wir sehen oben die stützende säule aus einem reinen (stütz-)bestandteil des ALLGEMEINEN gebäudes (im gegensatz zum privaten wohnhaus) zu einem mittleren bestandteil zwischen gebäude und öffentlichem platz; sozusagen vom kultischen gebäude des tempels zum "rationalen" demokratischen öffentlichen haus
rechts den berühmten brunelleschi als statue (architekt des findelhauses sowie der noch berühmteren florentinischen domkuppel)
das paradebeispiel eines öffentlichen hauses, einer gemeinschaftlich organisierten "stütze": das ospedale degli innocenti, das sog. findelhaus für waisen und ausgesetzte babies eines berühmten architekten der renaissance (in florenz)
vgl. zum thema "rationales" gebäude das "haus der vernunft" (lat. ratio; ital.ragione) den palazzo della ragione
beispielweise hier in padua:
der öffentliche platz ist der grundlegende raum demokratischer versammlung: die arkade zieht die stützenden säulen des gebäudes ins äußere eines stadtplatzes hinaus: das sprechen im "arkaden"-gang (im gemeinsamen gehen), das sich beraten, das versammeln und abstimmen — das findet im organisierten (gegliederten) raum "allgemeiner stadt" statt, um diese unschöne formulierung absichtsvoll in den raum zu stellen: unterstützung hat daher immer auch in der logik einer allgemeinen organisiertheit sich zu vollziehen (das gegenteil wäre unorganisierte, rein emotionale UNTERSTÜTZUNG)
(bilder alle aus wikiped.-artikeln)
siehe auch den eintrag vorher: "das eigene und ..."
heute morgen hatte ich im halbschlaf, auf halbem weg zur wachheit, eine idee, irgendwas mit helfen, was genau, weiß ich jetzt nicht mehr, aber was ich noch klar erinnere war, daß ich sie ganz gut fand. helfen und glaube ich unterstützen war das wort gewesen, das dabei eine rolle spielte, ja, genau, ich stütze mich irgendwo ein, daß es nicht zusammenkracht; — klingt irgendwie brachial, so diese vorstellung, fest eingefügt zu sein, nein, das klingt doch ziemlich zwanghaft, nicht?
UNTERSTÜTZEN – das klingt auch nach stützpfeiler, pilaster, säule. vermutlich war der traum, aus dem halbwachen heraus ins bewußtsein gekommen, eine nachbereitung meiner beschäftigung mit dem italienischen renaissance-baumeister und bildhauer BRUNELLSCHI, berühmt vor allem auch durch den kuppelbau des florentinischen doms und dem FINDELHAUS ("ospedale degli innocenti"), sozusagen eine erste einrichtung für ausgesetzte kinder und babies, also eine art babyklappe.
in der renaissancearchitektur spielt die säule eine große rolle. auch insofern, als die renaissance in der tradition zur antike eine (vgl. den begriff humanismus) starke bezogenheit zum menschen als INDIVIDUUM wie auch als (stadt)bürger (seine urbane organisiertheit als soziales wesen) hatte. so ist von brunelleschi die architektur eines gebäudes auf die piazza (stadtplatz) hin gedacht. schon insofern ist diese architektur politisch zu verstehen. die stützende säule, wie wir sie in den griechischen tempeln finden, ist nicht nur ein tragendes element dieser architektur, sie löst sich aus diesem kontext, etwa als blendsäule, und gewinnt dadurch abstraktere möglichkeiten. der antike bezug von säule und statue ist offensichtlich.
im findelhaus als einer renaissancearchitektur, bei der die säule in arkadengängen natürlich eine außerordentliche rolle spielt, ist nun der bezug des stützens auch ins soziale gewendet. der gliedernde aspekt der säulenarchitektur verbindet sich schon begriffslogisch mit einem – organisierten/ organhaften – ganzen (der stadt und des stadtplatzes) so jetzt hab ich die idee langsam wieder: in diesen baulichen zusammenhängen erscheint der begriff stützen rsp. auch helfen/ hilfreich sein in einem systemischen ganzen. das helfen würde in dieser weise der sozialen organisationsintelligenz zugerechnet werden, nämlich sich in einen überindividuellen zusammenhang sehen zu können. helfend sein soll also der mensch in dem sozialen kontext, in dem er sich befindet und in dem er seinen bezug zu dem sozialen ganzen erkennt. zugleich wird in diesem gedanken die dialektik von helfen/ stützen klar. wer hilft kommt in die senkrechte des aufgerichteten, ihm ist also selbst geholfen, wenn wir in dieser senkrechte, dem AUFRECHTSEIN, die idee der würde gespiegelt finden. individualität bedeutet in diesem renaissance-sinn eine gegliederte, konturierte stellung zu einem sozialen ganzen zu verkörpern. ohne diesen überindividuellen ("stützenden") aspekt ist individualität eine form von desorientiertheit.
