekte auszusparen und den besonderen EINEN in paradigmatische stellung zu bringen. darin drückt sich das aus, was wir auch erkenntnis-INTERESSE nennen. wir verlassen den standpunkt des bloß neutralen äußeren betrachters (den wir gar nicht innehatten, denn wahrnehmen heißt sich zu interessieren und lat. interesse bedeutet dabeisein) und stellen unseren "erforschungs"-gegenstand in das "licht" einer interessierten begrifflichkeit. (das ist auch im weitesten sinn das, was einstein mit der relativitätstheorie meint, wenn wir zu aussagen kommen, die den begriffen von raum und zeit geschuldet sind). die naive vorstellung, wir würden das, worüber wir reden und nachdenken, in seiner ganzen wahrheit erhalten, könnten wir dieses SPRECHEN sozusagen wieder von den gegenständen nehmen, versteht nicht, daß wir alle unmittelbarkeit (unsere unschuld sozusagen) verloren haben. wir müssen IRGENDWIE mit unserer sprache durch die tausendfach vermittelte (mediale) welt durchkommen. da hilft nur, ein schlaues bißchen den bezug zu unserer NAIVITÄT nicht zu verlieren. dafür braucht es ein vertrauen, das sich nicht durch schlechte erfahrungen umschmeißen läßt. ein vertrauen in die natur, die wir bei aller kritik unserer gar schröcklichen gattung MENSCH immer noch sind und bleiben. ja, wir SIND natur) die uns immer auch innewohnende freiheit (wenn sie auch manchmal außer kraft gesetzt zu sein scheint), sich auf bessere möglichkeiten, die in jedem und allem schlummern, zu beziehen, sollten wir im training halten, irgendwie.
auf der stufe der "sinnlichen gewißheit" entstehen die begriffe von mittelbarkeit und unmittelbarkeit
es ist ...
soll hier nicht meinen: eine aussage des existierens (= existenz-kopula IST), sondern sozusagen: eine rudimentärform des aussagens von eigenschaften der es auf dieser stufe noch an begriffen gebricht ("und von dem Auffassen das Begreifen abzuhalten") das ist nach HEGEL die SINNLICHE GEWISSHEIT – die vorstufe zur wahrnehmung (man könnte auch von wahrnehmung als der generierung von eigenschaften + ihrer begriffe sprechen) so als wollte im gegenzug ein sprecher – der noch nicht über sprache verfügt – sagen: diesda ist ... (irgendwie, so oder so beschaffen) (etwa: blau, groß, haarig, etc.) aber kann es nicht infolge begriffslosigkeit (haha)
(s. DIE PHÄNOMENOLOGIE DES GEISTES v. F. W. HEGEL)
(in obiger, doch einigermaßen langen ÜBERSCHRIFT soll angedeutet werden, daß wir auf der stufe der sinnlichen gewißheit noch gar nichts sagen können, also müssen wir auf den titel verweisen; uns interessiert hier nur eine zugrundelegung des elaborierten sprechens ohne inhalt)
der mensch will — auf der stufe des übergangs vom animalischen lebewesen zum sprache habenden (un)tier, und das ist die sinnliche gewißheit — das ding, den gegenstand seines sprechens unmittelbar sagen (als ganzes). da aber jedes sprechen (mittelbar) über das medium der sprache geschaltet ist, bleibt die sinnliche gewißheit sozusagen (unmittelbar) stumm; es sagt noch nichts, aber meint dafür alles (das ganze). daraus leitet sich ab, daß alles zu sagen ein und dasselbe ist, wie nichts zu sagen
es war an einem schönen zappendusterdonnerstag, herr v. u. z. scheußenbach langweilte sich gar nicht wenig, saß da, vor, neben oder in seinem teller, und rang um eine träne, preßte und preßte, bis ihm endlich ein dicker tropfen zwischen die beine klackste. solche dinge tat er, wenn er mit sich alleine war. mein gott, dachte er, es ist als hätte ich meine höchsteigene nummer gewählt, schon klingelt es am anderen ende der langen leitung. ist das lustig, höre ich mich sagen. aber so als würden mich die worte, die mir da entkommen und doch an mich selber gerichtet sind, hinter sich herziehen. worte, die schon lange nicht mehr im gebrauch waren (brachland). manche, die ich nur aus der ferne zu kennen (strangeland) schien, nie benutzt hatte. so wie "krümel" zum beispiel. seltsam. KRÜMEL. immer wieder sprach ich es laut vor mich hin. es klang mit der zeit immer ekliger. immer hohler, es tat mir richtig weh im resonanzkörper. krü-mel, krü-mel, krü-melll scheiße, dachte ich, scheiße, totale scheiße. ich war von den socken, endlich wußte ich, daß ich nichts, also beinahe das NICHTS (in einer rudimentären form des prädizierens – oi!!) (aus)sagen KONNTE (also dazu beFÄHIGT war), nicht, wie es etwa von UNFÄHIGEN politikern gesagt wird, daß sie redeten, ohne etwas zu sagen. so ein allgemeines gequatsche der LEUTE halt, wenn sie über diese kaste herziehen. nein, ich konnte so ein wort, irgendeines hinstellen und durch bloßen gebrauch implodieren lassen. mein gott, war mir schlecht, es war als würden sich mein hirn, von zelle zu zelle, mit sich selber unterhalten, und mit nur diesem einen ziel, nämlich MICH unbeteiligt zurückzulassen. krank, absolut krank, dachte ich, und beschwor mein zwerchfell, ruhe zu geben. vergeblich. ich versank regelrecht in einem mich umwölkenden donnerkrachenden lachen. seit ewigen zeiten meide ich meine gesellschaft. halte mich zurück. oder gehe mir aus dem weg. ja. aber. kommt mir wieder so ein freilaufendes opfer unter, so ein schwach eingehegtes, von allzuvielem gebrauch verschontes wörtlein, dann gebe ich das kommando und packe es beim SCHOPFE (in diesem altem "e"-dativ), setze es aus in einem unerprobten zusammenhang mit quasi herumstehenden anderen wörtern. man könnte dieses verfahren die neurotisierung des normierten gebrauchs nennen. ein verflüssigungsverfahren, das hier unserem mit-blogger hartelinie gewidmet ist.
es zeichnet sich die stählung des heroen ab. egal, was ihm nachgewiesen wird an – (wie sollen wir sagen?) menschlichen fehlern ... (aber muß alles so überdeutlich gesagt werden?) ... an unserem helden prallt es ab. die menschen, die nicht immer nur allles unter kontrolle haben wollen, die sich auch mal hinlegen wollen und ausruhen von all der aufmerksamkeit, die aufzubringen ist gegen die globalen virtuell-oberrealen aufdringlichkeiten, die in jedem haushalt nisten, weil wir nicht mehr wissen, welche tür wir zuhalten sollen gegen diese kolporteure (alt-neu-deutsch: hausierer), die uns schon verkauft (oder im netz) haben, bevor sie uns irgendetwas gefraget. ja, wir wollen endlich loslassen dürfen, und das heißt diesesfalls: unterlegen sein, ganz und gar. wir brauchen nicht länger mehr einen bürgerausweis, sondern einen (good, würde vielleicht einemaria (help her god!) sagen) untertanenstatus, und dafür braucht es aber wiederum einen, sagen wir mal, in aller demokratiererei bewanderten könig, der nur darum könig ist, weil er das, was die windbeutel der parteien seither hinter vorgehaltener hand sagen und im hintersten winkel tun durften, vor allen kameras der welt sagt und tut. das ist der moderne heldenstatus, den unser freiherr bald erklommen hat. endlich läßt ein volk los, da legt's uns nieder. der könig aber sagt: tretet zurück! damit ich vortreten kann. pas de dieu. (oder so ähnlich) endlich haben wir einen, der sich nicht mehr so einfach messen läßt. einzigartig. groß.
der sich selbst be"wissende" mensch kommt gleichsam von außen auf sich hin und zu — hin und weg
von außen
[= sich selbst und der welt vermittelt]
bewusstheit steht für den alles grundierenden verlust von mitte; d. h. den verlust von unmittelbarkeit durch alles das, was wir im weitesten sinne SPRACHE nennen. sprache bedeutet immer kommunikation nach innen und außen. daher ist sprache ein phänomen der existenziellen grenzposition des menschen. er kann weder vollkommen sich selbst noch vollkommen ein anderer sein. das steht ebenso für sein bedürfnis nach erlösung (eben aus dieser grenzposition).
der mensch ist das mediale tier schlechthin. auf ein extrem hochgerechnet bedeutet diese position: sowohl ALLEM äußerlich zu bleiben, wie ALLES zugleich zu enthalten: das wäre die (begriffstechnische) position (der "POSTEN" oder Die STELLENBESCHREIBUNG) GOTTES
oder unter anderem titel: des ganz und gar ENTGRENZTEN oder GRENZENLOSEN WESENs