der gipfel des individuellen: der superstar

sehr geehrte frau ischmacheuchfertich! geben Sie es zu, Sie sind ein verehrer des herrn robert walser, der im diminutiv ("-chen und -lein machen alle dinge fein") sein wahlwohnstättlein hat, wohl weil er denket hat, niemand möcht ihm in seinem quadratmillimeterlein aufsuchen wollen. so hat er vielerlei einladungen auf einem kleinsten zettelein draufg'schrieben, daß die leut stieraugen bekommen haben, wegen den winzlingen von buchstaben, die im ungreifbaren ihr manifestationlein erlangt haben mochten. geben Sie es also, frau kawupptich, zu, daß Sie seiner minimalität robertus walserus anhängen, weil Sie wegen Ihrer allergrößten nähe zum weltenbeherrscher napoleon bonaparte entlastung suchen in seiner, herrn walsers, verschwundenheit. | 
wir finden, dass der ideologische zentralbegriff der modern kapitalistischen welt das INDIVIDUUM ist;
ein begriff, der freiheit und autonomie sugeriert, unverwechselbarkeit,
großartigkeit und größe, gipfelt in der tendenziell perfekten individualisierung der werbung im netz. wer in einem augenblick ins netz hustet, bekommt im nächsten augenblick schon die vorschläge zur medikamentierung; wer von dicken backen träumt, kriegt alsbald kaufvorschläge von entsprechenden sillikonkissen frei ins haus geliefert. die botschaft ist: auch du, ganz speziell du bist für den markt ein ganz wichtiger teilnehmer. diese verbindung von individuum und größe konterkariert der meister des diminutivs. | → 215 ←
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 von giambologna raub der sabinerin (1581-83); [hier bearbeitete aufnahme, in 2 varianten] marmor, ca 4m hoch florenz loggia dei lanzi
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der gründungsmythos roms enthält die geschichte vom raub der sabinerinnen. der schildert die frauen zwischen denjenigen, nämlich den römern, die sie aus frauenmangel gestohlen hatten, mit denen sie sich arrangiert und verheiratet hatten, und den sabinern, ihren vätern und brüdern, die miteinander im rachekrieg standen. um das schlimmste zu verhindern, schafften sie einen ausgleich, man könnte sagen zwischen (verlorener) herkunft abstammung und (noch nicht vollendeter) ankunft assimilation. den einen machten sie klar, daß in solch einem krieg ihre männer und kinder sterben, den anderen, daß sie ihre väter und brüder verlieren könnten.
strukturell gibt dieser mythos her, daß involviertheit (verstrickung) unglück heraufbeschwört, aber zugleich das mittel zeitigt, es aufzulösen.
noch mehr vielleicht enthält er die botschaft eines urbanen pragmatismus, kultur zu verstehen als ein arrangement des unvereinbaren auf der grundlage des undenkbaren
der raub der sabinerin | der gründungsmythos roms enthält die geschichte vom raub der sabinerinnen. der schildert die frauen zwischen denjenigen, nämlich den römern, die sie aus frauenmangel gestohlen hatten, mit denen sie sich arrangiert und verheiratet hatten, und den sabinern, ihren vätern und brüdern, die miteinander im rachekrieg standen. um das schlimmste zu verhindern, schafften sie einen ausgleich, man könnte sagen zwischen (verlorener) herkunft und (noch nicht vollendeter) ankunft. den einen machten sie klar, daß in solch einem krieg ihre männer und kinder sterben, den anderen, daß sie ihre väter und brüder verlieren könnten.
strukturell gibt dieser mythos her, daß involviertheit (verstrickung) unglück heraufbeschwört, aber zugleich das mittel zeitigt, es aufzulösen.
noch mehr vielleicht enthält er die botschaft eines urbanen pragmatismus, kultur zu verstehen als ein arrangement des (scheinbar) unvereinbaren auf der grundlage des (scheinbar) undenkbaren
der raub der sabinerin |
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hä?? (work in progress)
1 zerrissener mann teilt sich mit ...
... auch wenn er nichts sagt. irgendetwas spricht immer aus einem (ihm) heraus, und sei es auch nur die zerrissenheit selber, die so oder so zum ausdruck kommt.teilung bedeutet eben auch trennung in teile (ob informell oder tatsächlich); in gewisser weise nehmen die teile immer auch etwas mit aus ihrer vergangenheit aus einem ungeteilten ganzen: das ist der urgrund dessen, was wir MIT-TEILUNG (vgl. zellteilung) nennen, nämlich SICH mitzuteilen. der mensch kann gar nicht anders als sich auszudrücken. wir sprechen hier von ausdrucksverhalten im allgemeinen. selbst wenn ein mensch sich verweigert, verstummt und dergleichen, dann ist das ein ausdrucksverhalten, denn selbst die "verstummung" hat ein WIE
in diesem "urgründlichen" sinn ist mitteilung nicht kommunikation; dafür braucht es im weiteren bezogenheit, austausch, auseinandersetzung etc. | dare lat. heißt geben; datum ist also das gegebene; die frage, wem etwas gegeben ist oder wird, setzt das, was gegeben ist oder wird, in den grammatischen dativ
| diese personale bezogenheit des datum oder plural der daten zeigt die relativität von dem wie immer gegebenen (von daten).
was wir also modern unter daten verstehen, ist die informelle korrelation zwischen wahrnehmer und wahrgenommenem
| was sich als unsere wirklichkeit beschreiben ließe,
wäre die gesamtheit aller daten, die sich uns, allen individuen, wie auch immer mitteilen.
ein individuum ist nur ein individuum, insofern es von anderen individuen unterschieden ist, wie ein gegebenes nur insofern ein datum ist, als es sich von anderen daten unterscheidet; wie bitte? was haben wir da gesagt (bekommen)? | |
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