mißbrauch und mitte der blogschwester 1maria gewidmet
eine blogenergie, wie sie (beispielsweise) von 1maria ausgeht, ist nur zu verstehen, wenn sie im spannungsverhältnis zu einer gesellschaft gesehen wird, die im kampf um mitte und maß sich regelrecht bedient, bedienen muß an herausgekugelten existenzen, die einerseits definitorische grenzarbeit leisten und andererseits zur unterhaltung der (von langeweile gefährdeten) mitte sich exaltieren, also zum affen machen (lassen)
zur anempfohlenen lektüre sei hier genannt: HERFRIED MÜNKLER, MITTE UND MASS – DER KAMPF UM DIE RICHTIGE ORDNUNG
apropos: der titel MISSBRAUCH UND MITTE ist ja wohl erklärungsbedürftig.
also: wenn wir unter mitte auch eine instanz verstehen wollen (vgl. medium), die etwas vermittelt, über das sich etwas mitteilt (gibt es eine etymologische vebindung von der präposition MIT zu MITTE?), dann können wir in dieser TRANSFORMATION (wie wir vermittlung auch nennen könnten) etwas, das zentral für die menschliche sprache ist: nämlich über das MEDIUM der sprache verwandelt sich der mensch die welt an, macht aus der welt seine welt, er rückt sie sich in seine reichweite, bringt sie auf GEBRAUCHSFORMAT sozusagen
alles, was wir brauchen (können), kann aus einer anderen warte als ein MISSBRAUCHEN angesehen werden, denn wir brauchen etwas ja nach eigener bedürfnislage.
im ZWISCHENMENSCHLICHEN (apropos: zwischen als präposition inkludiert evidentermaßen ebenfalls den begriff der mitte) ist das brauchen in unseren tagen ein besonders neuralgischer begriff. wir könnten sagen, wenn zwei menschen sich nicht brauchen, werden sie im engeren sinn nichts miteinander zu tun haben. wenn ein reicher wegen seines reichtums fürchtet unter diesem gesichtspunkt gebraucht zu werden, fürchtet mißbrauch. wenn ein schöner wegen seines schönseins gebraucht wird (zur erhebung) gebraucht wird, fürchtet mißbrauch usw. wer zu gar nichts zu gebrauchen ist, wird zur aussonderung gebraucht, eine besondere form des mißbrauchs
aber wenn zwei menschen sich nicht brauchen und das nicht wissen und eine beziehung eingehen, dann brauchen sie sich trotzdem, denn sie können am je anderen lernen, im günstigen fall, was sie eigentlich nicht brauchen
mißbrauch ist ein fall von asymmetrischem (symmetrie inkludiert übrigens ebenfalls den begriff der mitte) gebrauch; d. h. nach unseren wertvorstellungen muß es irgendeine art von einverständlichem gebrauch der beteiligten geben ...
sirenengesäinem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohllen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren AUCH überlassen kannst, die dich mit deinem wahnsinn b menschen, die es nicht mehr gibt, weil sie vielleicht als schiffbrüchige auf nicht mehr erreichbaren inseln ein unerlöstes leben führen, menschen also, die keine individuen, d. tes leben führen, menschen also, die keine individuen, d. h. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so einengst, daß du dich winde und meere meidest, welche dich mit deinem wahnsinn bekanntmachen.
nur dort draußen kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tam beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so einengst, daß du dich winden und meer meidest, welche dich mit deinem wahnsinn bekanntmachen.
nur dort draußen kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tausend vorfh. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur ütes leben führen, menschen also, die keine ekanntmachen.
nur dort kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tausend vorfh. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur ütes leben führen, menschen also, die keine individu menschen, die es nicht mehr gibt, weil sie vielleicht als schiffbrüchige auf nicht mehr erreichbaren inseln ein unerlöstes leben führen, menschen also, die keine individuen, d. tes leben führen, menschen also, die keine individuen, d. h. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren AUCH überlassen kannst, die dich mit deinem wahnsinn bekanntmachen.
nur dort kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tausend vorfh. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur ütes leben führen, menschen also, die keine en, d. h. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an gantes leben führen, menschen also, die keine individuen, d. h. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren AUCH überlassen kannst, die dich mit deinem wahnsinn bekanntmachen.
nur dort kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tausend vorfz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen keine individuen, d. tes leben führen, menschen also, die keine individuen, d. h. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren AUCH überlassen kannst, die dich mit deinem wahnsinn bekanntmachen.
nur dort kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tausend vorfberleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren AUCH überlassen kannst, die dich mit deinem wahnsinn bekanntmachen.
nur dort kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tausend vorfahren, die in dir ein gefangenes unleben fristen) verschlingen zu lassen, denn nur auch im widerstand zu dir selber, wirst du ein kapitän werden und dein schiff lenken können, indem du irgend mit den winden spielst, denen du ausgesetzt bist
das ist dialektik, das grenzreich nämlich, in dem das passivum und das aktivum nicht auseinanderzuhalten sind
sehen Sie, hier ist ein, irgendein "googlezufälliger" beispieltext aus der großen weiten webwelt mit und über sirengesang:
"Sirenengesang. Als Kind hatte er eine Muschel ans Ohr gehalten und in ihr dem Rauschen des Meeres gelauscht. Er fragte sich, ob eine solche Muschel nicht auch andere Geräusche festhalte. So präparierte er das Gehäuse eines Schalentieres; er fabrizierte eine Art mechanische Ohren. Als sie ins Einzugsgebiet des Sirenengesanges kamen, stellte er das Gehäuse auf und band es am Mast fest, weil er unsicher war, ob nicht auch leblose Dinge dem Lockruf des Todes folgten.