so ungefähr ließe sich eine verbindung zur renaissance herstellen, um individuum und soziabilität in ihrer "wechselwirklichkeit" begreifen — und nicht zuletzt auch, um aus dieser modernen verwahrlosungsanfälligen individualität herausfinden zu können. denn das wird immer mehr zu einem großen thema unserer zeit werden, davon sind wir von den dhonau-werkstätten außerordentlich überzeugt.
freiherr von scheußenbach zu scheußenbachhaußen ist heute etwas derangiert, innerlich ein wenig schief geknüpft sozusagen. er denkt sich, in dieser verfassung wäre es vielleicht angezeigt, einfach vor die tür zu treten, dem vorüberziehenden volk ein wenig nachzuwinken, um bei dieser angelegenheit einen irgendeinen satz aufzuschnappen und sich diesen satz aufzusetzen wie einen hut, denn ihn treibt die hoffnung, so ein irgendein-satz würde ihn nicht nur kleiden, sondern den menschen womöglich sogar etwas näherbringen. ein unstillbares verlangen überkommt ihn, einmal so so zu sein wie diese einfachen menschen, auf die da und dort immer mal wieder die rede kommt. so ein einfacher mensch hört wohl nicht wie unser baron andauernd eigenen sätzen beim vorbeisausen zu: huiiii ...
neulich zetbe sah er einen satz gar wie einen satellit über ihn zum x-ten mal hinwegfliegen, den er selber einmal durch bloße äußerung in die umlaufbahn geschickt hatte. dieser satz lautete:
keine ahnung, wie's mir heute wieder geht, nicht die bohne.
kein mensch ist durch sich allein das, was er ist. und wenn Ihnen, verehrter leser, morgen der umgang mit diesen oder jenen personen aus Ihrem umfeld abhanden kommt, dann gehen, stellt man sich Ihre person als eine ansammlung von lichtern vor, ein paar davon aus, bis es schließlich zappenduster wird.
nun soll es aber menschen geben, deren engeres umfeld fast leer ist, in deren nähe es einen vielleicht auch fröstelt, wie bei unserem lieben, nein nicht lieben, aber à la longue ein wenig vertrauter werdenden freiherrn von und zu scheußenbach. ja, und diese so gearteten menschen beginnen erst zu leuchten, wenn sie an den umschlagstellen von privat nach öffentlich und umgekehrt agieren, wie es etwa bei barkeepern der fall sein kann, die kommunikativ ausschließlich, aber dann umso überzeugender "brennen", wenn Sie an ihrem arbeitsplatz sind. es kann sein, daß Ihnen der eine oder andere schon einmal jenseits seiner "bühne" begegnet ist, wo er eigenartig lahm wirkt, und haben ihn jedenfalls nicht halb so agil, wie Sie ihn in seiner bar kennengelernt haben, nicht wahr?
solche menschen, die nur in mittleren distanzen operieren (können), haben aufgrund ihres schwach besetzten nähefeldes auch zu sich selber kein intimes verhältnis, sodaß sie oft selbst nicht wissen, wie es ihnen geht; ... und so weiter und so fort ...
neulich sah ich, sagt der geschaftlhuber von den dhonau productions, wieder einmal einen von den komischen typen des viertels nicht aus jekyllhausen, nein, sondern aus hydehausen, haha und nochmal haha, ja, so einen spitzfingrigen kerl, vor dem alle mores haben, — denkt der gschaftl jedenfalls: nämlich daß er einem einmal von hinten seinen spitzen finger in den rücken rammt, um einen auf online zu stellen: "he, du!"
ja, so ein ekliger typ, der mit der erfahrung groß geworden ist, daß es keinen sinn macht auf ansprache zu warten, denn kein mensch wird ihn jemals ansprechen, höchstens ein polizist, der ihn nach seinem ausweis fragt, deswegen spricht er alle an auf seine spitzfingrige art: " he, du!"
mit diesem satz hat man für umme ein entrée in die welt derjenigen, auf die geschissen ist, grauslig grauslig ...
