der weiße vogel (weihnachtskiwi) und der weiße elefant
mauriora, der weiße kiwi (nationalvogel der neuseeländer, diesesfalls nicht die grüne frucht, die aus unseren joghurten befreiungssehnsüchtig zu uns schaut)
hier die letzte strophe des rilke-gedichts mit dem "elefanten-refrain":
"Und dann und wann ein weißer Elefant.
Und das geht hin und eilt sich, daß es endet,
und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel.
Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet,
ein kleines kaum begonnenes Profil -.
Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet,
ein seliges, das blendet und verschwendet
an dieses atemlose Spiel ..."
"Jeder ( ... ) weiß, dass Mauriora aus der Maori-Sprache übersetzt 'fortwährendes Leben' heißt. Nun ist 'fortwährend' zurückhaltender ausgedrückt als 'ewig'. Das hat folgenden Grund: Weiße Kiwi-Vögel haben in der Natur nicht die geringste Chance, älter als einen Tag zu werden. Sie werden von Tieren aller Couleur erst gehänselt und dann aufgefressen. Zumal sie auf dem Boden leben und nicht fliegen können. Es ist ein Elend: Zwei weiße Kiwis hat Neuseeland. Und Deutschland hat nicht einmal weiße Weihnachten."
dies streiflicht hat dhonau nicht mehr losgelassen, weniger weil es den vielgepriesenen und preisgekrönten esprit dieser glosse der süddeutschen zeitung hat.
nein, es war schlicht das wort vom weißen elefanten, der dann und wann – ja, was: auftaucht? in einer abfolge von generationen? oder etwas ganz entlegenes aussagen soll?
laut dieser glosse ist weiß in der tierwelt die farbe des sonderlings, des herausgehobenen, höchst gefährdeten singulären exemplars – und womöglich deshalb zieht das weiße tier einer an sich nicht weißen gattung menschliche fürsorge auf sich, weil dieses besondere wesen wegen seiner außerordentlichen seltenheit sinnbildliche individualität ausdrückt, menschliche besonderung, besonderheit, isoliertheit assoziieren läßt.
eine in diesem sinn signifikante stelle des rilke-gedichts ist: "... Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge/ fast schon entwachsen; ( ... )/ schauen sie auf, irgendwohin, herüber — "
diese mädchen, dem karussellalter eigentlich entsprungen, schauen im vorüberziehen in unsere richtung, von wo wir hinwiederum aus der perspektive des erwachsenen wie auf unsere kindheit sehen; dieser blick der ihrer kindheit halb entstiegenen ("karussell"-)mädchen kommt zu uns herüber, aber geht gleichwohl, wie es heißt, irgendwohin, und meint uns also nicht.
und wieder (refrainhaft) ein: weißer elefant, der sonderling, das schlechthin nicht gemeinte wesen!
immer wieder rühren die menschen solch weiße tiere an. und vielleicht bezeichnet das die schattenseite aller individualität, aller einzigartigkeit: daß das geboren werden und sterben als ein versehen, ein nicht gemeint sein auf uns zukommt, so daß wir uns wie zur kompensation zur verfügung stellen, wenn solche weißen tiere von der gleichgültigkeit eines zufalls oder wie durch eine unachtsamkeit der natur geboren werden – in den zoos dieser welt oder in sonst irgendwelchen zoohaften szenarien.
was aber alle individualität, alle besonderheit, alle einzigartigkeit konterkariert ist die ewige – karussellhafte – wiederkehr des lebens in immer neuen generationen
und da riefgischott, der grauhaarige seefahrerin die dunkelheit unter ihm: "egooon!!!" - er wollte mit den steinen ins tal strudeln, alle sollten sich ducken, wenn er hinunterstürzte, denn der herrgischottglaubte, die meere seien wieder zurückgekommen, die meere, die doch schon seit einer ewigkeit die menschheit für immer verlassen zu haben schienen, die meere, die meere, die doch mit aberzungen nach uns lechzen ...
(wikip: dante)
der traktor, mein geist und mein gemietetes ich
wissen Sie, ich hab mich einmal mit dante so beschäftigt, daß ich schon nach ein paar zeilen so angeschoben war, daß mein hochpersönlicher traktor, das ist der geist, der mir innewohnt, mich auf der stelle fortgeschleppt hat in eine von allem durchdrungene welt. und auf der stelle war ich inmitten dieses wissens da zuhause: das ICH, mit dem ich hier auftrete, ist doch bloß wie aus einem leihhaus gemietet ... bella donna! bella bella!!
lange zeit war er unter dem pseudonym katull gesegelt, nur um sich ein wenig bedeutung zu verleihen.
die eigentliche leistung aber war doch die, sich das überhaupt getraut zu haben; er war tatsächlich, im verlaufe seiner identitätsodyssee, zu der meinung vorgestoßen, sich katull zu nennen, sei doch eigentlich die größere leistung, als bloß katull zu sein.
nun, meine dramatischen unterlieger im gender-trouble-world-war (alias: herren), haben Sie ein wenig verständnis für unseren leistungssportler (in dieser ausprägung beruflich bedingter – ladyliker – deformation)
lange zeit war er unter dem pseudonym katull gesegelt, nur um sich ein wenig bedeutung zu verleihen.
