grün grün grün sind alle meine kleider grün grün grün ist alles, was ich hab
nachdem jetzt die GRÜNEN in GERMAN-ANGST-LAND die partei sind, welche eine doch NICHT UNMUTIGE kehre in der energiepolitik hochverantwortlich mitgestaltet, stellt sich so manchen kommentatoren die frage, ob sie nicht womöglich genau an ihrem erfolg ersticken wird.
angesichts der tatsache, daß beispielsweise die hochbiegsamen chefstrategen der csu seehofer und söder sich jeden tag grüner schminken, meinen viele, den GRÜNEN ginge tendenziell ihr thema flöten. wieder andere warnen vor einem ausstiegsrausch der bald in einer von energieknappheit in gang gesetzten preisspirale münden werde und schließlich dem ruf der GRÜNEN, eine partei für die aufgeklärten besserverdienenden zu sein, besonders nachhaltige nahrung gebe.
im heutigen PRESSE-CLUB (ard) wurde aber die ansicht plausibel vertreten, daß den grünen mitnichten die themen ausgehen werden. gerade die umstellung auf regenerative energiegewinnung verlange dezentrale regional organisierte lösungen, evidentermaßen deswegen, weil es nicht EINE antwort auf die eneregieknappheit gibt, sondern vielfältige strategien braucht, die überzeugend nur dezentral herzustellen sein werden.
wenn hier im DHONAU-BLOG schon vom verschwinden des unterschiedes PROVINZ - METROPOLE als einer folge des internets die rede war, kommt ein weiteres damit zusammenhängendes moment ins spiel, das mit diesem verlust von mitte (netz-struktur) zu tun hat. jeder teilnehmer ist jedenfalls der möglichkeit und der tendenz nach gleich weit weg von den informationen. der vielbeklagte und schon bald langweilig oft zitierte verlust an glaubwürdigkeit läßt heute die menschen-überall-im-land langsam fragen, ob die politik nicht schon dabei ist, sich selbst zu verarschen, als sie die "kleinen leute" für dumm verkaufen. (das gilt nicht nur für die westerwelle-und-boy-group-patrei der freilaufenden wohlstandsverwahrlosten)
es geht auch um die organisation der großen entscheidungen, um bürgerbeteiligung. es geht auch darum, wie wir unsere ernährungsindustrie aus ihren zynisch-strategischen verkehrsformen herausführen. und es geht schlicht um die frage, wie wir leben wollen.
und da sind die GRÜNEN wirklich nicht nur kompetent, aber bei denen liegen die fragen wenigstens auf dem tisch.
empfehlendes, eben erst erschienenes buch von gerd blum über den florentinischen architekten, bildhauer, maler, künstlerbiographen und quasi ersten kunsthistoriker gorgio vasari. interessant, weil dieser epochenbegriff durch die resümierende kraft des theoretisch disponierten künstlers und schriftstellers uns eine vorstellung davon geben kann, wie das heutige individuum als ARENA (oder gar: kriegsschauplatz) des politisch-gesellschaftlich-kulturellen feldes entstanden ist.
die heutige coaching-kultur etwa ist in diesem zusammenhang zu verstehen; oder auch die werbeindustrie. sie hat (die das großartige individuum in jedem von uns anspricht), so behaupte ich, diesen topos noch mehr als den topos der sexualität zum instrumentarium. der wandel vom "staatschristen" zum autonomen politikfähigen bürger in der renaissance bis hin zum einzelnen KONSUMENT der modernen, kapitalistisch geprägten gesellschaften läßt einen das ideologische ausmaß dieses individuum-begriffs erahnen. der zugriff auf jeden einzelnen von uns durch die warenindustrien ist über diesen scheinbar neutralen, aber letztlich hochideologisch besetzten topos geschaltet.
der mensch in der warenwelt ist das optimierungs-tier im wunschland, genannt: das individuum, und das ist das immer gemeinte einzelwesen im reich der unbegrenzten (waren)möglichkeiten
diese älteste zweier- beziehung zwischen erde und sonne dieses hin und her
auch: zwischen fest und wässerig, zwischen einem etwas-igen und einem nichts-igen, auch das, ja, all das: da capo (sing: ONCE MORE).
SOLAR-PLEXUS
DER SOLAR-PLEXUS IST BEI DEN HINDURIS DIE ENTSPRECHUNG DIESER KOSMISCHEN ZWEIERBE- ZIEHUNG im individuum
in diesem eintrag geht es um bob dylan, der ein protagonist der hipster-kultur, der pop-kultur der 60er jahre ist oder war, und sich doch nie hat vereinnahmen lassen als eine ikone einer politischen bewegung, die in der großen ENTERTAINMENT-INDUSTRIE überführt worden ist. und dennoch. er war oder ist einer der HIPPIES durch seine musik, sein auftreten, ein ANTI-SOLDAT, ein ANTI-GI, ein HOBO-MUSIKER, und der hobo ist der randständige vertreter der us-amerikanischen kapitalistischen arbeiterkultur, eine realisierte unmöglichkeit im land der unbegrenzten möglichkeiten (etwas zwischen landstreicher + wanderarbeiter), der in sich uralte cowboy-idyllen trägt und mit dem realismus der desillusionierung unterwegs ist. mit dieser tiefen überzeugtheit, sich allen ambitionsideologien nicht mehr zur verfügung zu stellen, steht er zur seite für diese freiheit, nein zu sagen und weiterzugehen, weiter und vorbei an diesen unendlichen warenstraßen, die überall aufgebaut sind und als lebensgefühle verkauft werden.
der autor des nachstehenden zitats aus einem sz-artikel bringt dies zum ausdruck, indem er davon erzählt wie er seinem großen idol 1978 in die vereinigten staaten von amerika nachreiste. nicht von ungefähr erwähnt er die RAF-leute jener zeit wie GUDRUN ENSSLIN, die einer ambitionertheit aufgesessen waren, die schließlich in den bekannten morden endeten, mit der sie gerechtigkeit in das von alt-nazis (auf allen ebenen) durchsetzte nachkriegsdeutschland installieren wollten. (sie hatten womöglich, ohne es zu sich selbst eingestehen zu können, noch etwas von dieser nazi-energie in ihren seelen, mit der sie um sich schlugen, tragischerweise, das jedenfalls erklärte auch den autoaggressiven anteil ihrer unternehmungen, mit der sie sich letztlich selbst zerstörten) der autor wünschte, sie hätten mehr von bob dylans energie aufgenommen. sie würden nicht zu den bütteln ihrer eigenen überzeugungen geworden sein.
» Bob Dylan war das Abenteuer, jedenfalls sang er so unvergleichlich ergreifend von diesem fremden fernen wilden Leben. 1978 dann endlich nach Amerika. "Street-Legal", die neue Platte, war angekündigt, aber noch nicht erschienen. Gudrun Ensslin und die anderen hatten sich im Jahr davor in Stammheim umgebracht. In ihrer Zelle hatte sie Bob Dylan gehört, aber wenn sie nur zugehört hätten, die Idioten, sie hätten sich die ganze RAF und alle Toten erspart: "Everybody is making love / or else expecting rain."
War das wirklich Surrealismus, wie die Kritiker behaupteten? Schon immer kam mir der frühe Dylan wie der beste Brecht aller Zeiten vor, die Abwehrgeste "It Ain't Me, Babe" wie eine Übersetzung von "In mir habt Ihr einen, auf den könnt ihr nicht bauen." «
dieser satz hat es mir besonders angetan, mit dem willi w. bob dylan charakterisiert.
ein kontrast dazu ist erhellend: der biblische petrus, ein JÜNGER des HERRN ist ganz gegensätzlich von JESUS CHRISTUS beauftragt. "DU BIST DER FELS, AUF DEN ICH BAUE"
bob dylan ist der anführer, der ständig auf der flucht ist vor seiner gefolgschaft