Als mir der Immune seine Frühform eines Aufnahmegerätes überreichte und ich hineinhorchte, waren vorerst nur Wellen und Wind auszumachen und ein Flügelschlagen. Doch dann ertönte ein Heulen und Wimmern, ein Schreien und Stammeln, Stimmen jeden Alters, einzeln herausgehoben und durcheinander, ein Ächzont color="#3F4B8C">
"Sirenengesang. Als Kind hatte er eine Muschel ans Ohr gehalten und in ihr dem Rauschen des Meeres gelauscht. Er fragte sich, ob eine solche Muschel nicht auch andere Geräusche festhalte. So präparierte er das Gehäuse eines Schalentieres; er fabrizierte eine Art mechanische Ohren. Als sie ins Einzugsgebiet des Sirenengesanges kamen, stellte er das Gehäuse auf und band es am Mast fest, weil er unsicher war, ob nicht auch leblose Dinge dem Lockruf des Todes folgten.
Als mir der Immune seine Frühform eines Aufnahmegerätes überreichte und ich hineinhorchte, waren vorerst nur Wellen und Wind auszumachen und ein Flügelschlagen. Doch dann ertönte ein Heulen und Wimmern, ein Schreien und Stammeln, Stimmen jeden Alters, einzeln herausgehoben und durcheinander, ein Ächzen und Stöhnen, das sich steigerte, ein ungeheures Seufzen, so daß mein Trommelfell schmerzte und ich die Muschel voll Entsetzen weit vom Ohr weg hielt.
Ich meinte zunächst, es sei eine mißlungene Aufnahme. Der Immune belehrte mich: der Sirenengesang sei alles andere als schön, der Lockruf des Todes grauenhaft. Deswegen gäben sie auch nie einen frei, damit keiner bezeugen könne, daß ihr Gesang nicht schmeichelnd, sondern abstoßend sei. Die Totenvögel mit ihren Mädchengesichtern seien Geier. Die Abfälle, von denen sie sich nährten, seien letzte Seufzer und das allerletzte Stammeln, all die Laute, die Sterbende im Bruchteil von Sekunden noch von sich geben. Wohin gingen dieses Weh und Fluchen, die geflüsterten Worte und abgebrochenen Silben, wenn nicht in den und Stöhnen, das sich steigerte, ein ungeheures Seufzen, so daß mein Trommelfell schmerzte und ich die Muschel voll Entsetzen weit vom Ohr weg hielt.
Ich meinte zunächst, es sei eine mißlungene Aufnahme. Der Immune belehrte mich: der Sirenengesang sei alles andere als schön, der Lockruf des Todes grauenhaft. Deswegen gäben sie auch nie einen frei, damit keiner bezeugen könne, daß ihr Gesang nicht schmeichelnd, sondern abstoßend sei. Die Totenvögel mit ihren Mädchengesichtern seien Geier. Die Abfälle, von denen sie sich nährten, seien letzte Seufzer und das allerletzte Stammeln, all die Laute, die Sterbende im Bruchteil von Sekunden noch von sich geben. Wohin gingen dieses Weh und Fluchen, die geflüsterten Worte und abgebrochenen Silben, wenn nicht in die Luft? Würden die Sirenen dieses Stammeln und Stöhnen nicht fressen, wäre die Luft derart, daß man sie nicht mehr einatmen könnte." - hugo loetscher, die papiere des immunen. zürich 1986
sirenengesänge, das kennen Sie aus homers odyssee?
das sind, wenn Sie so wollen, unzählige verwunschene, auf dem weiten, tragenden (und jederzeit auch alles zu verschlingen drohenden) meer verloren gegangene menschen, die es nicht mehr gibt, weil sie vielleicht als schiffbrüchige auf nicht mehr erreichbaren inseln ein unerlöstes leben führen, menschen also, die keine individuen, d. h. jedem zugriff entzogen und daher im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so einengst, daß du winde und meere meidest, welche dich mit deinem wahnsinn bekanntmachen.
nur dort draußen kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tausend vorfahren, die in dir ein gefangenes unleben fristen) verschlingen zu lassen, denn nur auch im widerstand zu dir selber, wirst du ein kapitän werden und dein schiff lenken können, indem du irgend mit den winden spielst, denen du ausgesetzt bist
das ist dialektik, das grenzreich nämlich, in dem das passivum und das aktivum nicht auseinanderzuhalten sind
sehen Sie, hier ist ein, irgendein "googlezufälliger" beispieltext aus der großen weiten webwelt mit und über sirengesang:
"Sirenengesang. Als Kind hatte er eine Muschel ans Ohr gehalten und in ihr dem Rauschen des Meeres gelauscht. Er fragte sich, ob eine solche Muschel nicht auch andere Geräusche festhalte. So präparierte er das Gehäuse eines Schalentieres; er fabrizierte eine Art mechanische Ohren. Als sie ins Einzugsgebiet des Sirenengesanges kamen, stellte er das Gehäuse auf und band es am Mast fest, weil er unsicher war, ob nicht auch leblose Dinge dem Lockruf des Todes folgten.
Als mir der Immune seine Frühform eines Aufnahmegerätes überreichte und ich hineinhorchte, waren vorerst nur Wellen und Wind auszumachen und ein Flügelschlagen. Doch dann ertönte ein Heulen und Wimmern, ein Schreien und Stammeln, Stimmen jeden Alters, einzeln herausgehoben und durcheinander, ein Ächzen und Stöhnen, das sich steigerte, ein ungeheures Seufzen, so daß mein Trommelfell schmerzte und ich die Muschel voll Entsetzen weit vom Ohr weg hielt.