die eigentliche leistung aber war doch die, sich das überhaupt getraut zu haben; er war tatsächlich, im verlaufe seiner identitätsodyssee, zu der meinung vorgestoßen, sich katull zu nennen, sei doch eigentlich die größere leistung, als bloß katull zu sein
nun, meine dramatischen unterlieger im gender-trouble-world-war (alias: herren), haben Sie ein wenig verständnis für unseren leistungssportler (in dieser ausprägung beruflich bedingter – ladyliker – deformation)
der große historische erfolg der psychoanalyse liegt darin, daß mit ihr und der traumexegese eine technik geboren war, themenhoheiten aufzubrechen und andere seiten des menschlichen raum zu geben (thematisch werden zu lassen). damit war auch die idee, der mensch sei der souverän in "seinem eigenen haus", ins wanken gebracht.
respekt (vorsichtigkeit) vor anderen menschen heißt in diesem zusammenhang auch, in dem sozialen feld den modernen dschungel erkennen zu können, der alle faszinosa, alle gefahren der ungebändigten natur in irgendeiner weise noch in sich hat. (wovon die zeitungen täglich voll sind)
... irgendwo stolpern Sie an einer x-beliebigen stelle (im text, in Ihrem eigenen text, den Sie lesen, weil Sie nicht glauben mögen, daß Sie Sie sind und nicht irgendein anderer), ... und dann, dann kommen Sie an eine UNSTELLE (ein parallellbegriff zu UNTIEFE) sie bocken auf, irgendwie gehts nicht weiter, chuck chuck dhonau, eine rhythmusvorgabe wie aus urzeiten, mammutbäume knarzen, fallen nieder, unaufhaltsam und doch ein halbes menschenzeitalter lang, bis sie dir krachend auf einen virtuellen fuß fallen. aualein! he he, denkst du, irgendwie ... ja, irgendwie, jaja, irgendwielich läuft die ganze weltgeschichte auf mich zu — und durch mich hindurch wie eine westerntrailzug aus den ersten stummfilmen, wo die leute, die ersten kinogänger, sich aus angst vom sessel fallen ließen aus angst von der filmlok überfahren zu werden. aber schon ist es zu spät, schon steht der alte, ewige knabe BOB DYLAN vor dir wie in den UGLY SEVENTIES, wo wir an der front standen aller weltnachrichten und heimlich in die hose schissen, weil wir es selbst nicht glauben konnten, wo wir uns hatten von uns selbst hinschieben lassen in die POP-AROUND-WORLD: überall ging eine pfeife rum, ein indianerstatist oder ein afrikaneger lagen in den zwischenzeilen herum und stanken für die welt.
neurosynaptisches phänomen, schauet
da [dh. hats selber noch gar nicht gelesen, dadorten]
he, wir, die ganze feuerwasser-enklaverei, sind unterdrückt, prominent auf umwegen sozusagen – und ihr, ihr statistentäterlein der großen oppression, wimmert, weil euch die schmerzen eingeholt haben, die subjektlos umeinander lagen. scheißdreck, schrien wir, an denen alle züge vorbeigefahren waren, scheißdreck, weil wir urteilssicher waren, aber gegenstandsschwach. wie ein schüler, der einfach wußte, was er hinzuschreiben hatte, solange nur kein thema vorgegeben war. wir betrachteten themenvorgaben als eine infame kampagne gegen alle freiheit
hello again!
herr von und zu scheußenbach, der herr über bigwide blogger-world ist ein judger vor dem BIG BROTHER OVERHEAD PROJECT
einmal hatte er ein urteil (à la münchhausen an den haaren) aus sich heraus auf die welt gebracht: es lautete TOLL.
es — das war die lumpige schwester vom ES einer ORDNUNG namens VERNUNFT
also es (das dicke), jenes obskure objekt des von scheußenbach'schen urteils, explicite TOLL, wurde im verlaufe des fortgesetzten urteilens immer TOLLER, bis es (das dicke), das urteil über es (das dünne) schließlich alles an größe übertraf, worüber je geurteilt wurde, sodaß es (das dicke) selber in den hintergrund gedrängt wurde vom urteil über es (das dünne), nicht wahr.
wenn Sie, meine in alle verrücktheiten verliebten damenherren, jetzt lustvoll verwirrt sind, will Ihnen der prekäre baron mit diesem beispiel auf die sprünge helfen:
da gibt es doch leute, die aus dem kino kommen und total begeistert sind, weil der film, den sie gerade gesehen haben, so was von toll war, ganz toll lustig, ganz toll traurig, tolle schauspieler, tolle specials usw.
Sie sind dann selber ganz aufgeregt, weil alles so toll war, mein gott, so ein film müßte einem mal einfallen, so ein film TOLL, mit supertollen ideen ...
ein unding, das ist ein unthema, etwas, das nur mit spitzen fingern angefaßt werden will oder besser: das ist etwas, womit man sich nicht beschäftigen will und gerade darum erst eigentlich das, was thema genannt zu werden verdient, nämlich etwas, worum man auf dauer nicht herumkommt
oder auch etwas, das kein ding werden darf (nach irgendeiner konvention), etwas, worüber man eigentlich kein wort verlieren sollte, aber wer bestimmt, worüber gesprochen werden soll?
da braucht es schon einen
xtra kommissar,
einen unding-bearbeiter, einen themenkrieger sozusagen
die themensetzung ist bestandteil von kämpfen
MACHT bedeutet auch: das innehaben von
themenhoheit
ein ding ist etwas, worüber vor einer urteilsfähigen instanz verhandelt wird, um zur dingfestigkeit zu kommen ("etwas dingfest machen"). vgl. das thing, d. i. eine altgermanische gerichtsversammlung.