tatsächlich gab es eine zeit, da mir nichts erstrebenswerter erschien, als mich in täglich forcierter bewegung, in vorbildloser choreographie durchs leben ins leben zu, wie soll ich sagen: — tanzen. dieser satz ist aber zu ungenau, als daß er wiedergeben könnte, was mich trieb in jener zeit. dafür ist hier ein video von kazuo ohno, einem großen tanzkünstler, den ich anfangs der achtziger jahre erleben durfte, und schon damals war er ein tanzender greis gewesen, und der immer noch, soweit ich weiß mit bald 100 jahren tanzt.
wenn wir unser seiner kunst überlassen, können wir begreifen, daß tanz und er-innerung in (s)einer kunst konvergieren können; vielleicht die einzige möglichkeit darstellt, vor seinen eigenen anfang zu gelangen, vor alle zeit zu kommen, — die mächtigste und zugleich am wenigsten begriffene menschliche sehnsucht
herr v. scheußenbach ist ein hagmeister auf der grenze vom indipfiduellen zum sotzzjalen
der gegensatz, das gegenüberstehen von indipfidualidät und sotzzjalidät bezeichnet die dynamik moderner gesellschaften; die betonung des einen oder anderen beschreibt auch den jeweiligen zustand der gesellschaften; es gibt natürlich auch interferenzen, undeutlichkeiten, unbestimmte sphären, anarchische energien, die systemisch von höherem belang sind, als das die gewährsleute der systeme wüßten oder im bewußtsein hätten. ein beispiel wäre so etwas wie das, was idiotische energien genannt werden könnte, die sich der dichotomie privat/politisch nicht so ohne weiteres zuordnen oder unterwerfen lassen
aus DER IDIOT DER FAMILIE, GUSTAV FLAUBERT (bd.1) v. jean-paul sartre:
sartre zitiert hier einen bericht caroline commanvilles über flaubert, dessen nichte sie war:
"Das Kind war von ruhigem, nachdenklichem Wesen und von einer Naivität, von der es sein ganzes Leben lang etwas behalten sollte. Meine Großmutter hat mir erzählt, daß es stundenlang, den Finger im Mund, völlig abwesend und mit einem fast blöden Gesichtsausdruck dasaß."
hier deutet sich eine energie an, die der sozialisierung entzogen ist. ein idiot ist demnach auch jemand, der in der öffentlichkeit gesichter zeigt, die ins privatissime gehörten.
ein grenzfall zetbe wäre das nasebohren im öffentlichen raum ein moderner mensch flucht und beschimpft ungehemmt (vermutlich) allein autofahrend [über geläufigere varianten von idioten ;–) das auto ist so gesehen ein privatraum im öffentlichen (verkehr)]
herr v. scheußenbach frißt sich an sich erinnernd selber auf
herr von scheußenbach is reading the the idiotic difference