Ich meinte zunächst, es sei eine mißlungene Aufnahme. Der Immune belehrte mich: der Sirenengesang sei alles andere als schön, der Lockruf des Todes grauenhaft. Deswegen gäben sie auch nie einen frei, damit keiner bezeugen könne, daß ihr Gesang nicht schmeichelnd, sondern abstoßend sei. Die Totenvögel mit ihren Mädchengesichtern seien Geier. Die Abfälle, von denen sie sich nährten, seien letzte Seufzer und das allerletzte Stammeln, all die Laute, die Sterbende im Bruchteil von Sekunden noch von sich geben. Wohin gingen dieses Weh und Fluchen, die geflüsterten Worte und abgebrochenen Silben, wenn nicht in die Luft? Würden die Sirenen dieses Stammeln und Stöhnen nicht fressen, wäre die Luft derart, daß man sie nicht mehr einatmen könnte." - hugo loetscher, die papiere des immunen. zürich 1986 (fundstelle siehe)
sirenengesäinem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohllen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren AUCH überlassen kannst, die dich mit deinem wahnsinn b menschen, die es nicht mehr gibt, weil sie vielleicht als schiffbrüchige auf nicht mehr erreichbaren inseln ein unerlöstes leben führen, menschen also, die keine individuen, d. tes leben führen, menschen also, die keine individuen, d. h. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren AUCH überlassen kannst, die dich mit deinem wahnsinn bekanntmachen.
nur dort kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tam beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren AUCH überlassen kannst, die dich mit deinem wahnsinn bekanntmachen.
nur dort kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tausend vorfh. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur ütes leben führen, menschen also, die keine ekanntmachen.
nur dort kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tausend vorfh. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur ütes leben führen, menschen also, die keine individu menschen, die es nicht mehr gibt, weil sie vielleicht als schiffbrüchige auf nicht mehr erreichbaren inseln ein unerlöstes leben führen, menschen also, die keine individuen, d. tes leben führen, menschen also, die keine individuen, d. h. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren AUCH überlassen kannst, die dich mit deinem wahnsinn bekanntmachen.
nur dort kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tausend vorfh. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur ütes leben führen, menschen also, die keine en, d. h. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an gantes leben führen, menschen also, die keine individuen, d. h. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren AUCH überlassen kannst, die dich mit deinem wahnsinn bekanntmachen.
nur dort kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tausend vorfz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen keine individuen, d. tes leben führen, menschen also, die keine individuen, d. h. jedem zugriff entzogen, im geheimen zu hause sind, aber – und jetzt kommt es – sich an ganz besonderen stellen, von rifffelsen begrenzten meerengen zum beispiel, sich zu einem konzert subjektloser stimmen vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren vereinigt haben, sodaß es wie aus einer unsichtbaren muschel an das ohr dringt eines verirrten (odysseus) helden, der nur überleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren AUCH überlassen kannst, die dich mit deinem wahnsinn bekanntmachen.
nur dort kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tausend vorfberleben kann, wenn er der macht der zeitlosen gesänge für immer verlorenener menschenseelen widerstehen kann.
und auch du, lieber leser, kannst nur zum (über)leben kommen, wenn du die nähe zu deinen todesgeweihten sehnsüchten nicht ganz und gar scheust, wenn du dein leben nicht so gestaltest, daß du dich den winden und meeren AUCH überlassen kannst, die dich mit deinem wahnsinn bekanntmachen.
nur dort kannst du lernen, dich nicht von diesem deinem wahn (dem stimmengewirr der tausend vorfahren, die in dir ein gefangenes unleben fristen) verschlingen zu lassen, denn nur auch im widerstand zu dir selber, wirst du ein kapitän werden und dein schiff lenken können, indem du irgend mit den winden spielst, denen du ausgesetzt bist
das ist dialektik, das grenzreich nämlich, in dem das passivum und das aktivum nicht auseinanderzuhalten sind
sehen Sie, hier ist ein, irgendein "googlezufälliger" beispieltext aus der großen weiten webwelt mit und über sirengesang:
"Sirenengesang. Als Kind hatte er eine Muschel ans Ohr gehalten und in ihr dem Rauschen des Meeres gelauscht. Er fragte sich, ob eine solche Muschel nicht auch andere Geräusche festhalte. So präparierte er das Gehäuse eines Schalentieres; er fabrizierte eine Art mechanische Ohren. Als sie ins Einzugsgebiet des Sirenengesanges kamen, stellte er das Gehäuse auf und band es am Mast fest, weil er unsicher war, ob nicht auch leblose Dinge dem Lockruf des Todes folgten.
Als mir der Immune seine Frühform eines Aufnahmegerätes überreichte und ich hineinhorchte, waren vorerst nur Wellen und Wind auszumachen und ein Flügelschlagen. Doch dann ertönte ein Heulen und Wimmern, ein Schreien und Stammeln, Stimmen jeden Alters, einzeln herausgehoben und durcheinander, ein Ächzont color="#3F4B8C">
"Sirenengesang. Als Kind hatte er eine Muschel ans Ohr gehalten und in ihr dem Rauschen des Meeres gelauscht. Er fragte sich, ob eine solche Muschel nicht auch andere Geräusche festhalte. So präparierte er das Gehäuse eines Schalentieres; er fabrizierte eine Art mechanische Ohren. Als sie ins Einzugsgebiet des Sirenengesanges kamen, stellte er das Gehäuse auf und band es am Mast fest, weil er unsicher war, ob nicht auch leblose Dinge dem Lockruf des Todes folgten.
Als mir der Immune seine Frühform eines Aufnahmegerätes überreichte und ich hineinhorchte, waren vorerst nur Wellen und Wind auszumachen und ein Flügelschlagen. Doch dann ertönte ein Heulen und Wimmern, ein Schreien und Stammeln, Stimmen jeden Alters, einzeln herausgehoben und durcheinander, ein Ächzen und Stöhnen, das sich steigerte, ein ungeheures Seufzen, so daß mein Trommelfell schmerzte und ich die Muschel voll Entsetzen weit vom Ohr weg hielt.
Ich meinte zunächst, es sei eine mißlungene Aufnahme. Der Immune belehrte mich: der Sirenengesang sei alles andere als schön, der Lockruf des Todes grauenhaft. Deswegen gäben sie auch nie einen frei, damit keiner bezeugen könne, daß ihr Gesang nicht schmeichelnd, sondern abstoßend sei. Die Totenvögel mit ihren Mädchengesichtern seien Geier. Die Abfälle, von denen sie sich nährten, seien letzte Seufzer und das allerletzte Stammeln, all die Laute, die Sterbende im Bruchteil von Sekunden noch von sich geben. Wohin gingen dieses Weh und Fluchen, die geflüsterten Worte und abgebrochenen Silben, wenn nicht in den und Stöhnen, das sich steigerte, ein ungeheures Seufzen, so daß mein Trommelfell schmerzte und ich die Muschel voll Entsetzen weit vom Ohr weg hielt.
Ich meinte zunächst, es sei eine mißlungene Aufnahme. Der Immune belehrte mich: der Sirenengesang sei alles andere als schön, der Lockruf des Todes grauenhaft. Deswegen gäben sie auch nie einen frei, damit keiner bezeugen könne, daß ihr Gesang nicht schmeichelnd, sondern abstoßend sei. Die Totenvögel mit ihren Mädchengesichtern seien Geier. Die Abfälle, von denen sie sich nährten, seien letzte Seufzer und das allerletzte Stammeln, all die Laute, die Sterbende im Bruchteil von Sekunden noch von sich geben. Wohin gingen dieses Weh und Fluchen, die geflüsterten Worte und abgebrochenen Silben, wenn nicht in die Luft? Würden die Sirenen dieses Stammeln und Stöhnen nicht fressen, wäre die Luft derart, daß man sie nicht mehr einatmen könnte." - hugo loetscher, die papiere des immunen. zürich 1986
der frevel, die eitelkeit, der film — bescheidung und ethik (neuauflage für lalol)
im vorigen schlöndorff-beitrag und seinen kommentaren ging es auch um die bescheidenheit als einen wohltuenden gegensatz zur film-szene im allgemeinen, zum gedöns, den eitelkeiten, oberflächlichkeiten, die dieser welt nachgesagt werden. unter diesem gesichtspunkt ist schlöndorff interessant insofern, weil uns das ganz nebenbei zu einem übergeordneten thema führt, nämlich der HYBRIS mensch, der überanstrengten gattung schlechthin. wie sich auch zeigt in der grenzübersteigenden instanz dessen, was wir bewußtsein nennen, und all jenen begriffen, die im gefolge dieses phänomens stehen.
wenn wir die kunst im allgemeinen als einen spezialfall dieser hybris ansehen wollen, nämlich insonderheit den frevel, als schöpfer aufzutreten, welt nicht nur zu verstehen also, sondern welten zu schaffen, in die GROSSE SCHÖPFUNG gewissermaßen hineinzureden, dann verstehen wir vielleicht auch, worum es bei diesem thema der ANMASSENDEN SZENE des films auch geht.
die nouvelle vague als der begründerin des modernen frz. künstlerischen films entstand, als junge cineasten in DER filmzeitung ("les cahiers du cinéma") anfingen kritiken zu schreiben, in der sie den autorenfilm forderten, d. i. ein produkt von persönlicher, künstlerischer URHEBERSCHAFT (vgl. schöpfer), die, wie wir jetzt verstehen, immer auch in der nähe agiert von prätention und überhebung. der JUNGE DEUTSCHE FILM ist die entsprechung zur nouvelle vague, auch hier spielte eine filmzeitschrift ("die filmkritik") als forum vor allem auch freier filmschaffender eine tragende rolle – nur daß hier von vielen protagonisten dieser bewegung gegen den deutschen restaurativen "wirtschaftwunder-nachkriegs"-film auch eine politiserung eingefordert wurde. in der nouvelle vague wurde die romanverfilmung kritisch betrachtet, weil der film gegenüber der literatur ja sich als ein eigenständiges medium abzugrenzen habe. unter diesem gesichtspunkt ist auch zu verstehen, warum schlöndorff, der sich einerseits durchaus zum JUNGEN DEUTSCHEN FILM rechnete und gerechnet wurde, was etwa die distanz zum mehr oder weniger reaktionären nachkriegsdeutschland anbelangt, doch zugleich auch ein außenseiter dieser szene ist, weil er eben andererseits als der literaturverfilmer, der er immer war, nicht wirklich zur szene der autorenfilmer gehörte. damit kommt eine andere seite der "frevel"-gattung mensch ins spiel, das ist die sich selbst moderierende, sich selbst grenzen setzende gattung, und da sind wir AUCH bei dem, was wir ETHIK nennen. angesichts der finanzkrise also ein hochaktuelles thema
s. zwei artikel aus der zeitung von heute: 1) über den neuen film von schroeter ein "klassischer" autorenfilmer und "meister der künstlerischen überhebung" geschrieben vom nach meiner meinung besten dt. filmkritiker fritz göttler 2) über eine retrospektive des filmuseums in wien über DEN truffaut-schauspieler: (hieraus das abfotografierte bild) jean-pierre léaud
jean-pierre léaud, der nicht nur bei truffaut (als junge naturbegabung und als darsteller eines zöglings) gespielt, sondern bei anderen regisseuren der extra-klasse wie godard, bertolucci (der letzte tango ...), rivette, eustache ("La maman et la putain") gearbeitet hat, ist eine wahre hybris von schauspieler-mensch, ein faß ohne boden, eine kinoexistenz, ein mensch aus nichts als kino. dieser schauspieler-mensch, den truffaut als 14-jährigen entdeckt und zu seinem alter ego-antoine doinel macht, so der name der figur, für 4 spielfilme und über einen zeitraum von 20 jahren, dessen erster davon (“Sie küssten und sie schlugen ihn/ Les quatre cents coups“) die nouvelle vague (mit-)begründet; dieser schauspieler-mensch läuft auf einer "verbotenen" grenzlinie zwischen kunst und leben, und er steht mit seinem eigenen leben dafür ein. er ist ein aus dem kino herausgeborenes wesen: das ist es, wofür die nouvelle vague auch steht, hier wird eine URHEBERSCHAFT beansprucht, eine offensive mensch gestartet, mitreißend, schön, anti-bürgerlich, elegant, anmutig, verstörend, anmaßend ...
bei léaud kannst du dir nie sicher sein, ob er nicht irgendwann aus einer laune heraus in den himmel hinauf deklamiert (und fast immer deklamiert er, was für einen schauspieler eigentlich der künstlerische tod ist): ob es nicht besser wäre, auf dem höhepunkt seiner karriere aufzuhören mit der ewigen spielerei? seine wahre profession sei doch, den frauen zu entsagen, oder vielleicht doch eher das gegenteil? – sich nur noch ihnen zu widmen. in "mama und die hure" spricht er jeden satz (und der gipfel des satzes ist jener, aus dem gedächtnis zitiert: "ah! mit den worten der anderen sprechen können, dahin möchte ich kommen, dort muß die freiheit sein!"), als huldige er einem geheimen theatergott, der ihm jede absolution verweigern wird. er ist sich sicher, das spürt der notleidende kunstzuschauer, er muß eines tages für all diese seine sünden schmoren. "natur! natur!", so könnte er in all seinen filmen gesagt haben, "was ist natur? was soll das sein? natur ist nichts, gar nichts!" es gibt eine ironie, und das ist die romatische, die uns die ewigkeit (und den traum von der unsterblichkeit) vom leib hält, indem sie sie ein klein wenig näherrückt, dieses für-immer-und-ewig. bis dorthin, wo der schmerz von der lust nicht zu unterscheiden ist; dort ist alles kleine groß – oder umgekehrt, wer weiß das schon so genau. wir spielen alle um unser leben. niemand führt diese verzeiflungsironie so bitter schön vor wie der léaud. ein kindmann sondergleichen. unerreichbar, schutzlos, närrisch. stellen Sie sich vor, gerade haben Sie all die klugen und vernünftigen sätze vor sich aufgehäuft, die zu einem verantwortungsbewußten, vorbildlichen erwachsenen gehören, dann wird Ihnen vielleicht eine "konter"-existenz wie der filmmensch léaud etwas plausibler, vielleicht ...
aus La maman et la putain
bring mir den kopf des jochanaan
das anfangs-standbild dieses (jetzt leider nicht mehr freigegebenen) videos ist großartig: unser christlich-jüdisch-arabischer ursprung in einer momentaufnahme
ein penner ist ein penner, weil er auf die straße geht, um dort zu schlafen, er muß keine behelligung (außer verscheucht zu werden) fürchten, er ist durch diese seine gesellschaftliche ächtung, sein stinken im öffentlichen raum ein wenig auch geschützt, er hat sich in die gosse fallen lassen, um offensiv seine verliererstellung zu agieren (im idealerweise unterstellten selbstbewußten fall), indem er sozusagen jedem wettbewerb entsagt. ja, man könnte soweit gehen, daß er der wachheit, die jeder wettbewerb verlangt, mit seinem pennertum eine definitorische grenze gibt: seht her, bei mir hören die diversen gerüche der feinen unterschiede auf, bei mir fängt der gestank kategorischen gleichseins an
wenn wir uns nicht nur reflexhaft zum begriff des wettbewerbs (je nach weltanschauung) in position bringen wollen, erscheint dieser doch zunächst auch als das natürlichste, das vitalisierende oder jedenfalls dynamisierende element im sozialen schlechthin. er gibt dem begriff lebendigkeit, – während wir mit dem sozialen im herrschenden sprachgebrauch doch ansonsten eher hilfe, unterstützung, miteinander und dergleichen verbinden.
bei vielleicht etwas längerem nachdenken sehen wir, daß die entfaltung des begriffs des sozialen aus der gegensätzlichkeit, die ihm offensichtlich innewohnt, erst seinen sinn zu tage fördert, nämlich uns über die engeren beziehungen der familie und des "stammes" hinaus in größere formen menschlicher gemeinschaft einzubeziehen, die uns sozusagen ins gesellschaftliche umformatieren.
ein mensch wird erst mensch, wenn er auch außerhalb der familie eine präsenz entwickeln kann: im politisch-öffentlich-gesellschaftlichen raum (als wähler, bürger, teilnehmer und organisator von öffentlichen ereignissen, als käufer und – womöglich organiserter – arbeitnehmer etc. – oder eben auch als penner durch nicht-teilnahme, der hier nicht keine teilnahme bedeutet, sondern als grenzfall von teilnahme etabliert ist)
man könnte sozial heute auch verstehen als mediale kompetenz, die einen menschen zum teilhabefähigen gesellschaftswesen werden läßt; dabei wäre dann natürlich nicht nur von den medien im engeren sinn die rede, sondern von allem, was unterschiede und gemeinsamkeit in einer gesellschaft herstellt.
sprache (als ur-medium gedacht) ist die sphäre, in der durch bezeichnung und bedeutung unterschiede gemacht werden, auf die sich alle, die sich ihrer bedienen, aus ihrer privatheit begeben, indem sie diese sprache als eine gemeinsame sprechen, sodaß die grundlage des gemeinsamen sprechens die allgemeingültigkeit der sprache ist (auch wenn die als solche im alltag gar nicht so ohne weiteres erfahren wird).
wir sehen, sozial sein, heißt gesellschaftsfähig sein, heißt sich der sprache der anderen bedienen zu können, mit anderen zu sprechen.
wer sich von anderen nicht unterscheidet, wird mit ihnen keine gemeinschaft herstellen können, der ist nicht vertrags-, nicht kompromiß-, nicht, freundschafts-, nicht beziehungsfähig. wer angst haben muß in beziehungen zu verschwinden, wird sie nicht so ohne weiteres eingehen – es sei denn, er oder sie ist darauf geeicht zu verschwinden, auf minimalpräsenz
so gestalten sich die jahrhunderte in die herausbildung immer größerer formate bis schließlich über uns dies große allumspannende netz geworfen ist, an dem doch jeder zugleich auch anfängt mitzuspinnen.
da haben wir den hochinteressanten punkt des umschlagens vom passiv ins aktiv und umgekehrt im visier.
wenn wettbewerb eine form der komplexitätsreduzierung darstellt, vereinfachender spielregeln, die darüber entscheiden, wer gewinner und wer verlierer ist, so wird in dem maße, wieviele menschen dieser wettbewerb miteinschließen kann, die relativität dieses spiels schnell auch vergessen sein, ja, im extremen zum absolutum werden.
der wettbewerb um die aufmerksamkeit, der aus menschen kunden oder käufer werden läßt, ist tatsächlich ein solches absolutum geworden. da kommen wir dann schnell dahinter, daß mit der semmel nicht nur das brötchen verkauft wird, sondern sich mithin ein austausch organsiert, der mehr ist, als der wechsel zwischen gegenständen (mit gebrauchswert) und geld (tauschwert — um die marxsche terminologie zu verwenden).
der maßstab, den solche (waren)verkehrsformen etablieren, nimmt eine allgemeinheit an, eine allgemeingültigkeit, daß menschen, die in diesen wettbewerben schlecht aussehen, ihr selbstwertgefühl einbüßen. sie fangen an sich zu schämen, ein schamleben zu führen, die gesichtslosigkeit geradezu zu suchen, während doch jeder wettbewerb genau das gegenteil verlangt: brust raus, kopf hoch sozusagen — aber schamleben bringen menschen hervor, die nicht hinausgehen ins gesellschaftliche, sondern in familiären beziehungen reduzieren, eindicken, mufflig werden, krummbucklig, gesenkten blickes durch die gegend laufen.
der münchner OB christian ude hat einmal als versuch einem PENNER (um mit dem politisch inkorrekten begriff die gesellschaftliche abwertungswahrheit wieder greifbar werden zu lassen) arbeitsplatz und wohnung verschafft, der das "geschenk" nur ein paar wochen durchgehalten hat, um dann wieder auf die straße zu gehen. das hatte nichts mit faulheit zu tun, sondern eher damit, daß in dieser sphäre der wettbewerbsdisponierten gesellschaft, aus der er ja ausgesondert war, seine SCHAM über sich selbst erst zur "vollen blüte" kam, während er auf der straße "seine" leute findet, denen er sich nicht erklären muß)
es kann auf dauer nicht gutgehen, daß ein mensch an wettbewerben teilnimmt, für die er nicht disponiert, initiiert oder geeicht ist – wie immer man das auch ausdrücken möchte. stellen Sie, liebe leserInnen, einmal vor, Sie kommen auf eine tagung der weitspringer dieser welt: ihr direkt oder indirekt kommunizierter wert hängt aller voraussicht nach davon ab, wie weit Sie persönlich springen können. wenn Ihre fähigkeit eher darin läge, hochzuspringen, werden Sie vermutlich, da Sie, wenn Sie sich ins spiel bringen wollen, vermutlich mit Ihrer hochspringerei nicht durchkommen. schnell werden Sie erleben, daß wettbewerb immer auch von interpretationskämpfen begleitet ist. womöglich wird man ihre neigung, hochzuspringen, als vermeidungsverhalten auslegen. es ist auch nicht unwahrscheinlich, daß Sie bald anfangen, ihre hochspringerei ins weite zu ziehen, bis Sie ein erstes lob erhalten, das ein generöser sieger der weitspringergesellschaft Ihnen gewährt, obwohl ihr sprung nach dem maßstab der weite doch eher kümmerlich ausgefallen war. Sie fangen an, um aufnahme zu betteln durch dieses Ihr verhalten. die erste aufmerksamkeit, die Ihnen entgegenplätschert, macht Sie disponiert, es wird mit Ihnen ein neuer aspirant für einen verlierer eingeführt in die mächtige lobby einer weitsprungdisponierten gesellschaft.
setzen Sie dagegen etwas, für das Sie disponiert sind, auch wenn das wenig applaus in den großen arenen dieser welt bringt, fangen Sie an zu lernen, allein sein zu können, bis Sie aus der schwerkraft Ihres selbstverständlichen tuns bei einzelnen anderen Interesse wecken. aus Ihrer hochspringerdisposition haben Sie plötzlich ein spiel entwickelt, das Ihnen womöglich die freude zeitigt, die welt aus den verschiedensten höhenlagen zu betrachten etc. etc. Sie lernen, Ihre eigene währung zu setzen, Ihre themen ins spiel zu bringen, – und nicht nach den regeln einer, um beim beispiel zu bleiben, weitsprungdisponierten welt zu tanzen, Sie lernen, die aufmerksamkeit von blicken zu entbehren, die nur sinn fürs weite haben. das himmelhochjauchzende (und wird von Ihnen und Ihren mitbewerbern im hochsprungalltag in den sinn für viele brauchbaren höhenlage übersetzt werden
der große alexander ist richtig beunruhigt — wer hätte ihm das zugetraut, dem herrlichsten aller feldherrn, wenn wir nicht wüßten, daß seine reinkarnation eine läuterung darstelle vom rücksichtslosen welteroberer zu einem empathetischen welterklärer, und jetzt natürlich KLUGE heißt:
also noch einmal zum mit- und abschreiben: ALEXANDER, der KLUGE, seines zeichens welterklärer, intellektueller kolonisatör und imperationalist, macht seinem namen nicht nur alle ehre, sondern stellt ihn auch noch in den schatten, sodaß keiner sich je hinreißen ließe, mit diesem seinem namen wortzuspielen — außer vielleicht dhonau, der es nicht gerade wagte, sich einen bruder im geiste zu nennen, gott bewahre vor selbstüberhebung, nein, nein, aber riskieren wir doch eine kleine nähe zum GROSSMEISTER, um eine wenig von seiner heiligkeit zu naschen: dhonau sieht sich immerhin als leidensgenosse in der disponiertheit, immer nur übers kleinste, abwegigste, marginalste zu reden, um von dort sogleich einen bogen zum großenganzen zu spannen.
