herr VON + ZU befand sich in einer runde, in der sich ein paar menschen, so schien es jetzt, zusammengefunden hatten, sich ein wenig zu sortieren, gelegenheit zu haben, sich durch die worthandlung zu besondern, sich durch das abgehandelte wort voneinander zu unterscheiden. und so waren die teilnehmer, ausnahmslos männer, alsbald auf das thema FRAUEN gestoßen, zwangsläufig, wie man meinen könnte, doch das schien ihnen selber zuletzt klar zu sein.
von und zu scheußenbach, der schreckliche baron, ließ sich hinreißen und ironiserte gegen die MODERNE FRAU. er, der tapfere unter den einäugigen, der unverdrossene unter den begriffsstutzigen, der wandersmann unter allen stubenhockern, bewundere vor allem die erfindung des MULTITASKING (eine raffinierte ummantelung der weiblichen konzentrationsschwäche). der modern-irritierte mann (in dieser eher altmodernen ausprägung mittlerweile schon wieder im verschwinden begriffen) ist insgesamt ein wenig versteift, wenn er das so sagen dürfte, nicht wahr, sprach da der prekäre freiherr in seiner betont elaborierten art, nicht wahr. da war es an dem feinsinnigen freigeist aus einer metzgerdynastie, sein name tut hier nichts zur sache, jenes furchteinflößende wort in seiner ganzen lapidaren lautsinnlichkeit über die lippen rollen zu lassen: F..RR..AUUUU...EN
frauen wollen männer, aber was für welche, ist, scheint mir, unklar, so unklar, das in ihm, dem luxurierten abkömmling des schlachtadels, langsam der verdacht aufsteige, das ziel sei diese unklarheit selber, die das geschäft der desorientierung der männer betreibe, nicht wahr.
der von sich selbst erheiterte, altgewordene vertreter der metzger-jeunesse dorée ließ ein nachhallendes schweigen folgen, damit die hier versammelten endlich zu dem wohldosierten beifall kommen konnten, zu dem die whiskytrinker (glenfarclas oloroso sherry cask, also ein in alten sherryfässern gereifter single malt whisky) gerade noch in der lage waren, nicht wahr.
frauen, sprach da der inbegriffliche DRITTE, das sei ein thema für sich, nicht wahr ...
ein einziges großes nervöses netz – größer als alle welt
oh, was ist ein gletscher? was ist ein gletscher? was ist ein gletscher? — das das das ist außercharming oberoberoberanticool. ja, nur eine zu unrecht völlig diffamierte chose wie hysterie kann dem gletscherphänomen korrespondenz halten, you know you know.
alles alles, was ist, kommt aus einer UNZEIT, irgendwoher hierhin dorthin verschleppt — und diese ganze obernervöse angelegenheit alles lebendigen ist verbunden durch schwarze materie oder was sonst so an approximativen unterwegs ist, diese verbundenheit von allem, was lebt, in die rede zu bringen — ja, und schon ist es falsch, nur weil es gesagt ist, nur weil es da steht, ist es falsch: denn alles, was hier oder da IST, kommt durch eine art gletscherverschleppung wie von außerhalb der zeiten, der raumzeiten, der differenzbestimmten welten.
raumzeit ist die oberste differenzstruktur, aber differenz ist letztlich und zuerst eine im großen RAUSCHEN eingebettete bezogenheit auf diese ohren diese augen diese sinne, welche in nervösen netzen verschaltet sind.
nem nicht
liegt, ist schnell abgewertet."nem nicht
liegt, ist gewertet."et."gewertet."a
s einem nicht
liegt, ist schnes, das einem nicht
liegt, ist schnell abgewertet."bgewertet."
"Moränen (französisch: moraine „Geröll“) sind die Gesamtheit des vom Gletscher transportierten Materials, im speziellen die Schuttablagerungen, die von Gletschern bei ihrer Bewegung mitbewegt oder aufgehäuft werden, sowie die im Gelände erkennbaren Formationen." (s. wikieintr. zu moräne)
"Ein Findling, auch Erratischer Block oder Erratiker genannt, ist ein heute meist einzeln liegender sehr großer Stein, der durch Gletscher während der Eiszeiten in seine heutige Lage verdriftet (transportiert und abgelegt) wurde." (s. wikieintr. zu findling)
ein findling ist ein kontextarmes, so könnte man es auch sagen, objekt, das dazu einlädt in neue erzählungen eingebettet zu werden. der findling, wie etwa kaspar hauser einer war, ist kulturelles brachland, das tausend freigesetzte mütter- und väterenergien bindet, alle wollen dem armen findling heimat geben, wollen noch einmal ihr schicksal, hier, in dieser HOIMAT gelandet zu sein, als bestes schicksal weitergeben. aber jede erzählung, insofern sie echte erzählung ist (und nicht kolportage), ist nicht von irgendwelchen bloßen erzählabsichten gesteuert, und insofern obsiegt auch der frisch sozialisierte findling wie kaspar hauser als immunreaktion der gesellschaft auf sich selber, sie bekommt quasi neurodermitische symptome, wenn diese findlinge einverleibt werden sollen
hier ein vorspanntext zum romanprojekt DON COJOTE des letzten jahrtausends aus der dhonauwerkstatt noch in großund kleinschreibung
D O N C O J O T E
oder
w e r s p r i ch t
w e nn d e r h u n d b e ll t
(unveröffentlichtes) roman projekt aus der
D H O N A U -werkstatt
"Die Stunde X:
Wieder einmal habe ich mich eines verlorenen Buches bemächtigt, das mir ein trauriger Musengott in die Hände gespielt haben mag. – Oder bilde ich mir das nur ein? Jetzt, wo ich mich umblicke in allen Winkeln meines Gedächtnisses, sehe ich nichts, was auf ein Leben vor dem Buch schließen läßt, noch auf irgendein anderes Buch als dieses ... Ich stehe wie in einem zerrissenen Hemd hier – vor Euch. Einem Buch entsprungen, in das ich irrtümlich, wie ich der festen Überzeugung bin, hingeraten war, dem Buch, das hier vorliegt. Und wenn es überhaupt etwas Leserliches an sich hat, dann ist es genau diesem Umstand zu danken, daß ich IRGENDWIE, genauer ist es nicht zu sagen, da durchgefunden und meine lustvoll gehässigen Spuren hinterlassen habe. Diejenigen nämlich, die sich als Autoren, Dichter und dergleichen hervortun, vor allem diejenigen, die sich mit ihrer Ehrlichkeit brüsten und in die Welt posaunen, machen wir uns doch nichts vor, sind nicht auszuhalten. Die kommen mir wie gerufen, da stehe ich mit aufgekrempelten Ärmeln im Anschlag, ich, der ich von allen Eingeweihten nur der ANDERE, aber auch gern der DON COJOTE genannt werde, muss diese mit sich selber Identischen, sich selber auf den Leim Gegangenen vom Himmel herunterholen und - wie wir in unserer Geheimkirche sagen: überhaupt erst sündenfähig machen, in dem wir diesen Angsthasen ins Ohr den entscheidenden Befehl flüstern: LEBE, DU LAHME ENTE!
Denn was ist es anderes als Angst, das einen dazu bringt, die Fremdheit, welche in jedem Lebewesen auf der Lauer liegt, nicht wahrhaben zu wollen. Was mich dagegen umtreibt ist die Gewissheit, der Andere zu sein.
Anfänglich bin ich, der Don Cojote, in diesem Buch hier so gut wie gar nicht zu entdecken, denn ich hab mir eine Zurückhaltung auferlegt, die mir niemand zutraut, der mich halbwegs kennt. Vielmehr habe ich versucht, erst einmal auf Schleichpfaden, zwischen den Zeilen sozusagen und im Hinterhalt die erste Hälfte dieser Literatur wie ein Strauchdieb zu überleben.
Anfangs bin ich selbst mehr Leser, trotzdem wird der geübte Beobachter mich da und dort an unscheinbaren Stellen ausfindig machen können, bis ich zunehmend und mit unwiderstehlicher Energie aus diesem Buch einen Kreißsaal meiner Selbsthervorbringung mache.
Jetzt aber will ich dir, liebes Leserlein, nicht ersparen, was mir selbst widerfahren ist: DIESES BUCH, das beginnt mit den Geburtsschmerzen eines Ichosauriers, deren lautliche Niederschrift die Nähe zu einem Höllengelächter offenbart. seht selbst: