wenn wir weit genug auf abstand zu uns gehen, dann sind wir von diesem gedachten punkt aus null und nichtig
unterschiede sind (beim besten willen) nicht (mehr) zu erkennen.
aber wie kommen wir in diesen abstand zu uns SELBST.
durch gedankenexperiment (wissenschaft)
oder alternativ: abstand zu sich selbst (als einem sozialen wesen) durch verarbeitung von sieg und niederlage (erfolg/mißerfolg etc.) (in sozialem wettbewerb).
durch das sichere gefühl, daß es jenseits des ordnungsregisters "sieg/niederlage" welten gebe, die davon fatal nicht erfaßt sind — ein MEHR, das wir das HUMANUM schlechthin nennen könnten
nach dem ENERGIEERHALTUNGSSATZ kann energie weder hergestellt noch vernichtet, sondern nur aus der einen in die andere form transformiert werden
alles, was geschieht, ist daher nur übersetzung
was sich uns zeigt, zeigt sich durch uns und unsere unterschiedenheit von anderem. weil es etwas gibt, das nicht wir sind, gibt es uns
in der differentialrechnung machen wir uns den gedanken zunutze, daß zwischen zwei punkten einer abstandslinie immer noch ein weiterer punkt gefunden werden kann, egal wie klein der abstand ist. wir versuchen hier in der sprache diskreter (=wohlunterschiedener) dinge (=punkte auf dem zahlenstrahl) ein kontinuum (=der reellen zahlen) zu beschreiben. die mathematik überbrückt diesen widerspruch durch die sog. grenzwertrechnung, aus der differenzial- und integralrechnung hervorgehen. ein begriff, in dem die idee des kontinuums impliziert ist, ist der der stetigkeit (von kurven). es gibt keine lücken. wir können mit einer formel lückenlos auskunft geben (unter der bedingung einer funktion oder abbildungsvorschrift einer zugeordneten ["rechtseindeutigen"] eigenschaft) psychologisch ein ergebnis des horror vacui (des widerwillens gegenüber jeder leere)
so gesehen ist mathematik kompensierte paranoia
energie ist der inbegriff des unsichtbaren seins, des latenten, des noch-nicht, des zukünftigen (im gegenwärtigen)
eines morgens hatte ich noch im halbschlaf, auf halbem weg zur wachheit, eine idee, irgendwas mit helfen, was genau, weiß ich jetzt nicht mehr, aber was ich noch klar erinnere war, daß ich sie ganz gut fand. helfen und glaube ich unterstützen war das wort gewesen, das dabei eine rolle spielte, ja, genau, ich stütze mich irgendwo ein, daß es nicht zusammenkracht; — klingt irgendwie brachial, so diese vorstellung, fest eingefügt zu sein, nein, das klingt doch ziemlich zwanghaft, nicht?
UNTERSTÜTZEN – das klingt auch nach stützpfeiler, pilaster, säule. vermutlich war der traum, aus dem halbwachen heraus ins bewußtsein gekommen, eine nachbereitung meiner beschäftigung mit dem italienischen renaissance-baumeister und bildhauer BRUNELLESCHI, berühmt vor allem auch durch den kuppelbau des florentinischen doms und dem FINDELHAUS ("ospedale degli innocenti"), sozusagen eine erste einrichtung für ausgesetzte kinder und babies, also eine art babyklappe.
in der renaissancearchitektur spielt die säule eine große rolle. auch insofern, als die renaissance in der tradition zur antike eine (vgl. den begriff humanismus) starke bezogenheit zum menschen als INDIVIDUUM wie auch als (stadt)bürger (seine urbane organisiertheit als soziales wesen) hatte. so ist von brunelleschi die architektur eines gebäudes auf die piazza (stadtplatz) hin gedacht. schon insofern ist diese architektur politisch zu verstehen. die stützende säule, wie wir sie in den griechischen tempeln finden, ist nicht nur ein tragendes element dieser architektur, sie löst sich aus diesem kontext, etwa als blendsäule, und gewinnt dadurch abstraktere möglichkeiten. der antike bezug von säule und statue ist offensichtlich.
im findelhaus als einer renaissancearchitektur, bei der die säule in arkadengängen natürlich eine außerordentliche rolle spielt, ist nun der bezug des stützens auch ins soziale gewendet. der gliedernde aspekt der säulenarchitektur verbindet sich schon begriffslogisch mit einem – organisierten/ organhaften – ganzen (der stadt und des stadtplatzes) so jetzt hab ich die idee langsam wieder: in diesen baulichen zusammenhängen erscheint der begriff stützen rsp. auch helfen/ hilfreich sein in einem systemischen ganzen. das helfen würde in dieser weise der sozialen organisationsintelligenz zugerechnet werden, nämlich sich in einen überindividuellen zusammenhang sehen zu können. helfend sein soll also der mensch in dem sozialen kontext, in dem er sich befindet und in dem er seinen bezug zu dem sozialen ganzen erkennt. zugleich wird in diesem gedanken die dialektik von helfen/ stützen klar. wer hilft kommt in die senkrechte des aufgerichteten, ihm ist also selbst geholfen, wenn wir in dieser senkrechte, dem AUFRECHTSEIN, die idee der würde gespiegelt finden. individualität bedeutet in diesem renaissance-sinn eine gegliederte, konturierte stellung zu einem sozialen ganzen zu verkörpern. ohne diesen überindividuellen ("stützenden") aspekt ist individualität eine form von desorientiertheit. so ungefähr ließe sich diese verbindung zur renaissance beschreiben, um aus dieser modernen verwahrlosungsanfälligen individualität herauszufinden.
kleine marx(ismus)kunde die klassische kapitalismuskritik
das geld ist eine ware (nach marx), die keinen gebrauchswert, sondern nur noch tauschwert hat, die also ihren materialen charakter nahezu ganz verloren hat zugunsten eines virtuellen, sprich äquivalentcharakters – ein abstraktionsprozeß, der die beschleunigung im warenverkehr ermöglichte, die im umbuchungssystem der banken und den sog. kapitalströmen schließlich den scheincharakter kapitalistischer bewegungen vollendet. scheincharakter ist ein altmodischer ausdruck von virtualität. (kapital als das sich sebstbewegende quasi-subjekt =
das gold als ein vorläufer des (münz)geldes hat ja noch einen greifbaren gebrauchswertcharakter (schmuck, zahnmedizin, technik ...). irgendwann hat es aufgrund seiner günstigen beschaffenheit geldcharakter in form von münzprägung bekommen, und der übergang vom tauschhandel zum geldhandel stellt ja auch eine geniale vereinfachung dar, mit aber der relativierung vom gebrauchswert eines konkretes produktes. alles bekommt dann eben in einem solchen system warencharakter. es reicht schon der anschein eines gebrauchswerts sozusagen. das ist stark vergröbert gesagt die marxistische geldanalyse (sein terminus: quidproquo von gebrauchs- + tauschwert), die die scheinwelt kapitalistischer verkehrsformen auch in die menschenseelen einbeschreibt und das, was die entfremdung von den wahren, was immer das auch sein mag, bedürfnissen nach sich zieht. das, was später marxisten verdinglichung nannten, geht auch auf den von marx so genannten fetischquarakter der waren zurück. dieser hokuspokus des geldes ist im investmentbanking auf den gipfel getrieben. (nebulöse anlageformen, die in ihren diversifikationen nicht leicht zu unterscheiden sind von sog. schneeballsystemen, die ja der inbegriff unseriösen handels mit quasi nix darstellen)
der zentrale begriff der marxschen kapitalanalyse ist der sog. mehrwert, der dadurch entsteht, daß die inhaber der produktionsmittel, die kapitalisten nämlich, ihren lohnarbeitern nicht den tatsächlichen gegenwert des produktes (der im produkt "geronnenen" arbeitszeit)bezahlen, sondern einen mehrwert für sich beanspruchen, der die kapitalbildung ermöglicht, um zu investieren, also ihr privateigentum an den produktionsmittel zu verbessern und zu vergößern. das ist der prozeß, der den machtzugewinn der kapitalisten beschreibt, wie er sich in der macht der konzerne vollendet konkretisiert und die nationalstaatl. macht zu übersteigen droht bzw. längst überstiegen hat
... sondern bedeutungsvolle, durch Celtis
angeregte humanistische Bildprogramme fur eine geplante Bildungsinstitution, im Grunde vergleichbar dem ebenfalls von Celtis inspirierten und von Dürer geschaffenen Philosophia-Holzschnitt der Amores-Ausgabe von 1502. Grundlage fur die argumentative Neuinterpretation sind jeweils exakte Bildbeschreibungen (S. 37, 53f., 105ff.), die geradezu als exemplarische Lehrstücke für die Betrachtung der Werke gelten können"