jetzt haben wir in der heutigen ZEIT einen wunderbaren artikel über den meister und sein neues buch über — griechenland.
in dem gespräch, auf das sich der artikel von ADAM SOBOCZYNSKI bezieht, kommt kluge offenbar schnell zu sprechen auf seine beunruhigung über die aktuellen geschehnisse, denen wir scheinbar nicht mehr angemessen begegnen könnten, es rieche geradezu nach katastrophe und revolution. nun kommt der meister nicht aus den geläufigen beispielen von finanzwelt, atomkraft, klimakatastrophe, arabische revolutionen und dergleichen zu sprechen, sondern, wie der artikel darlegt, auf anekdotische verknüpfungen mit diesen globalen themen.
hier ein zitat:
"Ganz kurios sei die Geschichte eines deutschen Bezirkskommandeurs, der in Griechenland 1941 mit Studienräten und Volksschullehrern Stätten der Erwachsenenbildung zu installieren suchte, um die Griechen wieder zu richtigen Griechen zu machen — hatten doch einst die Goten unter Alarich (die als Ahnen des deutschen Reiches galten) die Ober- und Mittelschicht des Landes vertrieben und einen über Jahrhunderte andauernden Bildungsnotstand herbeigeführt. Noch Teile der Wehrmacht hätten als Besatzungsmacht deutschen Geist und verloren gegangene Antike von oben herab zu versöhnen versucht (während andere Teile in Griechenland die grässlichsten Massaker verübten). [...] Und natürlich, sagt Kluge, sei es nicht ganz frei von Ironie, dass nun abermals ein Deutscher, der EU-Beamte Horst Reichenbach, einem Expertenteam vorstehe, um Verwaltungsreformen zu unterstützen, und damit ebenfalls, wie der Bezirkskommandeur, Erwachsenenbildung betreibe."
"Griechenland" heißt es weiter in dem artikel, "ist für die Deutschen seit je ein Land größter Utopie (Winkelmann, Iphigenie, Sirtaki et cetera) und größter Enttäuschung gewesen, es pendele in ihrem Vortsellungsraum zwischen idealer Antike und verlottertem Balkan, Schlendrian und Chaos."
der autor hatte zuvor den meister charkterisiert als jemand, bei dem man sich darauf einzustellen habe, daß es immer ums ganze geht, "um Weltgeschichte, um verlorene Zeitschichten, die in unsere Gegenwart hineinragen"
ja, da sehen wir, daß es schon seit hundert jahren ein thema ist, griechenland zu retten. und weil es nicht nur zu europa gehört, zum euroland unserer tage, nein, wir haben schließlich unseren (alp)traum von kontinentalem zusammenschluß den (alten) griechen zu verdanken.
der rettungs(schirm)gedanke also hat den humanistisch "formatierten" teil der deutschen offenbar seit je bewegt, vielleicht, weil wir die besseren griechen sind, die ja eigentlich, was staatskunst, finanzwesen etc. anlangt, über die italiener zu uns gekommen sind, deren sozusagen zweite, nach der römischen adaption griechischer kultur rinascimento/renaissance heißt, während die griechische "botschaft" oder die verbreitung des griechentums durch alexander den großen auf die damalige welt hellenismus genannt wird, dessen erfolg auf der klugheit alexanders beruht, den besiegten keine assimilation abzuverlangen etc.
die griechen haben sich an europa übertragen, haben sich darin verzehrt und historisch erschöpft, dann haben sie wie altaristokraten auf die europäischen emporkömmlinge allüberall mit einer mischung aus be-, verwunderung und leiser verächtlichkeit geschaut, wie sie alle rennen und tun, während doch der grieche niemals in gebückter haltung irgendwelchen touristen hinterherhechelt, weil der kunde könig ist, bestimmt nicht! höchstens, daß sie den mitteleuropäischen frauen zum urlaub von ihren emanzipatorischen anstrengungen verhelfen oder -halfen, in dem sie ihnen noch ein wenig machismo, den sie ihren eigenen männern ausgetrieben haben, zur verfügung stell(t)en. das heißt doch, wenn wir uns diese kritische zuspitzung gestatten, daß hier schon eine gewisse restaurative energie am werk war. während unsere in der verfassung verbriefte menschenwürde in griechenland vor allem eine männliche farbe hat, ist sie in den erfolgreichen volkswirtschaften, soweit sie gestalt gewonnen hat, vor allem auch eine, die auf dem recht von arbeitnehmern zur organisation beruht und dem schutz vor erniedrigenden arbeitsbedingungen.
alle europäischen staaten leben auf pump, der über die finanzmarktmechanismen an die allgemeinheit übertragen wird. während einzelne volkswirtschaften das bislang wegstecken konnten, stellt sich heraus, daß unsere wettbewerbsorientierten sozialen marktwirtschaften nicht nur ihre verlierer zu alimentieren haben, sondern auch die staaten, die im wettbewerb der volkswirtschaften verlierer darstellen.
daraus folgt, daß die gesellschaften sich mit dem kapitalistisch grundierten begriff des wettbewerbs auseinanderzusetzen haben. darum werden sie nicht drumherumkommen, garantiert nicht.
nachtrag vom 25. 9.:
natürlich werden im rahmen einer solchen allgemein gestellten frage antworten parat stehen, die sehr vorhersehbar ausfallen werden ... , ja, aber wer weiß, wer weiß ...?
wenn wir uns nicht nur reflexhaft zum begriff des wettbewerbs (je nach weltanschauung) in position stellen wollen, erscheint dieser doch zunächst auch als das natürlichste, das vitalisierende oder jedenfalls dynamisierende element im sozialen schlechthin, während wir mit dem sozialen doch ansonsten im herrschenden sprachgebrauch hilfe, unterstützung, miteinander und dergleichen verstehen. bei etwas längerem nachdenken sehen wir alsogleich, daß die entfaltung des begriffs des sozialen aus der gegensätzlichkeit, die ihm offensichtlich innewohnt, seinen sinn offenlegt, uns über die engeren beziehungen der familie und des "stammes" in größere formate menschlicher gemeinschaft einzubeziehen, die uns ins sogenannt gesellschaftliche tragen. ein mensch wird erst mensch, wenn er auch außerhalb der familie eine präsenz entwickeln kann: im politisch-öffentlich-gesellschaftlichen raum (als wähler, bürger, teilnehmer und organisator von öffentlichen ereignissen, als käufer und – womöglich organiserter – arbeitnehmer etc.) man könnte soziale auch übersetzen in den begriff der medialen kompetenz, die einen menschen heute zum teilhabefähigen gesellschaftswesen werden läßt; dabei wäre nicht nur von den medien im engeren sinn die rede, sondern von allem, was unterschiede und gemeinsamkeit in einer gesellschaft herstellt. wer sich von anderen nicht unterscheidet, wird mit ihnen keine gemeinschaft herstellen können, der ist nicht vertrags-, nicht kompromiß-, nicht, freundschafts-, nicht beziehungsfähig. wer angst haben muß in beziehungen zu verschwinden, wird sie nicht so ohne weiteres eingehen – es sei denn, er oder sie ist darauf geeicht zu verschwinden, auf minimalpräsenz
so gestalten sich die jahrhunderte in die herausbildung immer größerer formate bis schließlich über uns dies große allumspannende netz geworfen ist, an dem doch jeder zugleich auch anfängt mitzuspinnen.
da ist auch schon der hochinteressante punkt des umschlagens vom passiv zu aktiv und umgekehrt avisiert.
wenn wettbewerb eine form der komplexitätsreduzierung darstellt, vereinfachender spielregeln, die darüber entscheiden, wer gewinner und wer verlierer ist, so wird in dem maße, wieviele menschen dieser wettbewerb miteinschließen kann, die relativität dieses spiels schnell auch vergessen sein, ja, im extremen zum absolutum werden.
der wettbewerb um die aufmerksamkeit, der aus menschen kunden oder käufer werden läßt, ist tatsächlich ein solches absolutum geworden. da kommen wir dann schnell dahinter, daß mit der semmel nicht nur das brötchen verkauft wird, sondern sich mithin ein austausch organsiert, der mehr ist, als der wechsel zwischen gebrauchten gegenständen und geld. der maßstab, den solche (waren)verkehrsformen etablieren, nimmt eine allgemeinheit an, eine allgemeingültigkeit, daß menschen, die in diesen wettbewerben schlecht aussehen, ihr selbstwertgefühl einbüßen. sie fangen an sich zu schämen, ein schamleben zu führen, die gesichtslosigkeit geradezu zu suchen, während doch jeder wettbewerb genau das gegenteil verlangt: brust raus, kopf hoch sopzusagen — aber schamleben bringen menschen hervor, die nicht hinausgehen ins gesellschaftliche, sondern in familiären beziehungen reduzieren, eindicken, mufflig werden, krummbucklig, gesenkten blickes durch die gegend laufen.
es kann nicht der sinn sein, daß ein mensch an wettbewerben teilnimmt, für die er nicht disponiert ist. stellen Sie, liebe leserInnen, einmal vor, Sie kommen auf eine tagung der weitspringer dieser welt: ihr direkt oder indirekt kommunizierter wert hängt aller voraussicht nach davon ab, wie weit Sie persönlich springen können. wenn Ihre fähigkeit eher darin läge, hochzuspringen, werden Sie vermutlich, da Sie, wenn Sie sich ins spiel bringen wollen, vermutlich mit Ihrer hochspringerei nicht durchkommen. schnell werden Sie erleben, daß wettbewerb immer auch von interpretationskämpfen begleitet ist. womöglich wird man ihre neigung, hochzuspringen, als vermeidungsverhalten auslegen. es ist auch nicht unwahrscheinlich, daß Sie bald anfangen, ihre hochspringerei ins weite zu ziehen, bis Sie ein erstes lob erhalten, das ein generöser sieger der weitspringergesellschaft Ihnen gewährt, obwohl ihr sprung nach dem maßstab der weite doch eher kümmerlich ausgefallen war. Sie fangen an, um aufnahme zu betteln durch dieses Ihr verhalten. die erste aufmerksamkeit, die Ihnen entgegenplätschert, macht Sie disponiert, es wird mit Ihnen ein neuer aspirant für einen verlierer eingeführt in die mächtige lobby ein weitsprungdisponierten gesellschaft.
setzen Sie dagegen etwas, für das Sie disponiert sind, auch wenn das wenig applaus in den großen arenen dieser welt bringt, fangen Sie an zu lernen, allein sein zu können, bis Sie aus der schwerkraft Ihres selbstverständlichen tuns bei einzelnen anderen Interesse wecken. aus Ihrer hochspringerdisposition haben Sie plötzlich ein spiel entwickelt, das Ihnen womöglich die freude zeitigt, die welt aus den verschiedensten höhenlagen zu betrachten etc. etc. Sie lernen, Ihre eigene währung zu setzen, Ihre themen ins spiel zu bringen, – und nicht nach den regeln einer, um beim beispiel zu bleiben, weitsprungdisponierten welt zu tanzen, Sie lernen, die aufmerksamkeit von blicken zu entbehren, die nur sinn fürs weite haben. das himmelhochjauchzende (und wird von Ihnen und Ihren mitbewerbern im hochsprungalltag in den sinn für viele brauchbaren höhenlage übersetzt werden