LALOL — das ist la lol, das ist ein gerücht, laughing out loud, ein hauch von einem affekt, eine regung in diesen unendlichen webweiten, ein repulsiver reflex auf ALLES; aber eben auch la lol, in diesem la, da ist auch die DIVA, an der alles abprallt, was tausend wunschsüchtige seelen an sie heran-stalken mögen: ich bin für alle da, und das heißt für niemand: das ist divenleben. überall nisten unerfüllbare versprechen, überall aber entstehen in diesen hochvergifteten welten wunderbar heilende mittelchen, von denen wir nonchalanten gebrauch machen, wenn wir in allem speicherwahn ein wenig auch die kunst des vergessens KÖNNEN, denn kunst kommt von können und nicht von WOLLEN
da gab es eine(n) von mir, sagt der ober-dhonau, sehr geschätzten, nein nicht geschätzten, oder doch?, diva(nus), alias kurt raab, ja, den faßbinder-schauspieler, den wir SEINERZEIT im studio-theater im schwabinger fuchsbau, wo auch die LUPE uns filme aus der gesicherten filmgeschichte zur verfügung gestellt hat, wie zetbe den CASANOVA von sandale botticelli-hasser (oder -verehrer?) FELLINI, ja, da hat der raab in einem 1-personen-stück von einem brasilianer die naturgemäß einzige hauptrolle auf sich genommen gehabt, wo er einen lehrerin gewesen war, der mit dem publikum gesprochen hat wie mit seiner schulklasse, aber er hat sich in einem fort aufregen müssen, weil er die zuschauer-schüler dauernd im verdacht hatte, sie wären alle nur in seinen unterrricht gekommen, um ihn nackt zu sehen, daß sie alle nichts anderes im sinn hätten, ihm, dem brasilianischen lehrerfrollein, mit ihren begehrlichen augen die klamotten vom leib zu reisen, jedenfalls könne er sich so keinesfalls konzentrieren auf seinen sexualunterricht, wo er ihnen anhand von fliegenden insekten die welt sinnloser vermehrung näherzubringen hätte, schließlich gehe es wie immer um eine vollendung derart, daß alle beteiligten ans sichere ende der veranstaltung zu gelangen, um herauszukommen aus dieser hier vor sich gehenden unschicklichkeit von schulstunde, die doch für alle nur ein verhängnis darstellen könne, irgendwie gehts doch immer auch darum rauszukommen aus dieser stickigen luft, die menschen, sofern sie ab einer gewissen zahl zusammengefunden hätten, zwangsläufig herstellen, nicht wahr?
tatsächlich war es den zuschauern ziemlich schnell mulmig geworden, wo sie anfangs alles durchaus lustig gefunden hatten, aber mit der zeit war das stück zu einer wenn auch grandiosen peinlichkeit geworden, die nur durch gewaltige standing ovations gelöscht werden konnte, nicht wahr!?
"Darf ich Ihnen diesen alten Klassiker aufblättern?
'Und Schlag auf Schlag!
Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! Du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen.
Dann will ich gern zugrunde gehn!
Dann mag die Totenglocke schallen,
dann bist du deines Dienstes frei.
Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen,
es ist die Zeit für mich vorbei!' " auf nachfrage dhonaus, der ein wenig verstehensprobleme hatte über den zusammenhang der scherbengeschichte mit dem goetheschen gedicht, gab LALOL diese hilfe:lalol, 28. Jan 2012, 21:24:
Der Spiegel war´s (ich darf ein wenig erröten)
Auf meiner letzten Reise vor oder hinter Frankfurt, bei interner, psychosomatischer Orientierungslosigkeit, nicht festzumachen,
begegnete mir ein Spiegelmacher.
Stellte er sich mir vor?
Wenn, dann in diesem Wortlaut:" Nur ein Narzisst ist ein guter Spiegelmacher."
(Meine Antwort lasse ich hier außen vor)
Ich betrachtete den, in seinen Spitzen und Rundungen, schmerzhaft schön gearbeiteten Rahmen.
Der Künstler wusste um die ahrimanische Wirkung seines Werkes.
Haben Sie schon mal einen Schriftzug in einem Spiegelrahmen gesehen?
Ich schon:" Verweile doch! Du bist so schön!" jetzt erst in einem zweiten anlauf mit eine gehörigen zeitlichen abstand bin ich wieder auf diesen eintrag mit den lalolschen kommentaren gestoßen; jetzt erst bleibe ich hier hängen (oder sollen wir sagen: komme ich hier ins verweilen; oder: ins darüber versammeln??)
wenn lalol hier von ahrimanischen kräften spricht, finden wir alsbald den anthroposophischen hintergrund, auf dem diese gedanken spielen.
natürlich ist uns die steinersche welt nicht ganz fremd hier auf den dhonau-seiten, aber weit davon entfernt, die anthroposophie zu kennen, würden wir hier uns nicht scheuen, unsere assoziativen überlegungen zu äußern:
es geht offensichtlich in der anthroposophie um ein konzept, eine auffassung über ein integrales, ganzheitliches begreifen des HUMANUM. alle die wirkkräfte, aus denen menschliche unterfangen hervorbrechen sollen uns heraushelfen aus den vereinseitigungen gesellschaftlichen funktionierens, das heute auf die kapitalistischen zugriff des menschen auf menschen der INDIVIDUALISMUS ist. die steigerung von erziehung des menschen durch menschen ist die übertragung von erziehung (sozialisation) auf das sich selbst coachende individuum: dem programm der selbststeigerung
alles muß unternommen werden, um die galoppierenden olympischen spiele zu bestehen
die selbststeuerung (das ungetüm (der sprachliche hybrid) SELBSTCOACHENDES wesen ist in der hinsicht ganz angemessen, da er die kaptitalistisch-US-amerikanische herkunft des phänomens transportiert
es geht ja insbesondere auch darum, daß der kapitalismus erst mal den sozialismus als seiner ideologischen alternative kaputtbesiegt hat. insbesondere das INTERNET zeigt sich als ein ausuferndes phänomen der kapitalistischen welt: die welt verwandelt sich in ein reich der unbegrenzten virtualität des OPTIONALEN: alles steht zur verfügung, nichts ist mehr da, der verlust an menschlicher nähe ist von einem nicht abzusehenden ausmaß; einerseits. anderseits wird er sich thematisch darum immer mehr aufdrängen.
das zerbrechen der eigenen spiegelhaftigkeit, des sich selbst im zentrum habens, die verlorenheit im reich der unbegrenzten virtuellen möglichkeiten, das doch in wahrheit eine restlose transformation in den menschen zum KUNDEN ist, bedeutet doch auch, daß der therapeutische bedarf auf allen ebenen ebenso ausufert.
man muß sich das, auch als frau (haha), einmal vor augen halten: da gibt es als kontrastphänomen in der welt des ernährungsüberflusses das verbot kalorien zu sich zu nehmen, um sich in die form zu bringen, in der es sich am besten kleiden läßt, um sich täglich als das avanciert gekleidete individuum in den kampf um menschliche zuwendung in der form allgemeiner aufmerksamkeit zu begeben. wer hier die nase rümpft und glaubt, das beschränkt sich auf irregeleitete youngster und ihren vom jugendwahn befallenen entsprechungen, der sitzt einem gewaltigen irrtum auf: wir alle sind scheinbar wie besessen davon, uns in irgendeiner weise zu exponieren. und diejenigen, die in dieser weise schon aussichtslos herausgeschleudert sind, die fressen sich halt auf die eine oder andere art voll, das geht übrigens ebenso mit büchern oder infothekarischen anstrengungen aller art
die anthroposophie ist also offensichtlich ein versuch, den individualismus AUFZUFANGEN; also einerseits zu verstehen, daß diese kapitalistische ausprägung des phänomens unvermeidlich ist; andererseits zugleich, daß dieser so gewordene individualismus nicht das ende sein kann, sonst wäre er das ende. jedenfalls sind viele menschen doch auch von dem gefühl beherrscht, daß es nicht so weitergehen kann mit dieser freß- und magersüchtigen wunschwelt. mit diesem programm galoppierender selbststeigerung in den doping-olympiaden auf allen ebenen der einkaufsparadiese. einkaufssucht heißt doch, sich als ein individuum zu präsentieren, das sich alles leisten kann, was einem schnöselige verkäufer hinhalten. aber letztlich schieben sie alle die lautlose botschaft nach: egal, was du kaufst, es ist zu wenig, als daß du zu den happy few gehören könntest, mitglieder eines vereins, der aus noch nie gesehenen mitgliedern besteht, den dieser verein ist nur ein gerücht, in wahrheit haben alle ihr refugium: das ist das privatissimum, wo die kunden unbemerkt ihre überfressenheiten abkotzen können, bis sie wieder formiert nach draußen gehen können, in eine welt allgemeiner bewunderung, von jeder hie und da mal einen spritzer ins gesicht bekommt
der AUGENBLICK, das ist der moment, in dem alle wahrheit, alle schönheit versammelt sein soll, aber der doch die zeit ist, die keine ausdehnung ("länge") hat, also eine unzeit darstellt, die ebenso wie die unbegrenzte zeit alias ewigkeit mit der vergänglichkeit korrespondiert, der augenblicks- und glückverliebte mensch kokettiert in einem fort mit dem schnitter tod, der an der türschwelle steht, um ihn auf seine letzte reise hinauszugeleiten
hier ist die besagte geschichte in unverändeter fassung: