das führt zu einer beinahe leidenschaftlichen verteidigung durch dhonau, den fürsorglichen mentor eines untergehenden geschlechts, die hier noch einmal wiederholt sein soll:
... , aber er (scheußenbach) ist sicher keiner, der sich auf der suche nach anerkennung krummlegt. er hat gute vorschläge, auch wenn sie einen quälenden anteil in sich bergen. er ist ein wenig ein scheusal, ein wenig ein nichts, ein wenig too much, sicher, doch dafür ist er in sachen scheußlichkeiten auch sachverständig. der " "hausfrauen-roman" " ist ein vertracktes projekt. ein literarischer schwitz-kurs. ein schmeiß-mich-und-dich-weg-buch. ein zutiefst unseriöses projekt. denn gegenüber dem allseits seriösen getue ist herr scheißenbach allergisch. er ist ein müllmann. der herr scheißenbach. kein muttersöhnchen. ein eskapist schon, ja, ein unheld (kein antiheld), ja. er hat einen besonderen blick für abgeschattete sphären. für allgemeine unaufmerksamkeiten, ja, er ist eine schrecklichkeit, schon insbesondere deswegen, weil er sich auch noch was drauf einbildet ... er geht zum lachen nicht in den keller, er lacht gar nicht selber, er läßt lachen, er ist ein müllaristokrat, er ist ein reingarnichts, er wäre sicher auch gerne böse, wenn ihm das nicht auf dauer zu anstrengend wäre. er mag keine weltanschauungen, er mag auch nicht das anti. egal von was, irgendwie ist er ein einziges daneben, als wäre es sein einziges ziel, daß sich die ihn umgebende gesellschaft für ihn entschuldigt bei sich selber oder auch allen: "entschuldigung, er ist uns in einem schwachen moment so herausgerutscht, ein leibhaftiger versprecher, wir könnten den ganzen tag lachen, wenn es nicht auch so traurig wäre ...
jetzt ist der dhonau selber ein wenig ins schwitzen gekommen
[an anderer stelle (siehe dort ...) ein weitere darstellung des herrn v. scheußenbach:] dhonau geht's so lala, also knapp unter scheiße, aber dem freien herrn v. und zu scheußenbach geht es gut, so vermuten jedenfalls alle, weil er eine unzureichende sozialisierung erfahren hat. die fragen nach seiner befindlichkeit registriert er so, als wollte jemand sich nach seinen vermögensverhältnissen erkundigen, um herauszufinden, ob was bei ihm zu holen sei. er antwortet also auf die frage, wie es ihm geht, ungefähr so: ich habe nichts, wirklich nichts, rein gar nichts; na ja, manche würden sagen, er ist ein vollparanoiker. dhonau gehen angesichts des herrn scheißenbach die meinungen aus ...
sch ...
baron scheußenbach schreit seinen namen ins weltall, dabei haßt er all die namen, die wie haltegriffe von der decke baumeln, jeder wankelmütige idiot greift da hinein:
SCHEUSSENBACH
"so ein windfurz!"
herr v. scheußenbach ist – nach eigenem bekunden – ein reines ABFALLPRODUKT der weltweit getätigten – wie er sich auszudrücken beliebt – kommunikationen; er ist gleichsam das, was hinten herauskommt – wie er tatsächlich einmal vor zig leuten auf dem marktplatz von travemünde verkündete, um anschließend in ein höllisches gelächter auszubrechen
männlich-heiter-melancholischer abgesang from austria (keiner hätt's denkt)
dieser melancholische abgesang endet mit der trauer um die verloren gegangene erotisch-sexuelle attraktivität des (singenden) mannes, er ist alt, ihm tut das kreuz weh, wie jesus, sagt er (singend). sein vergleich mit jesus kommt nicht von ungefähr, ist doch jesus der chefhäuptling der empathie, der ober-mitleider mit allen erniedrigten geschöpfen dieser erde – jesus ist der anti-mann, wie einer seiner nachfolger: der hippie, dessen derivat der jesus-jünger war, der blumen-tragende anti-soldat (make love-not-war), diese liebe hatte schon einen sozialen touch (im gestus), attraktiv für manche frauen womöglich wegen seiner gender-irritiertheit, wenn wir dieses wort-ungetüm durchgehen lassen wollen. der sänger hier verkörpert den erschöpften mann, dessen freiheit nur noch darin besteht, von seiner macht und mächtigkeit gelassen zu haben oder verlassen zu sein. frei auch insofern, als er die menschen von sich geheilt weiß vielleicht: alle haben sie den glauben an ihn verloren, er ist das tier, das sich zum sterben hinlegt. vor allzuviel sentimentalität bewahrt uns dieses lied durch seine selbst-ironische färbung und durch eine gewisse lakonik
ein tanz in anführungen oder die entfesselung der hausfrau
herr von scheußenbach will einen hausfrauen-roman herstellen, aber nicht einen roman über die hausfrau, nein, sondern einen roman in einem gestus verfaßt, mit dem herr von scheußenbach das hausfrauen-sein verbindet, also einen hausfrauen-roman in anführungszeichen. es ist die rede von einer alsob-hausfrau sozusagen-angenommen. herr von scheußenbach glaubt, daß die gesellschaft der hausfrau, die doch dabei ist aus der geschichte zu verschwinden, um in selbige einzugehen, eingedenk sein sollte – schon ein bißchen im voraus, praktisch. wie soll das geschehen? indem sich die gesamtgesellschaft in eine hausfrau hineindenkt und –fühlt, sodaß die große gesellschaft vorübergehend als eine einzige hausfrau auftritt. Sie werden sagen, das ist doch ein hirngespinst, wie soll denn das gehen? Sie haben natürlich recht. wenn Ihnen das hilft, bitte schön. aber herr v. scheußenbach bleibt bei seinem vorschlag, denn er ist nachhaltig beeindruckt von der insbesondere TEUTSCHEN HAUSFRAU; denn diese hochproblematische verortung des begriffs muß nicht unter allen umständen gescheut werden. eine hausfrau in ihren grandiosen jahren, oder wie auch gesagt werden kann: ihrer versklavung, die ähnlich wie die verschleppung der afrikaner in die us-amerikanischen baumwollfelder, auch eine unbeleuchtete kulturelle dauerquelle darstellt, die im falle des afro-amerikanismus den ursprung einer globalen kultur darstellt, die ihresgleichen sucht, nämlich die POP-kultur; so stellt die versklavung – oder etwas weniger drastisch formuliert: die eingatterung der fraulichen energien – eine kulturelle qualität (jedenfalls in ihren ursprüngen) dar, die im ökologischen inbegriff der nachhaltigkeit gipfelt, DEM neologismus der neuzeit. dieser begriff ist auch wegen seiner metaphorischen reichhaltigkeit in aller redner-munde (mit allen effekten bis zur verhunzung auch) was heißt das in bezug auf die HAUSFRAU? eine klassische hausfrau hat nur minimale abfälle; aus essensresten etwa hat sie den EINTOPF erfunden, der mit der entsprechenden kenntnis von produkt und verarbeitung, wie alle wissen, eine DELIKATESSE ist. aus allen kleidern kann sie neues schneidern, aus vielen wegwerf-utensilien stellt sie dekoratives (zur anverwandlung des wohnheims) her; sie hat die natürlichen verfahren zur haltbarmachung entwickelt, aus früchten die marmeladen und gelees, auch den rumtopf zetbe – Sie selber werden tausend weitere beispiele aus der KUNST des HAUSHALTENS finden ... die HAUSFRAU in ihren klassischen ursprüngen ist also eine wahre ABFALL-KÜNSTLERIN. wer den grandiosen film "der duft der grünen papaya"oder "l'odeur de la papaye verte" gesehen hat, wird hier die variante der hausfrau in der ausprägung DIENSTMAGD/ HAUSHÄLTERIN vor sich haben. (DIENST AN DER FAMILIE). die energetische quelle dieses dienstes liegt sagen wir mal in der unfreiheit, der knechtschaft, des dienerin-seins eben, die irgendwann jeden herrn in eine abhängigkeit bringt, an der er immer fürchten muß unterzugehen (das ist in ungefähr auch die hegelsche herr-knecht-dialektik) (und diese abhängigkeit ist ja wirklich in der umkehrung begriffen, was sich in der demolierung der männlichen rollenidentifikationen zeigt) herr v. scheußenbach weiß davon nichts, aber seine idee, in einem inszenierten moment die gesamtgesellschaft als eine einzige hausfrau auftreten zu lassen, ist nicht allein ein elaborat der LUXUSKÖPFIGKEIT, sondern auch TYPISCH herr-von-scheußenbach-ig, denn herr von scheußenbach ist ein sammler von ABFALL-SÄTZEN, die wie satelliten um uns herumfliegen. er nennt sich selbst einen ABFALL-KÜNSTLER, während doch viele aus unserer erlauchten mitte es nur in der ABFÄLLIGKEIT (kontrastiert von der STAR-ANBETUNG) zur meisterschaft bringen – eine haupt-attitüde der hochleistungs- und klimmzug-gesellschaften, die nicht umsonst an ASTHMA leidet, (das ist: KURZATMIGKEIT) dem gegenteil von NACHHALTIGKEIT, nicht wahr?
ratschlag für alle: notfalls die gegend auf einen wirken lassen
dieser tatort gestern, suuuper, da offenbart sich doch mal in dem suuupermedium fernsehen wieder die erbärmliche seite des suuuper aufgekrempelten yes-we-can-lebens. da läuft ein ex-pärchen als wie's-der-zufall-so-will-kommissar-kollegen durch die wir-haben-einen-fall-landschaft und staksen indizien-frei leipzig ab, die eine immer in kuß-mund-stellung als ich-denke-nach-mimik und der andere mit einer mir-kann-keiner-fresse, in wirklichkeit aber waren sie nicht auf der suche nach einem mörder, sondern nach einer story, die die drehbuchautoren irgendwo versteckt hatten. auch das ex-liebes-pärchen und jetztiges fahndungsteam scheint völlig ratlos (aus der mdr-seite: "Manchmal sitzt der Kommissar stundenlang [! (dh.)] allein an einem Tatort, lässt die Umgebung auf sich wirken ..."), warum sie jemals und in welcher form auch immer da oder dort herumtapsen (um die gegend auf sich wirken zu lassen). so geht es uns doch allen – hin und wieder – in zeiten, wo wie wir uns daran gewöhnt haben, immer den eindruck erwecken zu müssen, als könnten wir kaum laufen vor motiviertheit und das-ist-es-was-ich-schon-immer-machen-wollte (in dieser gegend da). an der strategie ist ja nicht unbedingt alles falsch, aber dabei eine gewisse lockerheit zu behalten, ist sowohl erforderlich wie gleichzeitig nicht unschwer, wolln ma mal so sagn, he, die assauer-wittwe hat es ja auch nicht so leicht, die sieben harte jahre an der seite eines charming ignorant ("die wahrheit liegt irgendwo versteckt auf dem platz, schätzchen."), das muß sie auch erst mal wegspielen, sie versucht sich jetzt etwas unglücklich in macho-gestik, fehlt nur noch, daß sie sich die fingernägel feilt während der befragungen und die partikelchen dem vernommenen ins gesicht bläst, solange bis den filmemachern eine story eingefallen ist. so sollten wir es auch machen, so machen wir es auch, wenn wir eigentlich insolvenz anmelden müßten im kreativsupermarkt teutschland, he, icke zetbe weiß ja auch nicht, warum ich hier gelandet bin, weshalb ich hier rede und gegen wen und überhaupt, aber augen zu und weiter, immer weiter, so ein leben will ja auch abgelebt sein, hallo, wo seid ihr alle? habt ihr euch wieder mal aus dem staub gemacht? soll ich mich wieder hier allein blamieren, he? ja, gibt's denn das auch? — ich blas euch gleich den staub der nie erfundenen geschichten ins gesichtchen ...